Ausgefallene Webbrowser

Konkurrenz für Firefox und Chrome: Die Top 3 der besten alternativen Webbrowser

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Wie diverse Studien zeigen, gehören Google Chrome und Firefox aus dem Hause Mozilla zu den mit Abstand meistgenutzten Browsern in Deutschland. Wir wollen in dem folgenden Artikel jedoch nicht auf die altbekannten Platzhirsche eingehen, sondern bislang eher unbekannte Webbrowser vorstellen. Den Anfang machen Vivaldi, K-Meleon und Lunascape Orion.

Geht es nach den neusten Umfragen des Statistik-Portals Statista, hat sich auch in 2016 nicht wirklich viel an dem Surfverhalten der deutschen Internetnutzer verändert: Firefox ist noch immer der meistgenutzte Browser, dicht gefolgt von Google Chrome. Was derart beliebt ist, kann nicht schlecht sein möchte man denken - doch kann sich hin und wieder auch ein Blick über den Tellerrand hinaus lohnen.

Neben den allseits bekannten Platzhirschen, zu denen übrigens weiterhin auch der Internet Explorer (respektive Microsoft Edge) gehört, stehen zahlreiche weitere Browser parat, die sich mittlerweile einer immer größer werdenden Fangemeinschaft erfreuen. Wir stellen im Folgenden drei gelungene Alternativen vor, die unserer Meinung nach das Potential haben, um den Großen zumindest ein wenig Konkurrenz zu machen. Übrigens: wenn Ihr Euch für die Geschichte der zahlreichen Webbrowser interessiert, findet Ihr auf dieser Wikipedia-Seite eine wirklich sehenswerte Zeitleiste.

Vivaldi - Der innovative Alleskönner aus Skandinavien

Die Entwicklung des kostenlosen Webbrowsers Vivaldi begann im Jahre 2013 unter der Federführung des Mitbegründers und ehemaligen Chefs von Opera Software, Jon Stephenson von Tetzchner. Vivaldi soll dem Nutzer einen verbesserten und vor allem anspruchsvolleren Funktionsumfang bieten - im Gegensatz zum Opera-Browser, der nach dem Austausch der Presto-Engine an zum Teil deutlich spürbaren Funktionseinbußen gelitten hat. Nach rund zwei Jahren Entwicklungszeit gab Vivaldi im November des vergangenen Jahres sein Beta-Debüt und wurde innerhalb von weniger als zwei Wochen weit über eine halbe Millionen Mal heruntergeladen.

Der Vivaldi-Webbrowser besticht vor allem durch sein aufgeräumtes und klares Design, seiner einfachen Bedienbarkeit und den zahlreichen individualisierbaren Funktionen. So lässt sich beispielsweise nahezu die komplette Benutzeroberfläche an die eigenen Bedürfnisse anpassen, Mausgesten können im Handumdrehen erstellt werden und über die praktischen Kurzbefehle gelangt der User noch schneller zum Ziel. Darüber hinaus bietet Vivaldi die Möglichkeit Tabgruppen zu organisieren und hat zudem noch eine praktische Notiz-Funktion mit an Bord.

Fazit: Mit dem Vivaldi-Browser kann man nicht viel falsch machen: Er ist schnell, aufgeräumt und kinderleicht zu bedienen. Der Funktionsumfang kann sich sehen lassen und die zahlreichen nützlichen Features machen den Webbrowser zu einem - zumindest technisch gesehen - ärgsten Konkurrenten für Chrome, Firefox und Co.! Die aktuelle Beta-Version von Vivaldi könnt Ihr Euch übrigens auch kostenlos von Netz.de herunterladen.

K-Meleon - Die ressourcenschonende Browser-Echse

Der Open-Source-Browser K-Meleon gehört sicherlich zu den unbekannteren Vertretern seiner Zunft - was allerdings nicht an der eingebauten Tarnvorrichtung seines echsischen Namensgebers liegt. K-Meleon basiert auf der Gecko-Engine, die übrigens auch im Firefox-Browser verwendet wird, und besticht vor allem durch seinen überaus geringen Ressourcenverbrauch und die daraus resultierende Schnelligkeit. Den Entwicklern war es von Anfang an wichtig, dass K-Meleon auch auf älteren Systemen ohne Probleme funktioniert - und dank der Verwendung der nativen Windows-Oberfläche (statt dem ressourcenhungrigen XUL-basierenden Interface) gelang dieses Vorhaben auch ohne Weiteres.

Neben der optimierten Performance punktet K-Meleon zudem mit seiner Konfigurationsvielfalt. Der Browser kann mit verschiedensten Plug-ins erweitert und an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. Und für die Optik bietet der Browser - recht passend zum Namen - zahlreiche und zum Teil recht farbenfrohe Themes. Auch hier werden dem Nutzer also keine Steine in Sachen Individualität in den Weg gelegt.

Fazit: K-Meleon gehört sicherlich zu den unbekannteren Browsern, doch vor allem für die Nutzer, die noch mit einem älteren Rechner im Netz unterwegs sind, wird das Leben deutlich entspannter. Falls sich die Community auch in Zukunft derart engagiert und die Entwicklung weiterhin vorantreibt, steht dem weiteren Aufstieg des Browser nichts mehr im Wege.

Lunascape Orion - Das Multitasking-Genie aus Japan

Der schlanke Webbrowser der japanischen Firma Lunascape Corporation erschien bereits im Jahre 2001 und war nicht nur der erste, sondern zudem auch lange Zeit der einzige Browser, der drei HTML-Renderer (auch Browser-Engines genannt) zeitgleich unterstützt hat. Dank diesem Feature kann der User jederzeit zwischen den Engines "Gecko" (auch vom Mozilla Firefox genutzt), "Trident" (bekannt vom Internet Explorer) und "WebKit" (wird auch von Google Chrome und Safari verwendet) wechseln, um sich so jede einzelne Webseite optimiert anzeigen zu lassen. Praktischerweise lässt sich die gewünschte Engine für jeden Tab einzeln auswählen.

Diese heilige Dreifaltigkeit kommt besonders Web-Programmierern und Entwicklern zugute, da diese dank Lunascape nicht mehr umständlich zwischen drei verschiedenen Browsern hin und her wechseln müssen, um die Webseiten an die verschiedenen Anforderungen anzupassen. Außerdem hat Lunascape Orion eine große Auswahl an Themes mit an Bord, unterstützt Mausgesten und lässt sich bequem und unkompliziert durch zahlreiche Plug-ins anpassen. Übrigens: laut Herstellerangaben wurde Lunascape Orion bislang weltweit mehr als 20 Millionen mal heruntergeladen.

Fazit: Der Lunascape-Browser feiert in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag und erfreut sich auch heute noch wachsender Beliebtheit. Der Vorteil, dass man gleich drei verschiedene Engines zur Verfügung hat, macht den japanischen Multitasker zu einer echten Besonderheit, die man sich definitiv etwas genauer anschauen sollte.

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