Textprogramme auf dem Prüfstand

Praktische Hilfsmittel für Vielschreiber, Journalisten & Co. (Teil 2/4)

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Für Vielschreiber, Journalisten und kreative Texter gehört das geschriebene Wort zur alltäglichen Arbeit. Doch sind Grammatik, Interpunktion und Satzbau bei weitem nicht alles, was einen Schreiberling ausmacht - darüber hinaus ist auch das passende Handwerkszeug gefragt. Wir stellen im folgenden Artikel die aktuell besten Textprogramme vor und nehmen diese zudem genauer unter die Lupe.

Wie im ersten Teil bereits angekündigt, möchten wir Euch nun die hilfreichsten Schreib-Tools für den Hausgebrauch vorstellen. Dafür nehmen wir die drei kostenlosen Textprogramme 'AbiWord', 'LibreOffice' und 'OpenOffice' genauer in Augenschein und zeigen Euch, welche Software sich am besten für die unterschiedlichen Anforderungen eignet.

Praktische Software für Hobby-Autoren und Einsteiger

Wem ein einfaches Notiz-Tool nicht ausreicht, wer häufiger Briefe schreibt oder kleinere Text-Projekte bearbeiten möchte, dem bietet sich mittlerweile eine recht große Auswahl an unterschiedlichsten Schreibprogrammen. Die wohl bekannteste Software ist Microsoft Word, das in vielen Büros schon seit langem zum Standardrepertoire gehört. 'Word' bietet zahlreiche Funktionen, mit denen sich der Text verändern und anpassen lässt. Darüber hinaus können Grafiken implementiert, Kommentare hinzugefügt und sogar komplette Seiten gelayoutet werden.

Außerdem punktet Word mit einer praktischen Grammatik- und Rechtschreibprüfung, der Möglichkeit Verweise oder Zitate hinzuzufügen und vielen weiteren Features, die das Leben eines Schreiberlings zum Teil erheblich vereinfachen. Für die meisten Hobby-Texter, die am heimischen PC arbeiten möchten, stellt sich jedoch die Frage, ob man tatsächlich Geld ausgeben muss, um seiner Schreibleidenschaft zu frönen. Die Antwort darauf ist genauso kurz wie einfach: Nein. Denn glücklicherweise stehen dem angehenden Schriftsteller gleich mehrere kostenlose Tools zur Verfügung, die dem Platzhirschen Word faktisch in nichts nachstehen. Um den Rahmen nicht zu sprengen, stellen wir Euch die drei bekanntesten Gratis-Textprogramme im Folgenden vor.

AbiWord

Bei AbiWord handelt es sich um ein kostenfreies Textverarbeitungsprogramm, das bereits seit dem Jahre 2002 auf dem Markt ist und seitdem regelmäßig verbessert und erweitert wurde. Die Software bietet sämtliche Grundfunktionen der Textverarbeitung, die in ähnlicher Form auch bei Microsoft Word zum Einsatz kommen. Neben verschiedenen Formatvorlagen und Tabellen, einer Rechtschreibprüfung und diversen Layout-Möglichkeiten, lässt sich der Funktionsumfang von AbiWord bei Bedarf auch durch unterschiedliche Plug-ins erweitern, wie beispielsweise mit dem überaus hilfreichen Wikipedia-Plug-in.

Der AbiWord Startbildschirm mit Textzeilen

Die Benutzeroberfläche von AbiWord wird eingefleischten Word-Anwendern aller Wahrscheinlichkeit nach sehr vertraut vorkommen.  

Der AbiWord Startbildschirm mit Textzeilen

Die Benutzeroberfläche von AbiWord wird eingefleischten Word-Anwendern aller Wahrscheinlichkeit nach sehr vertraut vorkommen.  

Die kostenlose Software des Entwicklerteams The AbiWord-Project besticht außerdem mit ihrer sehenswerten Formatunterstützung. Neben den Dateiformaten MS Word, XML und RTF können auch Dokumente im OpenOffice- oder dem HTML-Format gelesen und gespeichert werden. Wer hin und wieder auch unterwegs schreiben möchte, nutzt einfach die portable AbiWord-Version, die ohne Installation und direkt von einem USB-Stick aus gestartet werden kann.

Ein weiterer Vorteil des ambitionierten OpenSource-Projektes: Die Software funktioniert auf nahezu jedem Computer - egal wie alt dieser ist und welches Betriebssystem darauf zum Einsatz kommt. So werden, neben dem mittlerweile antiquierten Windows 95, unter anderem auch verschiedene Linux- und Mac OS X-Versionen unterstützt. Darüber hinaus belegt AbiWord nur etwa 25 Megabyte Speicherplatz, was selbst für die kleinsten Festplatten kein Problem darstellen sollte.

LibreOffice

Auch bei 'LibreOffice' handelt es sich um ein freies OpenSource-Project, das von der unabhängigen Entwicklergemeinschaft The Document Foundation zur Verfügung gestellt wird. Das "LibreOffice"-Paket besteht aus mehreren Programmen, die je nach Bedarf auch einzeln installiert werden können. Neben 'Calc' (Tabellenkalkulation), 'Impress' (Präsentationssoftware) und 'Draw' (Grafikprogramm), gehört auch der 'Writer' zur Grundausstattung des Gratis-Tools. Dieses Textverarbeitungsprogramm hat alle notwendigen Funktionen mit an Bord, um nahezu ohne Einschränkungen Texte verfassen und bearbeiten zu können.

LibreOffice Writer

Der Writer aus dem LibreOffice-Paket bietet eine tolle Übersicht und eine einfache Menüführung dank den großen und aussagekräftigen Icons.  

Quelle:

LibreOffice Writer

Der Writer aus dem LibreOffice-Paket bietet eine tolle Übersicht und eine einfache Menüführung dank den großen und aussagekräftigen Icons.  

Quelle:

Die Benutzeroberfläche des Writer erinnert sehr stark an das Pendant des US-amerikanischen Unternehmens Microsoft - was die Einarbeitung zum Teil deutlich vereinfacht. Die "LibreOffice"-Komponente ermöglicht das Erstellen umfangreicher Inhaltsverzeichnisse, das Einfügen diverser Grafiken und Diagramme und hat zudem auch eine praktische Auto-Vervollständigung und einige andere virtuelle Assistenten mit an Bord, durch die ein stressfreies und problemloses Arbeiten ermöglicht wird. Ebenfalls mit dabei: die bekannte Grammatikprüfung und das erweiterbare Rechtschreib-Wörterbuch, dem kein Tippfehler entgeht.

Der Writer aus dem LibreOffice-Paket lässt sich sowohl unter Windows als auch unter Mac OS, Linux und sogar Android nutzen. Die Installation geht schnell und einfach von der Hand und das Userinterface ist aufgrund der angesprochenen Ähnlichkeit mit Word quasi selbsterklärend. Ähnlich wie AbiWord lässt sich auch LibreOffice bequem von unterwegs aus nutzen. Die portable Version kommt zudem ohne Installation aus und passt dank der geringen Größe auf nahezu jeden handelsüblichen USB-Stick.

OpenOffice

Zu den wohl bekanntesten Word-Alternativen gehört 'OpenOffice' aus dem Hause Apache Software, das schon im Jahre 2002 in der Ursprungsversion erschienen ist. Auch hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Office-Paket, das mehrere Programme miteinander kombiniert. In Sachen Textbearbeitung kommt der Writer zum Einsatz. Ähnlich wie bei dem zuvor genannten Writer aus LibreOffice, fällt auch hier die optische Ähnlichkeit mit MS Word auf. Die Benutzeroberfläche wirkt also grundsätzlich vertraut, auch wenn einige wenige Funktionen anders benannt wurden.

Der Texteditor Writer

Die Benutzeroberfläche des Writers erinnert ebenfalls an MS Word - allerdings lässt OpenOffice mehr Raum für Individualisierungen.  

Der Texteditor Writer

Die Benutzeroberfläche des Writers erinnert ebenfalls an MS Word - allerdings lässt OpenOffice mehr Raum für Individualisierungen.  

Mit dem 'OpenOffice Writer' lassen sich im Handumdrehen Briefe, ausführliche Texte, kurze Notizen und sogar Visitenkarten und verschiedene Etiketten erstellen. Das Textverarbeitungs-Tool ermöglicht darüber hinaus das Einbinden diverser Grafiken, Animationen und Sounds, die alle über eine praktische Galerie verwaltet werden. Des Weiteren bietet der Writer zahlreiche Formatvorlagen, eine Autokorrektur, eine Rechtschreibprüfung nebst Silbentrennung sowie verschiedene Textbausteine und Teamfunktionen an.

Ebenfalls erwähnenswert ist der integrierte HTML-Editor, mit dem im geringen Maße Webseiten erstellt werden können - vorausgesetzt man kennt sich mit dem HTML-Code aus. Der Writer kann, wie auch das gesamte OpenOffice-Paket, unter Microsoft Windows, Linux/Unix und Mac OS X installiert werden - bei Bedarf übrigens auch nur einzelne Software-Komponenten. Wer mehr über OpenOffice und das Textverarbeitungsprogramm erfahren möchte, findet hier einen ausführlichen Testbericht.

Hier geht es direkt zum dritten Teil des Artikels "Praktische Hilfsmittel für Vielschreiber, Journalisten & Co. - Die besten Textprogramme im Netz".

Alle Fakten im Überblick:
AbiWordLibreOfficeOpenOffice
KostenKeineKeine (OpenSource)Keine (OpenSource)
BesonderheitenDurch Plug-ins erweiterbarKomplette Office Suite erhältlichKomplette Office Suite erhältlich
AnspruchEinsteigerFortgeschrittenFortgeschritten
PlattformWindows, Linux, Mac OSWindows, Linux, Mac OS, AndroidWindows, Linux, Mac OS

Alle Teile des Artikels in der praktischen Übersicht:

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