Virtuelle Assistenten

[UPDATE] Cortana, Alexa und Co.: Tippst Du noch oder sprichst du schon?

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Er beziehungsweise sie hört aufmerksam zu, erledigt Einkäufe, bestellt die Lieblingspizza oder recherchiert für dich im Internet. Die Rede ist von virtuellen Assistenten, die dem User das Leben erleichtern sollen. Wir haben die Trends im Bereich Sprachinteraktion genauer betrachtet und stellen Ideen für mehr Unterhaltung, leichteres Arbeiten und verbesserte Sicherheit vor.

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[UPDATE] Google legt nach: Mit einem Device das Amazon Echo Konkurrenz machen soll. Wie bei Echo soll auch dieser Gerät per Sprachsteuerung bedient werden können und auf die Google-Suchfunktion zurückgreifen - interne Bezeichnung: "Chirp" (zu deutsch: Gezwitscher). Obwohl Google selbst kein Statement dazu abgegeben hat, erwarten Insider ein Veröffentlichung noch in diesem Jahr.

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Spracherkennung ist zwar bei Weitem keine brandneue Technologie, jedoch ist mittlerweile eine ausreichend schnelle Datenübertragung und Datenverarbeitung möglich, dass die neu entwickelten Softwareprogramme natürliche Sprachen mit einer großen Wahrscheinlichkeit korrekt erkennen. So macht die Nutzung dann auch Spaß.

Die Nutzung klassischer Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo könnte uns in naher Zukunft vorkommen wie die Lochkarten-Computer aus den 60er Jahren.Johannes Jüngst (nicht mehr dafür tätig!), Fraunhofer Institut

Johannes Jüngst / Fraunhofer Institut

Manchen Usern finden wohl zu viel Freude an den Assistenten aus Bits und Bytes – vor allem wenn es sich um Siri und Corta mit ihren sympathischen, weiblichen Stimmen handelt. Deborah Harrison, eine Microsoft-Mitarbeiterin, berichtete dem Nachrichtensender CNN, dass seitdem Cortana 2014 gestartet sei, zahlreiche sexuelle Belästigungen durch die User stattgefunden hätten.

Viele befragen Cortana, die per Sprachbefehl Anwendungen öffnen oder Internetrecherchen vornehmen kann, auf recht direkte Weise nach ihrem Intimleben und sind gespannt auf die Antworten der digitalen Maid. Laut Harrison sei das System nicht dazu erschaffen worden, um beim Umgang mit Hormonüberschüssen zu assistieren: "Wir haben darauf geachtet, dass sie nicht unterwürfig wirkt."

Amazon Echo bestellt Dir deine Lieblingspizza

Es ist zylindrisch, schwarz, 23,5 cm hoch und erinnert an eine einfache Lautsprecherbox. Amazon Echo heißt das Endgerät indem die virtuelle Assistentin Alexa haust. Über das integrierte Mikrofon nimmt das System Fragen, Online-Shopping- oder Musikwünsche entgegen und setzt sie per WLAN-Verbindung im Internet um. Obwohl Amazon Echo noch nicht auf dem deutschen Markt verfügbar ist, sondern lediglich in den USA, existieren bereits Nachfolgemodelle, die auch die eigenen vier Wände smarter machen und zum Beispiel die Steuerung der Heizungsanlage übernehmen.

Amazon Echo Device

In Smart Home-System Amazon Echo verbirgt sich die virtuelle Assistentin Alexa  

Quelle: (Screenshot)  Amazon.com 

Amazon Echo Device

In Smart Home-System Amazon Echo verbirgt sich die virtuelle Assistentin Alexa  

Quelle: (Screenshot)  Amazon.com 

In Kooperation mit der Pizza-Kette Domino´s ist Echo über eine App sogar dazu fähig, Pizza zu bestellen. Bisher ist Domino´s der einzige Bringdienst, der mit Alexa bedient werden kann. Zum Einschalten spricht man die Box einfach mit dem Signalwort "Alexa" an – auf Wunsch können User allerdings auch einen anderen Begriff verwenden.

Amazon nutzt geschickt mehrere Wege zur Verbreitung des Alexa Voice Service (AVS). So dürfen Hardwarehersteller sich gern an der Assistentin bedienen, sprich: Innerhalb weniger Stunden soll das System, das den Entwicklern kostenlos zur Verfügung gestellt wird, hinzufügbar sein. Ford nahm das Angebot an und integrierte Alexa im In-Car-System Ford Sync.

Diktieren statt tippen

Software, die gesprochene Sprache in Text übersetzt, ist zwar keineswegs eine neue Erfindung, aber mittlerweile funktioniert die korrekte Erkennung von Wörtern beziehungsweise kompletten Sätzen – zumindest dann, wenn es sich nicht um Fachbegriffe handelt – so gut, dass der Einsatz am Arbeitsplatz Sinn macht. Besonders positiv ist diese Entwicklung für Blinde und körperlich Benachteiligt, dir eine Tastatur nur schwer bedienen können.

Marktführer auf dem Gebiet der Diktierprogramme ist Nuance, der Apps für Windows und Mac, sowohl für den PC als auch für das Smartphone anbietet. Da alle Nuance-Anwendungen wie beispielsweise Dragon Dictation oder Dragon Anywhere mit einer Cloud in Verbindung stehen, steht der geräteübergreifenden Synchronisation des persönlichen Wortschatzes nichts mehr im Weg. In diversen Textberichten schneidet die Software überdurchschnittlich gut ab.

Neben Diktier-Software bietet auch Nuance einen persönlichen Helfer, der an die Funktionsvielfalt von Cortana und Sire denken lässt: den Dragon Assistant. Dieser Assistent ist in der Lage Anwendungen auszuführen und zu steuern, das Internet zu durchsuchen, Postings in sozialen Netzwerken abzusetzen oder E-Mails zu lesen.

Lauschangriff via Leuchtmittel

Bekannt wurde die chinesische Firma Sengled unter anderem für die Integration von Kameras oder JBL-Lautsprechern in LED-Leuchtmittel. Das ausgefallenen Produktportfolio wurde nun um Sengled Voice ergänzt, eine Lampe mit integriertem Mikrofon und Cloud-Anbindung. Auf der CES 2015 in Las Vegas hat der Hersteller dafür die Auszeichnung "Best of Innovation in the Smart Home" erhalten.

Sengled Voice wird ebenfalls per Spracheingabe aktiviert und gesteuert. Per Sprachkommando kann man zum Beispiel das Licht ein- und ausschalten oder ein Termin abspeichern – dafür ist das Leuchtmittel mit dem Smartphone verbunden.

Auf spezifische Geräusche reagiert Sengleds System mit Warn-Meldungen, entweder über die in Sengled Voice eingebauten Lautsprecher oder über eine Push-Benachrichtigung auf vernetzten Smartphones. Spezifische Geräusche sind beispielsweise das Piepen von Feuermeldern, das Schreien eines Babys oder auch das Zerspringen von Fensterscheiben. Damit dient das System über den Lifestyle- und Entertainment-Faktor hinaus auch der Sicherheit.

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