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WhatsApp könnte bald Werbung anzeigen - auf Drängen von Facebook

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Vor kurzem machte der Handtuchwurf von Jan Koum bei seinem eigenen Unternehmen - WhatsApp - Schlagzeilen. Der Gründer des Messengers dürfte nicht leichten Herzens gegangen sein und jetzt scheint sich herauszukristallisieren, weshalb er unter der Ägide Facebooks keine Zukunft mehr für sich sah: Sein Messenger könnte bald voller Werbung stecken.

WhatsApp ist kostenfrei, überaus beliebt und gilt als letzter Sargnagel der guten alten SMS. Vor allen Dingen aber ist es frei von Werbung. WhatsApp ist allerdings auch eine Tochterfirma Facebooks, das den Messenger im Jahr 2015 für knapp 14 Milliarden Euro aufgekauft hatte. Das Produkt Facebooks sind seine Nutzer und ihre Daten, die zu Werbezwecken verkauft werden. Das musste Zuckerberg kürzlich zähneknirschend vor Mitgliedern von Senat und Kongress zugeben.

Die Übernahme war darum nicht bei allen gern gesehen und führte spätestens 2016 zu massiver Kritik, als bekannt wurde, dass das soziale Netzwerk sich von seiner neuesten Vorzeigetochter regelmäßig Telefonnummern und Kontaktdaten senden lässt. Das geschah natürlich, um seine Werbung besser personalisieren zu können. Hinzu kamen Enthüllungen, dass US-Geheimdienste bei sämtlichen Nachrichten mithören dürfen, die Ende-zu-Ende Verschlüsselung nicht unabhängig überprüft werden kann und nur funktioniert, wenn beide Nutzer online sind. All das hat Gründer Jan Koum bisher weggesteckt und überstanden. Den neuesten Schritt seines neuen Chefs aber offenbar nicht.

WhatsApp mit Werbung - kann das funktionieren?

Ein Mann sitzt auf einem Sofa

Werbung war für ihn immer ein No-Go, darum schmiss WhatsApp-Gründer Jan Koum das Handtuch.  

Quelle: (catwalker)  Shutterstock.com 

Ein Mann sitzt auf einem Sofa

Werbung war für ihn immer ein No-Go, darum schmiss WhatsApp-Gründer Jan Koum das Handtuch.  

Quelle: (catwalker)  Shutterstock.com 

Ein Bericht der Washington Post deutet jetzt darauf hin, dass Facebook auch auf Smartphones Werbung schalten möchte. Erst vergangene Woche machte schließlich auch Facebook-Manager David Marcus klar was kommen würde, als er wortwörtlich sagte: "Was Werbung angeht, werden wir WhatsApp definitiv mehr öffnen."

Zu diesem Zeitpunkt warnten Analysten bereits davor, dass ein solcher Schritt Jan Koum zu einem Rücktritt bewegen würde. Genau das ist jetzt geschehen und die Gründe scheinen klar: Jan Koums WhatsApp mag keine Werbung, für Facebook dagegen ist sie das Hauptprodukt. Konkret könnten die Pläne des sozialen Netzwerks so aussehen, dass bei einem Datenabgleich der Telefonnummern zwischen WhatsApp- und Facebook-Datenbanken die Personendaten abgeglichen werden. Dann könnten personalisierte Werbehinweise in die App integriert werden, die sonst nur mit euren Facebook-Accounts verknüpft sind. Alles genau wie bei Facebook eben, nur jetzt auch bei WhatsApp. Ob das der Stein des Anstoßes sein wird, der die WhatsApp-Konkurrenten wie 'Telegramm' oder 'LINE' endgültig ins Rollen bringt? Vielleicht sehen wir ja sogar eine Alternative von Jan Koum selbst.

Quelle: express.co.uk

Hier erfährst du mehr über: FacebookWhatsApp und Instant Messenger

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1 Kommentar
Koller

Ich hoffe wirklich, dass dies der Todesstoss von WhatsApp ist. Besser man schaut sich gleich nach Alternativen um. Meine Lieblingsalternative ist Threema- man muss zwar ein wenig bezahlen, aber das ist mir definitiv die Unabhängigkeit von Investoren, Sicherheit und die Werbefreiheit wert.