Datenverbrauch wird enorm gesenkt

65 Prozent kleiner: App-Updates im Play Store schonen ab sofort das Datenvolumen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Ab sofort werden deutlich weniger Daten zwischen dem Google Play Store und den vielen Millionen Android-Geräten auf der ganzen Welt ausgetauscht werden. Ermöglicht wird das durch ein neues Verfahren, das die Größe der regelmäßigen App-Updates um durchschnittlich 65 Prozent verringert. Sechs Petabyte an unnötigem Datenverkehr können so täglich einspart werden.

Gute Nachrichten für Android-User, die viel unterwegs sind: App-Entwickler können ab sofort auf eine neue Technologie zugreifen, die die Größe von App-Patches entscheidend verringert. Up to date zu bleiben - zum Beispiel, wenn ein kritisches Browser-Update ansteht - obwohl weit und breit kein WLAN in Sicht ist, belastet das Datenvolumen damit kaum noch. 'File-by-File Patching' bezeichnet Software-Ingenieur Andrew Hayden das Verfahren im offiziellen Android Developers Blog.

Starke Komprimierung erschwert effizientes Patchen

Im Grunde genommen ermöglicht die neue Technik den gezielten Austausch ausschließlich der Dateien, die für das Update relevant sind. Für eine verhältnismäßig kleine Änderung muss also nicht mehr die gesamte oder ein Großteil einer App übertragen und erneut installiert werden.

Wie viel sind 6 Petabyte?

6 Petabyte weniger Datenverkehr täglich - das ist eine durchaus stattliche Größe. Umgerechnet sind das 6.000 Terabyte. Zum Vergleich: Die meisten in PCs verbauten Festplatten liegen etwa bei einem Volumen von einem Terabyte (1.000 Gigabyte).

Bei Anwendungen auf PC oder Mac ist diese Vorgehensweise schon lange an der Tagesordnung. Smartphone-Apps allerdings sind als sogenannte 'APK' (Android Package) stark komprimiert - das Identifizieren kleinster Änderungen der Originaldatei in der komprimierten App war mit bislang verwendeten Technologien nur mit hohem Aufwand möglich.

65 Prozent bei hoher Varianz

Schon im Sommer hatten die Android-Entwickler mit dem Verfahren 'BSDiff' die Patchgröße um ca. 47 Prozent verringern können. Durch File-by-File-Patching aber sind weitaus größere Einsparungen möglich: Entstand beim Update der Netflix-App mit dem BSDiff-Verfahren noch ein Datenvolumen von 7,7 MB (48 Prozent der Original-APK), sollen es mit der neuen Methode nur noch 1,2 MB sein - dies entspricht gerade mal 8 Prozent der Größe der Netflix-App.

Allerdings scheinen die Auswirkungen der neuen Technologie von App zu App stark zu variieren. Die Vorlese-App 'Google Text-to-Speech' käme laut den Entwicklern beispielsweise gerade einmal auf eine Reduktion der Datenmenge von 31 Prozent. Im Durchschnitt sollen durch File-by-File-Patching im Vergleich zum alten Verfahren aber unter dem Strich 65 Prozent an Datenvolumen eingespart werden.

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