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AdBlocker zerstören Webseiten-Usability

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Erst vor kurzem berichtete der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) über einen Rückgang der AdBlocker-Rate, nun sorgt eine britische Studie für ein weiteres Argument gegen den Einsatz der beliebten Browser-Erweiterungen.

Laut einer Studie des Londoner Unternehmes Oriel blockieren AdBlocker wesentlich mehr als nur unerwünschte Werbebanner - teilweise schränken die Tools die generelle Nutzbarkeit von Webseiten ein, zum Beispiel indem auch Checkboxen für die Akzeptanz der Nutzungsbedingungen nicht mehr für den User sichtbar sind. Darüber hinaus können die kleinen Programme, deren Einsatz häufig als Ausübung des Verbraucherrechts empfunden werden, auch das Tracking von Bestellungen verhindern oder die Anzeige von Produktbildern und Videos in Online-Shops verhindern.

So you think your audience are just blocking ads? Well think again!

AdBlocker unterscheiden nicht immer zwischen Werbung und echten Inhalten

Das Kernproblem dabei ist: Die Werbeabwehrmechanismen unterscheiden nicht immer hundertprozentig zwischen Werbeanzeigen in Bild- oder Videoformaten und Elementen, die zum "echten" Inhalt der Seite gehören. Oriel zeigt dies unter anderem am Beispiel von bp.com: Auf der Webseite steht ein Video zur Verfügung, das die neue "dirt-busting active technology" präsentiert - nur leider nicht dann, wenn ein AdBlocker aktiviert ist. Ähnliches geschieht auf dem Internetauftritt des FC Liverpool. Das aktuelle "special offer" wird nicht mehr angezeigt.

"Wir haben Beweise dafür, dass eine ganze Reihe britischer Top-Unternehmen - darunter BA, Land Rover, P&G und Vodafone - davon betroffen sind", schreibt Aidan Joyce im Oriel-Blog. Joyce geht in seiner Beschreibung der Auswirkungen von AdBlock-Einsätzen sogar soweit von Internet-Zensur ("man in the middle attack") zu sprechen, die den zahlreichen Usern weltweit gar nicht bewusst sei.

AdBlocker - Segen oder Fluch?

Wie wir bereits berichteten, ist das Thema Anzeigen-Blocking eine höchst polarisierende Angelegenheit: Sowohl Publisher, die sich Mühe geben für die Nutzer Content zu erstellen, als auch die Internet-User selbst bringen nachvollziehbare Argumente für und gegen den Einsatz von AdBlockern vor. Beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sorgt die Nachricht für Freude, dass der Anteil der auf deutschen Computern geblockten Online-Display-Werbung leicht zurückgegangen ist.

Der Online-Vermarkterkreis im BVDW (OVK) geht davon aus, dass die Nutzer von Online-Angeboten zunehmend Verständnis dafür haben, dass kostenlose Inhalte und Services häufig nur dann existieren können, wenn sie sich durch Werbeeinnahmen refinanzieren lassen.

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