Der erste echte Blocker?

Aggressives AdBlock Plus: Edge Mobile überrascht mit eingebautem Werbeblocker

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von Benjamin Krämer -

Chrome hat ihn, Firefox hat ihn und nun bekommt ihn auch Edge: Einen Adblocker. Konkret ist Microsoft eine Partnerschaft mit 'AdBlock Plus' eingegangen und integriert damit einen deutlich aggressiveren Werbeblocker in seinen neuen Browser, als die Konkurrenz es tut. Das dürfte Teil der ebenfalls aggressiven Marketingstrategie sein, mit der Microsoft den Mitbewerbern Kunden abjagen will.

Lange Zeit nervten Browser auf Smartphones und Tablets mit fehlender Adblocker-Funktion. Werbung überall, die viele von uns an ihrem PC oder Laptop nicht mehr gewohnt waren. Man musste umständlich aus den Stores Apps von Drittanbietern herunterladen, die dann auch noch eher unzuverlässig arbeiteten. Dann aber starteten Chrome und Firefox vor kurzem ihre Built-In Blocker. Microsoft’s Edge, gerade erst im letzten November 2017 für Android und iOS gestartet, will da natürlich mitziehen und hat jetzt die Beta für einen eigenen eingebauten Adblocker vorgestellt.

Darin befindet sich das auch auf Desktopmodellen beliebte AdBlock Plus, mit dem man in Redmond dank einer Kooperation arbeitet. AdBlock Plus gilt als vergleichsweise aggressiv, wo Chrome und Firefox bisher kritisiert wurden. Deren Lösungen sind nämlich alles andere als konsequent und blenden nur bestimmte Werbeanzeigen aus. Bei Google lag da natürlich der Vorwurf nahe, dass man mit dem Blocker lediglich ein Tool integriert habe, mit dem man Werbepartner erpressen oder zu höheren Zahlungen drängen könne. Übrigens: Wer sich wundert, dass in der obigen Aufzählung Apples 'Safari' fehlt: dort gibt es keinen eingebauten Werbeblocker, nur eine Standardeinstellung, die das Weiterleiten von Nutzungsverhalten an Drittunternehmen unterbindet.

Microsoft Edge: Das Feld von gaaanz weit hinten aufrollen

Die Entscheidung zu solch einem ungewöhnlichen Schritt liegt gar nicht so fern, wie man denken mag. Zwar sind Entwickler von Browsern daran interessiert, Werbeeinnahmen zu generieren, was gegen die Implementierung von AdBlock Plus sprechen würde. Doch bevor Microsoft überhaupt an solche Geldquellen denken kann, braucht es erst einmal eine Userbase, die groß genug ist, um für Firmen lohnend zu sein. Da sieht es jedoch noch schlecht aus: Aktuell wurde Edge für Android ganze fünf Millionen mal heruntergeladen. Zum Vergleich: Chrome wurde über eine Milliarde mal (vor-)installiert und Firefox ganze 100 Millionen mal.

Allerdings muss erwähnt werden, dass Edge auch erst im November für Mobilgeräte gestartet ist und gar erst vor kurzem für iPad und Android Tablets. Freuen dürfte uns als User aber in jedem Fall, dass Microsoft so emsig daran arbeitet, sich am Markt hochzuarbeiten: Edge wird immer besser, gilt als durchaus führend beim Energiesparen, beim privaten Browsen und bei der Geschwindigkeit - und mal im Ernst: Wer hätte das nach der jahrzehntelangen Häme für den Vorgänger Internet Explorer schon gedacht?

Hier gibt es ein gutes Video zu der Frage, warum Microsoft überhaupt noch in den Browsermarkt drängt - der längst gesättigt war - und welche Vorteile Edge bietet:

Quelle: The Verge

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