Struktureller Umbau

Ausgezwitschert: Twitter stellt Video-App Vine ein

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Wie der Microblogging-Dienst Twitter jetzt offiziell bestätigt hat, wird die Video-App Vine in den kommenden Monaten eingestellt. Die Webseite soll jedoch auch danach noch eine Zeit lang erreichbar sein, um den Nutzern die Chance zu geben, die Lieblingsvideos vor dem endgültigen Aus herunterladen zu können. Doch damit nicht genug, denn es gibt noch weitere schlechte Nachrichten.

Bei dem Kurznachrichten-Service Twitter geht es schon seit einiger Zeit drunter und drüber. Vor knapp einem Jahr mussten rund acht Prozent der Mitarbeiter entlassen werden, damit sich das Unternehmen finanziell neu aufstellen konnte. Dieser strukturelle Umbau führte jedoch nicht zu dem gewünschten Ergebnis, weshalb jetzt weitere Sparmaßnahmen durchgeführt werden. Laut verschiedenen amerikanischen Medien sollen etwa 300 weitere Mitarbeiter in den kommenden Wochen ihre Kündigung erhalten. Durch diesen Schritt soll das Unternehmen profitabler und die anhaltenden Verluste minimiert werden.

Stellenabbau, finanzielle Verluste und weitere Probleme

Die geplanten Entlassungen und die Einstellung der Video-App Vine zeigen deutlich, dass Twitter derzeit akut unter Druck steht. Alleine im dritten Quartal dieses Jahres verzeichnete der Kurznachrichten-Service einen Verlust von 103 Millionen US-Dollar. Zwar wuchs der Umsatz zeitgleich um rund acht Prozent auf aktuell 616 Millionen Dollar an, doch bedingt durch die stetig wachsenden Ausgaben soll sich auch diese Zahl in den kommenden Monaten deutlich verringern. Hinzu kommt, dass der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 45 Prozentpunkte eingebüßt hat.

Die Einstellung der Vine-App, die seit dem Jahr 2012 zu Twitter gehört, wird vielen Nutzern sicherlich nicht gefallen, jedoch scheint sie unabdingbar, um weitere Verluste zu verhindern. Der Hype um die Video-App ist zudem bei weitem nicht mehr so stark, wie noch vor ein bis zwei Jahren. Stattdessen will sich Twitter in Zukunft mehr auf die Livestreaming-App Periscope fokussieren. Wann Vine endgültig abgeschaltet wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. Es ist aber trotzdem ratsam, alle gewünschten Inhalte bis Anfang 2017 zu sichern, damit diese beim Abschalten der Server nicht endgültig verloren gehen.

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