Videos drehen im Prisma-Style

Besser als Prisma? Mit Artisto spektakuläre Videos aufnehmen

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

So wie Prisma, aber mit Videos: Mit Artisto lassen sich ganze Videos mit vielen der bereits aus genannter Foto-App bekannten Vorlagen kunstvoll verfremden. Die Ergebnisse sind ähnlich spektakulär - wie sich die kostenlose und werbefreie App finanziert und was genau mit den Nutzerdaten geschieht ist aber, genau wie bei Prisma, noch nicht ganz klar.

Artisto nutzt die Prisma-Technik

Vor einigen Wochen erst haben wir euch mit Prisma eine Foto-App vorgestellt, die die Herzen unzähliger Hobby-Fotografen im Sturm erobert hat. Allein im Google Play Store wurde die App, mit deren Hilfe Aufnahmen anhand künstlerischer Vorlagen verfremdet werden, bis heute über 10 Millionen Mal heruntergeladen. Mit Artisto gibt es jetzt eine App für Android und iOS, die genau dies auch mit Videos ermöglicht.

Artisto verwendet prinzipiell die gleiche Technik, wie der geistige Vater Prisma: Anstatt lokal Farbfilter über die Aufnahme zu legen, wird das unbearbeitete Video auf die firmeneigenen Server geschickt, um dort über ein neuronales Netzwerk nach Vorgabe des ausgewählten Themas (beispielsweise im Stile eines Van Gogh oder Dali) neu berechnet zu werden. Wie auch schon bei Prisma sind die dadurch erzielten Ergebnisse schlichtweg verblüffend.

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Interface ohne Schnörkel - sofort loslegen

Neben einem Aufnahme- sowie einem Blitz-Button und einer Funktion zum Umschalten zwischen Haupt-und Frontkamera wird dem Anwender lediglich das leider arg verpixelte eingefangene Bild am oberen Rand der Benutzeroberfläche angezeigt. Eine Möglichkeit zum Hochladen von außerhalb der App aufgenommenen Videos gibt es leider nicht. Auch ist das Format des Videos - und das ist eine weitere Gemeinsamkeit mit Prisma - nicht variierbar.

Die Aufnahme endet automatisch nach zehn Sekunden, woraufhin der User sich für eine der derzeit 14 Vorlagen entscheiden kann, auf dessen Grundlage das Bild von der künstlichen Intelligenz neu berechnet wird. Zum Testzeitpunkt brauchte die App auf einem handelsüblichen Smartphone mit Android 4.3 dafür nur wenige Sekunden und war damit sogar schneller als Prisma.

Was passiert mit meinen Daten?

Zum Thema Datenverwendung und Finanzierung äußert sich der Hersteller bisher nicht sonderlich detailliert. Wer seine Daten nur ungern preisgibt, sollte über eine Installation der App lieber zwei Mal nachdenken.

Wie steht es mit dem Datenschutz?

Im Anschluss erwartet den User noch die Möglichkeit, das Video zu schneiden und gegebenenfalls per Share-Button in sozialen Medien zu teilen. Lokal abgelegt wird die Aufnahme zudem automatisch in der Galerie und kann von dort aus jederzeit wieder aufgerufen und auf Wunsch erneut neural gepimpt werden.

Eine gesunde Portion Skepsis ist allerdings auch bei Artisto hinsichtlich der Datenverwendung angebracht. Der Hersteller äußert sich in diesem Zusammenhang jedenfalls eher nebulös: In nur wenigen, schwammigen Worten erklärt dieser in seiner Privacy Policy, wofür die vom Nutzer gesammelten Daten überhaupt verwendet werden.

Dass mit den persönlichen Daten - immerhin landen selbst die Videos zum Bearbeiten auf den Firmenservern - in irgendeiner Form Geld verdient wird, ist alles andere als abwegig. Zumal die App ansonsten komplett ohne Werbeeinblendungen auskommt und auch ansonsten keine kostenpflichtige Premium-Option anbietet.

Prisma Labs kündigt eigene Videofunktion an

Für die App ist kein High-End-Smartphone notwendig, der zur Umformung der Videos nötige Rechenaufwand fällt schließlich serverseitig an. Schon auf Geräten mit iOS 8.0 und Android 4.2 läuft die Anwendung problemlos. Im Übrigen hat Prisma Labs in der Zwischenzeit gegenüber Bloomberg enthüllt, ein ähnliches Video-Feature für ihre Erfolgs-App nachzureichen. Sobald es erscheint, erfahrt ihr es hier.

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