50 Millionen Mal installiert

Betrug im Play Store: Gefälschte Navi-Apps zocken Autofahrer ab, warnt Forscher

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Navi-Anwendungen gibt es im Google Play Store wie Sand am Meer – und viele davon sind offenbar Betrugs-Apps, die euch mit billigen Maschen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Über 50 Millionen davon sollen inzwischen installiert worden sein – das jedenfalls will jetzt ein Malware-Forscher des IT-Unternehmens 'ESET' herausgefunden haben.

Fahrt ihr am Wochenende weg? Auf einen Ausflug, zu Freunden oder zur Familie? Falls ja, werdet ihr vermutlich auf eine Navigations-App zurückgreifen, die euch den richtigen Weg weist, das Tempolimit vorbetet und mitunter sogar vor Radarfallen warnt. Navi-Apps sind nützlich, sogar wenn man den Weg schon kennt.

Frech: Diese App verlangt 99 Cent für Dienste, die andere Apps, zum Beispiel Google Maps, ohnehin gratis anbieten.  

Quelle:  Bereitgestellt von ESET 

Frech: Diese App verlangt 99 Cent für Dienste, die andere Apps, zum Beispiel Google Maps, ohnehin gratis anbieten.  

Quelle:  Bereitgestellt von ESET 

Nicht umsonst befindet sich auf den meisten Smartphones mindestens eine - und sei es Google Maps. Für Trittbrettfahrer ein gefundenes Fressen, wie der Sicherheitsforscher Lukas Stefanko vom IT-Sicherheitsunternehmen 'ESET' jetzt herausgefunden hat.

Über "15 kostenpflichtige, gefälschte Navi-Apps" will er ausgerechnet im vermeintlich sicheren Google Play Store ausfindig gemacht haben. Drei der mutmaßlichen Schwindler findet ihr im Aufmacherbild, dass uns das Unternehmen zur Verfügung gestellt hat. Diese seien nicht etwa hilfreiche Neuentwicklungen. Vielmehr missbrauchten sie das kostenlose Google Maps für ihre Zwecke, kaschierten ihren Betrug allenfalls durch kosmetische Anpassungen - wenn überhaupt:

"Manche der Apps verzichten sogar darauf, ein eigens gestaltetes App-Icon zu verwenden, sie verschleiern also noch nicht einmal ihre Herkunft", so die IT-Firma in einer Pressemeldung.

Versprochene Zusatzfunktionen wie Kartographiemöglichkeiten, Kompass oder Tacho gebe es entweder überhaupt nicht oder seien so rudimentär angelegt, dass sie dem Anwender keinen wirklichen Nutzen böten.

Ein Teil der beanstandeten Apps verlange vom Anwender zudem Zugriffsrechte auf die Kontakte und das Telefonbuch - für das Funktionieren einer Navigations-App absolut unnötig und ein Hinweis darauf, dass hier etwas nicht stimmen könnte. Stefanko schließt aus alldem, dass der eigentliche Zweck dieser Apps sei, Geld durch Werbung zu verdienen. Solche Apps verstoßen eindeutig gegen die Google-Richtlinien für den Play Store, meint er.

Wählt mit Bedacht, auch im Google Play Store

Was folgt daraus? Ganz klar: Nicht gedankenlos jede App herunterladen, stets die App-Beschreibung lesen und spätestens bei den Berechtigungsanfragen auf der Hut sein - das gilt auch in angeblich sicheren Häfen wie dem Google Play Store. Eine Binsenweisheit? Offenbar nicht: Laut 'ESET' sind besagte Apps bereits mehr als 50 Millionen Mal installiert worden.

Fragt euch außerdem nach dem Mehrwert. In diesem Fall: Was kann diese App mir bieten, was das ohnehin schon installierte Google Maps nicht kann? Das zeigt zwar weder Blitzer noch Tempolimits an, doch was nicht ist, kann ja noch werden.

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