Schluss mit den Nachfragen

Browser-Benachrichtigungen: Chrome und Firefox gehen gegen nervige Pop-ups vor

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von Michael Springer -

Gefühlt jede zweite Webseite will heute beim ersten Besuch vom User wissen, ob er künftig Browser-Benachrichtigungen von ihr empfangen möchte. Nein, lautet so gut wie immer die Antwort – die nervigen Nachfragen sollen deshalb in Zukunft eingeschränkt werden.

Alle Medien und Medienplattformen kämpfen um die Aufmerksamkeit der Kunden, der Leser und Zuschauer. Ob Reddit, YouTube oder die weltberühmte New York Times: Jedes Unternehmen möchte, dass die Menschen möglichst viel Zeit mit ihren Produkten verbringen. Es geht um Reichweite, Werbung und damit letztlich natürlich um Geld.

Seit einiger Zeit setzen Internetseiten und Webportale deshalb unter anderem auch auf die sogenannten Browser-Benachrichtigungen. Sie erfragen dabei, ob sie dem User übergelagerte Push-Benachrichtigungen servieren dürfen, sobald es auf ihrer Seite etwas Neues gibt (ja, auch wir sind hier nicht ganz unschuldig). Die direkte Kommunikation kann Besucher zurückholen und binden – das wirkt auf den Betreiber jeder Webseite verlockend.

Benachrichtigungen im Browser: Nein danke, lautet zu 97 Prozent die Antwort

Deutlich weniger verlockend wirkt das aber offenbar auf die Nutzer selbst. Zwar können Browser-Benachrichtigungen in bestimmten Anwendungsbereichen zu einer verbesserten Nutzererfahrung beitragen, etwa wenn sie auf neue Einträge im Online-Kalender oder auf neue Messages in webbasierten Chats und Backends hinweisen. Doch in den allermeisten Fällen entscheiden sich die User gegen sie: Mozilla hat festgestellt, dass die Beta-Tester des Firefox-Browsers die Benachrichtigungs-Erlaubnis zu 97 Prozent nicht erteilten – knapp jeder fünfte Nutzer verließ die Webseite sogar direkt, wenn eine entsprechende Nachfrage aufpoppte (der Beobachtungszeitraum belief sich auf einen Monat).

Browser Benachrichtiungen Nachfrage in Firefox

Nur ein Beispiel: Nicht nur Reddit fragt nach den Browser-Benachrichtigungen, Millionen anderer Webseiten ebenso.  

Quelle: (Screenshot) 

Browser Benachrichtiungen Nachfrage in Firefox

Nur ein Beispiel: Nicht nur Reddit fragt nach den Browser-Benachrichtigungen, Millionen anderer Webseiten ebenso.  

Quelle: (Screenshot) 

Natürlich spiegeln die Teilnehmer des Firefox-Beta-Tests wohl kaum den durchschnittlichen Internetnutzer wider. Dass der Trend dennoch viel zu eindeutig ist, um ihn einfach zu ignorieren, haben auch die Browserhersteller eingesehen. Firefox und Chrome wollen deshalb künftig gegen ausufernde Benachrichtigungs-Nachfragen vorgehen und betroffenen Webseiten die programmtechnische Erlaubnis zur Nachfrage nur dann erteilen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Mozilla könnte das Pop-up nur dann genehmigen, wenn der Nutzer bereits mit der Seite interagiert hat, etwa per Klick auf eine Schaltfläche oder per Eingabe in ein Textfeld – beim bloßen Scrollen wäre dann keine Nachfrage möglich. Auch ein separater Button zur Aktivierung des Features sei denkbar. Google wählt offenbar einen eher technischen Ansatz: Nur wenn Webseiten als sogenannte 'Progressive Web Apps' (PWA) installiert sind, also mit weitreichender Interaktivität und Funktionalität daherkommen, dürfen sie um eine solche Erlaubnis bitten – auf die allermeisten Seiten würde das nicht zutreffen. Welcher Weg der bessere ist, darüber sind die Kontrahenten sich alles andere als einig.

So könnt ihr euch jetzt schon helfen

Standardmäßig lassen sowohl Chrome als auch Firefox die Nachfragen momentan noch zu. Dank der erweiterten Programmeinstellungen könnt ihr euch der Pop-ups allerdings schon jetzt entledigen. Bei Chrome ruft ihr dazu die Einstellungen auf, scrollt anschließend nach unten, klickt auf 'Erweitert' und folgt dann dieser Anleitung:

Browser Benachrichtigungen deaktivieren in Chrome

Browser-Benachrichtigungen in Chrome deaktivieren: In den Einstellungen auf 'Erweitert' klicken und nach unten scrollen - dort findet ihr die weiteren Menüs.

Quelle: (Screenshot) 

Browser Benachrichtigungen deaktivieren in Chrome

Browser-Benachrichtigungen in Chrome deaktivieren: In den Einstellungen auf 'Erweitert' klicken und nach unten scrollen - dort findet ihr die weiteren Menüs.  

Quelle: (Screenshot) 

In Firefox seid ihr etwas schneller am Ziel, auch hier führt der Weg über die Einstellungen des Browsers:

Browser Benachrichtigungen deaktivieren in Firefox

Browser-Benachrichtigungen in Firefox deaktivieren: In den Einstellungen den Bereich 'Datenschutz und Sicherheit' ansteuern und dann unseren Hinweisen folgen.

Quelle: (Screenshot) 

Browser Benachrichtigungen deaktivieren in Firefox

Browser-Benachrichtigungen in Firefox deaktivieren: In den Einstellungen den Bereich 'Datenschutz und Sicherheit' ansteuern und dann unseren Hinweisen folgen.  

Quelle: (Screenshot) 

Quelle: CNET

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