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Chatten via Desktop: Threema Web vs. WhatsApp Web

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Die WhatsApp-Alternative aus der Schweiz, Threema, bietet für Nutzer der Android-App-Version nun ebenfalls einen Web-Client an, der alle Unterhaltungen und Kontakte auf den Desktop transferiert.

Zwei Jahre nach dem Start von WhatsApp Web ziehen die Entwickler von Threema nach und schlagen beim Launch ihrer Version eines Web-Clients nicht eben leise Töne an: "Wie von Threema nicht anders zu erwarten, wurde bei der technischen Umsetzung von Threema Web nicht nur auf grösstmögliche Sicherheit, sondern genauso auf maximale Datensparsamkeit geachtet", ist auf dem Threema-Blog zu lesen.

Nice to know

Der Name "Threema" basiert auf der Abkürzung EEEMA die für "End-to-End Encrypted Messaging Application" steht.

Damit spielt das Unternehmen auf den Kern seiner Verkaufstaktik an, denn Sicherheit, unter anderem die Nutzung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wurde direkt von Anfang an in die App integriert. Ganz im Gegensatz zu WhatsApp, die diese Form des Privatsphäre-Schutzes erst im April vergangenen Jahres einführten.

Threema punktet mit Transparenz

Laut Angaben von Statista wurde die Threema-App (Stand: April 2016) insgesamt von vier Millionen Usern zum Verschicken von Nachrichten genutzt. Im Vergleich zu WhatsApp mit einer Nutzer-Anzahl von über einer Milliarde wirkt Threema zwar wie ein Zwerg in der Branche, jedoch verfolgen die Schweizer App-Hersteller ein anderes Geschäftsmodell und kassieren für den Download ihrer Applikation 2,99 €, während WhatsApp kostenlos ist.

Beide Anbieter erlaubten die Möglichkeit, dass der User selbst prüfen könne, ob seine Voicecalls und Nachrichten verschlüsselt sind. Mehr Informationen dazu gibt WhatsApp auf seiner Security-Seite und Threema im FAQ-Bereich. Gerüchte zu Beginn des Jahres, dass Whatsapp als Facebook-Tochter absichtlich eine Hintertür in die Chat-App eingebaut habe, um Zugriff auf private Nachrichten zu ermöglichen, konnten bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Allerding war das mediale Echo gewaltig, was durchaus der Verbindung zu dem großen Daten-Profiteur Facebook zugeschrieben werden kann. Da Threema kostenpflichtig ist, hat das Unternehmen den Verkauf von User-Daten gar nicht nötig. (Anm. d. Red.).

WhatsApp Web im Browser

QR-Code-Scan für WhatsApp Web.

(Screenshot)  Whatsapp 

Threema Web im Browser

Threema-Version des Web-Clients.

(Screenshot)  Threema 

WhatsApp Web im Browser

QR-Code-Scan für WhatsApp Web.

(Screenshot)  Whatsapp 

Threema Web im Browser

Threema-Version des Web-Clients.

(Screenshot)  Threema 

Direktverbindung von Smartphone und PC

Sowohl Threema als auch WhatsApp arbeiten beide mit dem Einscannen von QR-Codes auf dem Desktop um Browser und Mobilgerät miteinander zu verbinden. Im Anschluss stehen die gesamten Konversationsverläufe auch auf dem Desktop vollständig zur Verfügung und Chats können komfortabel über die Tastatur statt mit dem Ein-Finger-Tap-System fortgeführt werden.

Übrigens...

Wer den QR-Code nicht immer wieder einscannen möchte, kann im Browser ein Session-Passwort festlegen.

Zurzeit besteht ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Web-Clients vor allem darin, dass Threema den Dienst zunächst (weitere Plattformen seien in Vorbereitung) nur für die Android-Version anbietet. WhatsApp Web hingegen funktioniert zusätzlich auf iPhones und Windows Phones.

So geht ihr vor, um die Web-Clients auszuprobieren:

  1. Ruft die Seite web.threema.ch oder web.whatsapp.com auf
  2. Wählt in der jeweiligen App im Einstellungsmenü das Web-Feature aus, um den Scanner zu aktivieren.
  3. Scant mit dem Smartphone den auf der Webseite angezeigten Code ein.

In unserem Test haben sich im Vergleich keine nennenswerten Unterschiede ergeben, lediglich der Funktionsumfang der ursprünglichen Apps weicht voneinander ab. So lassen sich in Threema beispielsweise Umfragen und Abstimmungen erstellen und auch das vollkommen anonyme Chatten – ohne die Handynummer des Anderen kennen zu müssen – ist im schweizerischen Modell eine Option.

Was die populären Chat-Dienste 'Facebook Messenger', 'WhatsApp' sowie 'Viber' voneinander unterscheidet, haben wir euch übrigens in diesem Artikel zusammengefasst.

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