Cliqz sammelt Nutzerdaten

Cliqz: Empfehlungs-Tool für Mozilla Firefox wertet Surf-Aktivitäten aus

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

'Cliqz', ein Mozilla Firefox-Add-on, das Nutzerdaten sammelt und Empfehlungen sowie Neuigkeiten einblendet, wird diese Woche bei einem Prozent der neuen Nutzer automatisch aktiviert. Mozilla beteuert unterdessen, dass die gewohnte Anonymität dennoch gewährleistet ist.

Bereits vor einem Jahr hatte Mozilla in die Münchner Firma 'Cliqz' investiert - und jetzt soll der erste größere öffentliche Testlauf mit deren Empfehlungs-Tool für Firefox-Nutzer durchgeführt werden. Noch diese Woche soll das Add-on bei knapp einem Prozent der deutschen Nutzer, die sich den Browser über die offizielle Seite herunterladen, automatisch vorinstalliert sein.

Privatsphäre laut Mozilla weiterhin geschützt

Mit aktiviertem 'Cliqz' werden noch während des Schreibens Informationen im Browser eingeblendet. Um genauere Ergebnisse liefern zu können, muss Firefox dafür Nutzerdaten erheben.  

Quelle: (Screenshot)  Mozilla 

Mit aktiviertem 'Cliqz' werden noch während des Schreibens Informationen im Browser eingeblendet. Um genauere Ergebnisse liefern zu können, muss Firefox dafür Nutzerdaten erheben.  

Quelle: (Screenshot)  Mozilla 

Das Tool blendet bei diesen Nutzern dann Empfehlungen und Neuigkeiten ein, noch während sie etwas in die Adresszeile eingeben. Dies könnten zum Beispiel Nachrichten, Wetterinformationen oder Sport-News sein. Dafür werden natürlich Daten bezüglich der Surfaktivitäten gesammelt - denn woher soll der Browser sonst wissen, was dem Nutzer gefällt? Auch Standortdaten, etwa um das örtliche Wetter zu bestimmen, werden übermittelt.

Intuitiv widerspricht dieses Vorgehen erst einmal dem, wofür Mozilla in den Augen vieler Nutzer eigentlich steht: Transparenz, Anonymität und größtmögliche Kontrolle über die eigenen Daten. Wohl auch aus diesem Grund tritt Mozilla jetzt die Flucht nach vorne an und erklärt Hintergrund und Funktionsweise in einem Blog-Post.

Demnach sollen "verschiedene Verfahren" zum Einsatz kommen, die sensible Nutzerinformationen vor der Übermittlung an die Cliqz-Server entfernen. Surf-Profile würden mithilfe der übermittelten besuchten URLs zudem nicht angelegt und IP-Adressen gelöscht. Diejenigen, denen das neue Tool trotzdem nicht geheuer ist, können es ganz einfach über einen Klick auf das Zahnrad-Symbol neben der Adressleiste wieder abschalten. Wie der Browser ist auch Cliqz ein Open-Source-Projekt. Der gesamte Code ist also öffentlich zugänglich und kann bei Github eingesehen werden.

Hier erfährst du mehr über: Browser und Datenschutz

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