Überraschendes Ergebnis von Stiftung Warentest

Defender, kostenloses Antivirenprogramm oder Bezahlversion – was denn nun?

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Wer Geld in kostenpflichtige Security-Software für Windows 10 investiert, der erwartet dadurch besser geschützt zu sein. Aber ist dem auch wirklich so? Stiftung Warentest hat insgesamt 18 Programme getestet, darunter auch den Windows Defender und vier kostenlose Lösungen.

Kürzlich äußerten sich ein ehemaliger Mozilla-Entwickler recht drastisch zum Einsatz von Antivirenprogrammen. Das Problem sei, dass die Programme die Entwicklung sicherer Browser sogar behindern würden. Ihre Empfehlung: Browser und Betriebssystem regelmäßig aktualisieren, am besten durch die Aktivierung automatischer Updates, und ansonsten keinerlei zusätzlichen Schutzmaßnahmen von Drittanbietern installieren.

Stiftung Warentest bewertet den Defender mit 3,0

Windows Defender, der hauseigene Gratis-Schutz von Microsoft, hat allerdings bei einer Prüfung durch Stiftung Warentest keinen guten Eindruck hinterlassen. Mit einer Note von 3,0 lag der Defender hinter den kostenlosen Programmen AVG Antivirus Free (2,3) und Avira Free Antivirus (2,4). Der Defender schütze nur mittelmäßig vor Cyber-Angriffen und müsse ergänzt werden.

Insgesamt wurden im Test über 14.000 Schädlinge auf den Rechner abgefeuert, um zu testen, wie gut die Software diese erkennt. Des Weiteren ließ man 40 Ransomware- und 40 Phishing-Attacken auf den Rechner los, um zu prüfen, ob die Software sie rechtzeitig stoppt, bevor sie Schaden anrichten können.

Erfreulicherweise stellt die Test-Institution fest, dass sich die Qualität der Antiviren-Tools grundsätzlich verbessert hat – 12 von 18 Kandidaten erhielten das Urteil "gut" in der Kategorie "Schutz". Außerdem verlangsamen sie den Computer nicht mehr so stark wie früher. Testsieger ist das Schutz-Paket "Norton Security Standard" mit der Gesamtnote 1,9. Zu einem Preis von 23 Euro (Ein-Jahres-Lizenz) zählt das Programm außerdem zu einem recht preisgünstigen Kandidaten.

Kaufen oder nicht kaufen?

Obwohl zwei der vier Gratis-Tools gut abschnitten, haben Kaufversionen weitere Vorteile, die den ein oder anderen User – in Abhängigkeit seiner Online-Aktivitäten – überzeugen könnten, doch ein paar Euro jährlich für den eigenen Schutz auszugeben. Denn während sich die kostenlosen Versionen auf den Basis-Schutz vor Schädlingen konzentrieren, bieten Kaufprogramme häufig weitere Zusatzfunktionen. Zum Beispiel extra gesicherte Browser-Fenster beim Geld-Transfer. Kaufinteressenten gibt Stiftung Warentest einen zusätzlichen Tipp: Wer die Software direkt beim Anbieter herunterlädt, zahlt meistens drauf. Im Handel dagegen geht es um Preisvorteile, wodurch die Preise günstiger sind.

Sag uns deine Meinung!

Um einen Kommentar zu verfassen, melde Dich an oder registriere Dich jetzt auf Netz.de!

Das könnte dich auch interessieren!
Werbung
Ab ins Netz mit dir