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Die besten VR Apps für Google Cardboard

Geschätzte Lesezeit: ca. 6 Minuten

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Auch ohne Oculus Rift oder HTC Vive lässt sich VR-Feeling erzeugen: Mit einer Cardboard-Halterung für Smartphones könnt ihr 360°-Bilder, -Videos und -Games genießen, ohne tief in den Geldbeutel zu greifen. Wir haben für euch die besten Apps herausgesucht, um mit Cardboard in virtuelle Gefilde abzutauchen.

Mediaplayer für 360° Bilder und Videos

Ihr habt verschiedene Quellen für Filme und Fotos mit Rundum-Ansicht, aber euch fehlt noch eine App, um diese Medien auf dem Smartphone abzuspielen? Wir stellen euch verschiedene Optionen für Android und iOS vor:

1. "VR Media Player - 360° View"

Diese Android-App öffnet alle möglichen Bild- und Filmformate, die auf eurem lokalen Speicher liegen, ist aber (wie der Name schon verrät) auf das Abspielen von 360° Panorama-Aufnahmen spezialisiert. Es stehen euch verschiedene Modi zur Verfügung, wie die Betrachtung durch diverse Fish-lenses. In puncto stereoskopischer Ansicht - also bei jeweils einem Bild pro Auge - könnt ihr zwischen Side-by-Side (links und rechts nebeneinander) oder Over-Under wählen.

2. "VaR’s VR Video Player"

Ebenfalls mit einer recht guten Bewertung schneidet der VaR’s VR Video Player im Google Play Store ab. Hin und wieder berichten User zwar, dass die App abstürzt, jedoch lassen die regelmäßigen Updates darauf schließen, dass das Entwickler-Team konstant an den Problemen arbeitet. Der Grundtenor ist recht positiv: In unserem Test lief der Player stabil und stürzte nicht ab. Außerdem spielt er ebenfalls problemlos diverse Formate im Splitscreen ab.

3. "MoonVRplayer-multifunktionale"

Trotz der schlechten Übersetzung der Beschreibung im Play Store - was manchmal etwas Skepsis verursacht - konnte uns dieser Player im Test dennoch überzeugen. Neben dem reinen Abspielen von Filmen und dem Anzeigen von Fotos aus dem Smartphone-Speicher kann der MoonVRplayer via AirPlay auch Inhalte von anderen iOS/OS X-Geräten aufs iPhone ziehen.

VR Medien von TV-Sendern

Im Oktober 2016 ist die Virtual-Reality-App des Pay-TV-Anbieters Sky für iOS und Android an den Start gegangen. Einige Filmausschnitte - darunter auch exklusive Inhalte von Kooperationspartnern - können kostenlos angeschaut werden. So präsentiert Fußballer David Beckham beispielsweise einige der größten Sportevents rund um den Globus durch VR-Konzept. In der Kategorie "Sky Exklusives" sind darüber hinaus diverse Eigenproduktionen des Bezahlsenders zu finden. Es kann zwischen normaler Ansicht (ohne Brille) und Cardboard-Ansicht geswitcht werden. Möglich ist sowohl das Streamen als auch das Herunterladen der VR-Szenen.

Auszug aus dem aktuellen Angebot: Szene aus Dschungelbuch, Hamilton im F1 Mercedes auf der Rennstrecke, Szene aus dem Animationsfilm "Invasion!", eine Prise Horror durch die First-Person-View-Szenarien "Black Mass Experience" und "Abe" oder 360°-Ansichten aus der Sky News-Sparte wie beispielsweise über die Flüchtlingssituation in Lesbos.

Sky VR App Screenshot

Sky VR Horroszene im First-Person-View: Ist der Roboter dein Freund oder Feind?

(Screenshot)  Sky VR 

ARTE360 Screenshot

ARTE360 zeigt unter anderem VR-Aufnahmen einer Notaufnahme für Flüchtlinge.

(Screenshot)  ARTE360 

WDR 360 VR Screenshot

Der Kölner Dom in Rundum-Ansicht: WDR 360 VR App.

(Screenshot)  WDR 360 VR 

Sky VR App Screenshot

Sky VR Horroszene im First-Person-View: Ist der Roboter dein Freund oder Feind?

(Screenshot)  Sky VR 

ARTE360 Screenshot

ARTE360 zeigt unter anderem VR-Aufnahmen einer Notaufnahme für Flüchtlinge.

(Screenshot)  ARTE360 

WDR 360 VR Screenshot

Der Kölner Dom in Rundum-Ansicht: WDR 360 VR App.

(Screenshot)  WDR 360 VR 

Der deutsch-französische Fernsehsender ARTE, der hauptsächlich für Dokumentationen bekannt ist, bringt mit "ARTE360" die anspruchsvollen Inhalte ebenfalls als VR-Erlebnis auf euer Mobilgerät. Zu erleben gibt es einen Winter in Venedig, ein Ballettstück von Giuseppe Verdi, Schatzsuche in Thailand, Festival-Aufzeichnungen und vieles mehr. Wie bei Sky VR können auch bei ARTE360 Inhalte heruntergeladen werden, allerdings können fünfminütige Filme schnell 648 MB groß werden - plant dafür also einiges an Speicherplatz ein. Mit der Qualität der Szenen waren wir in unserem Test nicht allzu glücklich: Viele Aufnahmen sind etwas unscharf und ihr müsst das Smartphone auf den Boden richten, um im Video geradeaus zu schauen.

"ZDF VR" nutzt das gleiche Layout wie ARTE360, lediglich das Angebot verändert sich entsprechend. Hier findet ihr zum Beispiel Bildmaterial zur Berlinale, Ausschnitte aus dem Neo Magazion Royale mit Jan Böhmermann, Konzerte, Sportszenen und vieles mehr. Die App gibt es außerdem in einer zweiten Version namens "ZDF VR Daydream" und ist – wer hätte es gedacht – mit Googles Virtual-Reality-Brille Daydream (69 Euro) kompatibel, die als Kombination aus Headset und Controller eine intensivere Immersion ermöglicht als Cardboard. Dafür muss euer Smartphone allerdings ebenfalls Daydream-kompatibel sein. Dazu zählen: Mate 9 Pro (Huawei), Axon 7 (ZTE), Pixel /Pixel XL (Google), Moto Z (Motorola). Demnächst auch das ZenFone AR von Asus.

Die App vom Westdeutschen Rundfunk, "WDR 360 VR" ist zum jetzigen Zeitpunkt eher unspektakulär, außer ihr interessiert euch für den Kölner Dom, denn es dreht sich alles in der App um diese Kathedrale. Ihr könnt euch das Bauwerk, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, in Bildern und Geschichten betrachten. Das Domprojekt steht seit dem 11. April 2017 im App Store und bei Google Play zur Verfügung. Für die Samsung Gear VR und Google Daydream werden zukünftig (April/Mai 2017) separate Apps erscheinen, die mit der jeweiligen Hardware kompatibel sind.

InCell VR Screenshot

Bei InCell VR handelt es sich um ein Racing-Game für Cardboard. Gesteuert wird ganz einfach per Kopfbewegung nach links und rechts.

Quelle: (Screenshot)  InCell VR / Nival 

InCell VR Screenshot

Bei InCell VR handelt es sich um ein Racing-Game für Cardboard. Gesteuert wird ganz einfach per Kopfbewegung nach links und rechts.  

Quelle: (Screenshot)  InCell VR / Nival 

VR-Games für Cardboard

Mit nur 68,46 MB ist "InCell VR" ein Cardboard-Game, das relativ wenig Speicherplatz beansprucht. Ihr befindet euch in einem Mikrokosmos und müsst die Zerstörung von Zellen verhindern. Neben einem gewissen Unterhaltungswert lernt ihr durch das kostenlose VR-Spiel also auch ein bisschen was. Habt ihr das Smartphone ins Cardboard gesteckt, steuert ihr innerhalb des Racing-Games einfach per Kopfbewegung - es ist also nicht nötig das Display zu berühren. Zu haben ist InCell VR sowohl für Android als auch für iOS. Vom gleichen Entwickler stammen außerdem die Cardboard-Spiele "InMind VR" sowie "InMind VR2".

Irgendwie scheint der Mikrokosmos unserer Welt ein beliebtes Thema zu sein, denn auch im Spiel "GermBuster VR" geht es um kleinste Bestandteile - in diesem Fall um schleimige Bakterien-Monster, die beseitigt werden müssen. Der Clou dabei besteht darin, dass ihr neben Google Cardboard auch eine Waffe nutzen könnt: RealControl. Dabei handelt es sich um einen Controller aus Pappe, den man praktischerweise sogar selbst basteln kann. Die Blaupause dafür findet ihr hier: www.realiteer.com und eine Video-Bastelanleitung hier:

(@die_spoent_wohl)
Tipp

Alle vorgestellten Apps wirken sich wesentlich stärker auf den Stromverbrauch aus, als die normale Handynutzung. Bevor ihr regelmäßig einen Player nutzt oder Games zockt, solltet ihr über die Anschaffung einer Powerbank nachdenken.

Hier erfährst du mehr über: Virtual Reality und Google

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