Die Zukunft ist faltbar

Die Zukunft von Android: Google setzt auf diese 7 Technologien

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von Michael Springer -

Android dominiert den Weltmarkt für Smartphone-Betriebssysteme, auch wenn Konkurrent iOS in einigen wenigen Ländern die Nase vorn hat. Nun benennt das Mutterunternehmen Google sieben Faktoren, die die Zukunft der Geräte aus beiden Lagern prägen dürften.

Android oder iOS? Eine scheinbar simple Frage, die in stundenlange Diskussionen münden kann. Zwar läutete das iPhone seinerzeit die Ära der modernen Smartphones ein, doch Apples umjubeltes Handy blieb nicht lange ohne Konkurrenz: Android sicherte sich im Laufe der Jahre in Puncto Markanteil die Pole Position. In einem Blogpost hat Marktführer Google jetzt dargelegt, welche sieben Technologien für die nahe Zukunft der Android-Smartphones maßgeblich sein werden.

Foldables: Das Smartphone neu definieren

Stellt euch vor, ihr könntet die Displayfläche eures Smartphones auf Wunsch einfach verdoppeln. Nichts Geringeres versprechen die sogenannten 'Foldables', die neuen faltbaren Smartphones. Während frühere Modelle dieses Typs noch wenig ausgereift wirkten – die Geräte ließen sich nicht komplett falten, die Software war fehleranfällig –, zeigt das jüngst vorgestellte 'Samsung Galaxy Fold', welche Fortschritte die Industrie in kurzer Zeit bereits gemacht hat.

In der einen Sekunde ein handliches Mobiltelefon, im nächsten Moment ein Tablet für Videokonferenzen und zum Filmegucken: Foldables könnten die Ansprüche daran, was ein Smartphone zu bieten haben sollte, grundlegend verändern – so wie einst das iPhone. Die ersten Modelle werden zwar noch in der Luxussparte angesiedelt sein (das Galaxy Fold soll immerhin rund 2.000 Euro kosten), doch im Laufe der Zeit dürfte die Technik dahinter immer günstiger werden. Deshalb erwartet auch Google, dass wir zukünftig deutlich mehr von dieser Technologie zu sehen bekommen.

5G: Das Netz der Zukunft

5G, die neueste und bisher schnellste Mobilfunk-Technik soll viel: Die fünfte Generation des Mobilfunks soll den Vorgänger LTE in Puncto Geschwindigkeit, Latenz und Abdeckung um Welten hinter sich lassen. 5G soll ein "Echtzeit-Internet" liefern, es soll mehrere Gigabyte in wenigen Sekunden bereitstellen, es soll Latenzzeiten von unter einer Millisekunde erlauben. Es soll in der Telemedizin und bei autonomen Fahrzeugen Dinge möglich machen, die bis jetzt unmöglich waren.

Kurz um: 5G soll den Mobilfunk revolutionieren, nicht mehr, nicht weniger – und Android-Smartphones werden dem Trend laut Google Rechnung tragen.

Mehr Updates und Sicherheit durch Android One

Weil die meisten Hersteller ihre Smartphone-Modelle nicht mit der von Google konzipierten Android-Version ausliefern, sondern eigene Anpassungen und Veränderungen vornehmen, verzögern sich Updates im Android-Ökosystem mit unter deutlich. Android Pie wurde etwa im März 2018 veröffentlicht, hat aber viele geeignete Geräte noch immer nicht erreicht. Andere Smartphones werden Android Pie überhaupt nicht bekommen, weil die Hersteller den Support für diese Modelle bereits eingestellt haben.

Mit 'Android One' möchte Google dieser Praxis entgegenwirken: In Zusammenarbeit mit Xiaomi, LG, Motorola und HMD Global (Nokia), kann Google Updates und Sicherheitspatches deutlich schneller ausliefern, weil jene Firmen ihre Arbeit am Code auf ein Minimum reduzieren. Diese Kooperation soll entsprechende Android-Smartphones sicher und aktuell halten. Das Problem ist nur: Solange Unternehmen wie Samsung, Huawei oder Sony sich nicht an dieser Praxis beteiligen, wird der Effekt gering bleiben.

Usability steigern – auf unterschiedlichen Wegen

Je besser die Features und Dienste eines Smartphones untereinander verknüpft sind, desto nützlicher wird es. Google möchte daher die folgenden Technologien breiter als bisher integrieren:

  • Mehr KI: Der Google Assistant soll noch enger mit dem Android-Ökosystem verflochten werden – jüngst erhielt er etwa Einzug in Google Maps. Auch Technologien wie Google Lens dürften in Zukunft prominenter zur Geltung kommen.
  • Mehr Augmented Reality: Smartphones können reale und virtuelle Informationen auf dem Display zusammenführen und dem Nutzer so Mehrwert bieten. Google möchte diese Möglichkeiten zukünftig stärker nutzen, etwa durch spezielle Navigationsformen.
  • Digital Wellbeing: Viel hilft nicht immer viel – denn wer sein Smartphone zu häufig nutzt, kann sich gegebenenfalls selbst schaden. Googles Initiative 'Digital Wellbeing' soll deshalb mehr in den Fokus rücken.
  • RCS-Standard: Google versucht weiterhin, den SMS-Nachfolger RCS zu etablieren – der verspricht moderne Chats wie man sie von iMessage oder WhatsApp kennt, über Mobilfunk statt übers Datennetz. Doch die Technik dürfte es auch in Zukunft schwer haben, wenig erfolgreiche Testläufe in Deutschland bestätigten das.

Quelle: Google Blog

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