Doch nicht so DSGVO-konform

Diese Daten wandern von eurem WhatsApp-Account zu Facebook

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

WhatsApp ist eine Kommunikationsplattform und legt diese Tatsache offenbar auch für seine eigene Kommunikation mit der Mutter Facebook recht großzügig aus. Schon länger ist bekannt, dass man Nutzerdaten an das soziale Netzwerk weiterreicht, doch welche Daten genau wandern eigentlich von eurem Smartphone nach Menlo Park?

Die Übernahme WhatsApps durch Facebook hat vor einigen Jahren nicht bloß deshalb Schlagzeilen gemacht, weil eine Summe von mehr als dreizehn Milliarden Euro hingeblättert wurde, sondern auch, weil Datenschützer sich vor Problemen fürchteten. Heute scheint immer klarer zu werden, dass die Schwarzmaler recht hatten. Erst löschte einer der beiden WhatsApp-Gründer, Brian Acton, seinen Facebook-Account, als der Datenskandal rund um Cambridge Analytica an die Öffentlichkeit kam. Dann folgte vor zwei Wochen der andere, Jan Koum, der offenbar im Streit mit Zuckerberg das Unternehmen verließ - weil Facebook Werbung in den Messenger integrieren will.

Die Richtung scheint daher klar: Zuckerbergs Konzern sieht seine Investition in den Messenger vor allem als eine Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen (so weit, so logisch) und setzt auf sein bekanntes Muster: Daten sammeln, auswerten, für Werbezwecke nutzen.

WhatsApps spendable Datenpolitik: Diese Daten werden weitergereicht

Ein Mann sitzt auf einem Sofa

Jan Koum verließ WhatsApp und Facebook aufgrund von dicker Luft im Zusammenhang mit der Datenkopplung zwischen beiden Unternehmen.  

Quelle: (catwalker)  Shutterstock.com 

Ein Mann sitzt auf einem Sofa

Jan Koum verließ WhatsApp und Facebook aufgrund von dicker Luft im Zusammenhang mit der Datenkopplung zwischen beiden Unternehmen.  

Quelle: (catwalker)  Shutterstock.com 

Um euch einen Überblick zu verschaffen, haben wir hier einmal zusammengefasst, welche eurer Daten WhatsApp nun eigentlich genau an die Mutter in Kalifornien weitergibt. Zu finden sind diese Punkte in der App unter 'FAQ' und dort unter dem Punkt 'So arbeiten wir mit Facebook zusammen'. Sie sind nicht unter den Datenschutzbestimmungen zu finden.

  • Deine Telefonnummer
  • Deine Gerätekennung
  • Deine Betriebssystemversion
  • Deine App-Version
  • Deine Plattform (also Android, iOS etc.)
  • Deinen aktuellen Netzwerkcode
  • Einstellungen auf deinem Smartphone
  • Ein Nutzungsprofil von WhatsApp (wann, wo, wie oft und auf welche Art die App benutzt wird)
  • Mit wem du chattest

Als wäre diese Liste noch nicht pikant genug, steht in denselben FAQ auch, dass diese Informationen nicht bloß mit Facebook, sondern auch mit "vertrauenswürdigen Drittanbietern" geteilt würden. Welche das genau sind, wird nicht erläutert.

Vorgänge laut Datenschutzbeauftragtem nach DSGVO illegal

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sieht darin einen Verstoß gegen die DSGVO, die seit heute europaweit verbindlich in Kraft getreten ist. In ihr wird bestimmt, dass es ein Kopplungsverbot gibt, das genau solche Datentransfers wie zwischen WhatsApp und Facebook unterbinden soll. Er hatte in der Vergangenheit erfolgreich gegen die Datenweitergabe zwischen den beiden Firmen geklagt, jetzt könnten ihm allerdings die Hände gebunden sein. Grund für den geringen Handlungsspielraum ist paradoxerweise die DSGVO selbst.

Diese untersagt zwar diesen Datenaustausch, doch verantwortlich für die Durchsetzung von Rechtsmitteln ist seit ihrer Einführung nun Irland, wo Facebook seinen europäischen Sitz hat. Irland, ein unternehmensfreundliches Steuerparadies in der EU, hatte sich in der Vergangenheit aber stets überaus kratzbürstig gegenüber Zuckerbergs Konzern gezeigt. Allerdings wird bezweifelt, dass das nördliche Land nun tätig wird.

Hier erfährst du mehr über: FacebookWhatsAppDatenschutz und Instant Messenger

Sag uns deine Meinung!