Wohlfühl-App verlässt Beta

Digital Wellbeing: Die Google-App, mit der ihr weniger Google nutzt

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Ja, richtig gelesen. 'Digital Wellbeing' soll euch dabei helfen euren Smartphone-Gebrauch im Auge zu behalten und euch sogar den Zugang zu Apps erschweren, wenn's hart auf hart kommt. Die App ist sozusagen ein Tool für Nutzer, die sich selbst zu einem gesünderen Umgang mit dem eigenen Smartphone erziehen wollen.

Nachts bis in die Puppen in Foren stöbern, beim Abendessen mit der Familie nur auf den Bildschirm starren oder beim Bier mit Freunden unentwegt Updates in den sozialen Medien posten: Das ist nicht gesund, weder für die eigene Gesundheit, noch für das soziale Miteinander. Das weiß auch eigentlich jeder, doch so richtig daran halten wollen sich erstaunlich wenige. Ausgerechnet Google, das Unternehmen - das nicht eben wenig Geld damit verdient, wenn Nutzer dessen Dienste nutzen - will diese Unverbesserlichen jetzt eines besseren belehren.

Googles 'Digital Wellbeing' führt euch minutiös vor, wie lange ihr welche Apps verwendet habt.  

Quelle: (Screenshot)  Google Play Store 

Googles 'Digital Wellbeing' führt euch minutiös vor, wie lange ihr welche Apps verwendet habt.  

Quelle: (Screenshot)  Google Play Store 

Die App, die der Öffentlichkeit erstmals auf der Google I/O vorgestellt wurde, ist Teil einer größeren Kampagne, im Zuge derer auch YouTube schon neue Wohlfühl-Funktionen spendiert bekommen hat. Nach Installation der jetzt aus der Beta-Phase entlassenen App findet ihr einen neuen Menüpunkt in den Einstellungen, über das sich ein neues Dashboard aufrufen lässt.

Darin wird euch nicht nur schonungslos vor Augen geführt, wie oft ihr euer Telefon zuletzt zur Hand genommen habt, sondern auch, wie lange welche App gelaufen ist - auf die Minute genau, inklusive Balkendiagramm.

Stellt ihr erschrocken fest, dass ihr viel zu viel Zeit mit YouTube oder, sagen wir, den Ghostbusters verbracht habt, könnt ihr euch außerdem selbst in die Schranken verweisen und jeder App eine maximale Nutzungszeit zuweisen.

Ferner lassen sich Benachrichtigungen deaktivieren und ein Entspannungsmodus einschalten, durch den Bildschirminhalte ab einer bestimmten Uhrzeit nur noch in Graustufen ausgegeben werden.

Für Nutzer, die sich im Verdacht haben, zu oft und zu lange vor dem Bildschirm zu hängen, ist Digital Wellbeing insofern sicherlich eine willkommene Stütze bei der Eigentherapie. Schade nur, dass davon - zumindest zu diesem Zeitpunkt - kaum einer etwas hat: Googles App ist momentan nur auf Pixel-Geräten und Android-One-Smartphones verfügbar, die bereits auf Android 9 Pie aktualisiert haben. Diejenigen, die zu diesem erlauchten Kreis gehören, schauen im Google Play Store vorbei. Alle anderen müssen sich bis auf weiteres ohne App zur Entspannung überwinden.

Hier erfährst du mehr über: Google

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