App-Boom scheint vorbei

Download-Zahlen rückläufig: Sind Apps bald Geschichte?

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von Julian Richter -

Sind die Zeiten der Apps gezählt? Bereits 2014 hat eine comScore-Studie die Download-Zahlen vieler User auf nicht mal eine App pro Monat beziffert. Ein gutes Ergebnis sieht jedenfalls anders aus und auch Entwickler sehen die Probleme. Doch um kampflos aufgeben, ist es zu früh.

Studien belegen: Die Mehrzahl an Usern downloadet keine Apps

Für alles gibt es heutzutage eine App. Die kleinen oder auch größeren Anwendungen sind mittlerweile in unseren Alltag integriert wie unser tägliches Brot. Darüber hinaus hat der nahtlose und steigende Übergang vom Desktop zum Smartphone unseren Medienkonsum nachhaltig beeinflusst. Im Gegensatz zu PCs setzen mobile Geräte und deren Nutzer eher auf zig unterschiedliche Anwendungen, als auf kompakte Suchmaschinen.

Doch mittlerweile sieht man erste Anzeichen von Download-Verdruss in der App-Ära. Selbst die großen Hersteller wie Facebook, Twitter oder Spotify mussten laut Aussage einer comScore-Studie, auf die sich das amerikanische News-Magazin Time bezieht, Rückläufe in ihren Downloadzahlen feststellen. Nur rund 35 Prozent aller Smartphone-Nutzer laden demnach überhaupt eine App im Monat herunter. Die restlichen 65 Prozent downloaden nicht eine Einzige.

Wie Michael Boland für die Huffington schrieb, sei ein Grund dafür, dass die heutigen User ihre Aufgaben möglichst schnell "On-Demand" erledigen möchten und sich nicht länger als nötig mit der Funktionalität oder dem Mehrwert einer App auseinandersetzen. Besonders seit dem Aufkommen des sogenannten "Conversational Commerce" samt seines Mottos: "Der Chatbot ist die neue App!" gingen Downloads stark zurück.

Google und Apple kämpfen gegen den Umbruch an

Bislang beanspruchten Google und Apple 30 Prozent aller App-Einnahmen für ihre Unternehmen. Nun reduzieren sie auf 15 Prozent.

Da es vor allem für die großen App-Entwickler ein Problem darstellen wird, wenn plötzlich niemand mehr die Anwendungen herunterlädt, möchten Google und [Apple][4] ihren Entwicklern ein bisschen unter die Arme greifen und ab sofort nur noch 15 Prozent aller App-Einnahmen für sich beanspruchen. Google will des Weiteren seine "Google Now"-App mit einer Assistenz-Software ausstatten, die es möglich machen soll, einen beidseitigen Dialog mit Google Now zu führen.

Einen weiteren Reiz sollen so genannte [Android Instant Apps][5] darstellen, die sich gänzlich ohne Installation auf dem Smartphone starten lassen. Die Hemmschwelle zum Ausprobieren könnte dadurch etwas sinken. Außerdem setzen die großen Hersteller weiterhin auf Virtual Reality und erhoffen sich durch immer mehr Einbindung und Verbesserung selbiger einen deutlichen Aufschwung. Vielleicht gehen wir also bald mit einer VR-Brille auf Amazon durch ein virtuelles Einkaufszentrum.

[4]: http://www.apple.com/de//?afid=p238%7CsHDfBErPI-dc_mtid_187079nc38483_pcrid_83278144999_&cid=aos-de-kwg-brand-slid--product [5]: https://developer.android.com/topic/instant-apps/index.html

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