Geänderte Formel bevorzugt Posts von Freunden

Freunde zuerst: Facebook verpasst kommerziellen Anbietern einen Dämpfer

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Facebook-Nutzer werden ab sofort zunehmend das auf ihrer Startseite sehen, was sie auch interessiert. Dies jedenfalls versprechen die Entwickler des kalifornischen Unternehmens, die zeitnah den dafür maßgeblichen Algorithmus derart verändern wollen, dass Neuigkeiten aus dem Bekanntenkreis gegenüber kommerziellem Content bevorzugt werden.

Facebook: Bald mehr Freundes-Posts auf der Startseite

In den kommenden Wochen wird Facebook die Funktionsweise ändern, die bestimmt, was der Nutzer auf seiner persönlichen Startseite angezeigt bekommt. Erneut will das Unternehmen aus dem kalifornischen Menlo Park dabei diejenigen Posts priorisieren, die der Nutzer vermeintlich am liebsten sieht - und das sind aus Sicht der Facebook-Verantwortlichen nicht etwa Unternehmens-Pages, sondern vielmehr Neuigkeiten aus Familie und Freundeskreis.

Facebook ist zu allererst daran gelegen, dass Nutzer sich mit Ihresgleichen vernetzen können.

Den exakten Algorithmus - also die Formel, die bestimmt, wer welche Inhalte an welcher Stelle angezeigt bekommt - hält Facebook nach wie vor unter Verschluss. Die maßgeblichen Faktoren aber sind bekannt. Sie lauten:

  • Interest: Wie häufig interagiert der Nutzer mit der Quelle des Posts?.
  • Performance: Wie beliebt ist der Post bei anderen?
  • Creator: Wie beliebt sind Neuigkeiten dieser Person im Allgemeinen?
  • Type: Ist der Post ein Video, Foto, ein Link oder nur Text? Und wie beliebt ist dieses Medium derzeit?
  • Recency: Ist der Post möglichst aktuell?

Diese Faktoren werden, vereinfacht ausgedrückt, jeweils einem Wert zugeteilt und schließlich miteinander multipliziert. Je höher das Ergebnis, desto eher wird es im persönlichen Newsfeed berücksichtigt. Wie sich jetzt herausstellte, wird jene Gewichtung künftig stärker zugunsten der Vorlieben der Nutzer ausgelegt werden. Und diese tendierten nun einmal eher dazu, sich für Neuigkeiten aus dem Bekanntenkreis als für Produktwerbung zu interessieren. Für den User bedeutet das unterm Strich: Der Anteil an kommerziellen Inhalten auf der Startseite wird spürbar abnehmen.

Mit der Änderung der Formel will Facebook die Balance wieder herstellen.

Formel-Änderung soll Zufriedenheit erhöhen.

Warum das Ganze? Facebook ist nach eigenen Aussagen zu allererst daran gelegen, dass Nutzer sich mit Ihresgleichen vernetzen können. Nur so erlebten die Nutzer ein zufriedenstellendes Erlebnis auf der Plattform. Im Ergebnis verweilen sie länger online. Erst unter dieser Voraussetzung, so die Argumentation, könnten Unternehmen und Werbetreibende gezielt und gewinnbringend ihre Produkte in der Facebook-Community anpreisen.

Wie die Kollegen von TechCrunch berichten, habe sich jüngst aber ein Trend in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Mit der Anpassung des Algorithmus wolle Facebook also schlicht die Balance wieder herstellen. Das Facebook mit der Neuausrichtung der News-Formel verzweifelt versucht, immer mehr angeblich abspringende Nutzer zum Bleiben zu bewegen, kann im Übrigen mit halbwegs gutem Gewissen ausgeschlossen werden. Denn die Nutzerzahlen steigen nach wie vor, und die Gewinne sprudeln wie nie.

Sag uns deine Meinung!

Um einen Kommentar zu verfassen, melde Dich an oder registriere Dich jetzt auf Netz.de!

Das könnte dich auch interessieren!
Werbung
Ab ins Netz mit dir