Taugt Tinder nichts als Partnerbörse?

Geswiped, verlobt, verheiratet? Liebe bei Tinder unmöglich, sagen Experten

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Die große Liebe auf Tinder? Für zwei Experten ist das ein fast unmögliches Unterfangen. Swipen ähnele eher einem oberflächlichen Spiel, das der Anbahnung längerfristiger Beiziehungen nicht ausreichend Nährboden biete. Ungeachtet dessen wachsen die Nutzerzahlen der Dating-App weiter.

Entweder macht man es selbst oder kennt mindestens drei Leute, die es tun: Die ganze Welt swiped potenzielle Dates nach rechts, selbst Landwirte "tindern" schon nach den besten Eutern. Hauptsächlich suchen Nutzer, das ist kein Geheimnis, über die App nach schnellen, unkomplizierten Bekanntschaften. Aber lässt sich bei Tinder auch der Partner fürs Leben finden? Die große Liebe sozusagen? Psychologe Dominik Rosenauer hält das für annähernd ausgeschlossen. "Dating-Apps dienen eher dem kurzen und oberflächlichen Kennenlernen oder der 'schnellen Nummer' und weniger als Partnerbörse", sagte er gegenüber 'Pressetext'.

Tinder zu oberflächlich für ernste Beziehungen?

Ein vertieftes Kennenlernen vor dem ersten Treffen könne es nur auf Partnerbörsen wie zum Beispiel 'Parship' kommen. Diese böten dann auch einen Vorteil gegenüber dem Besuch einer Diskothek oder Bar, "weil es hier eben gerade nicht um ein oberflächliches und ausschließlich auf Äußerlichkeiten beruhendes Ansprechen geht", erklärt er. Der Psychologe reagiert damit auf die Analyse des Londoner Psychiaters Richard Graham, der laut Pressetext zuvor zu einer ähnlich radikalen Einschätzung gekommen war.

Die Persönlichkeit gerät ins Hintertreffen.

Demnach gefährden Dating-Apps wie Tinder sogar die Chance auf das wahre Liebesglück. Grund dafür sei der Spielcharakter der Apps, in denen bis zur Entscheidung für einen Links- oder Rechtsswipe meist nur Sekundenbruchteile vergehen. Äußerlichkeiten stünden also im Vordergrund, die Persönlichkeit geriete ins Hintertreffen - laut Graham nicht die besten Voraussetzungen für den Start einer Beziehung: "Oder würden Sie jene Person wählen, die am besten Selfies machen kann?"

Diese und ähnliche Einschätzungen halten Nutzer freilich nicht davon ab, auch weiterhin auf Tinder zu setzen. Seit Erscheinen der App wächst die Zahl der Nutzer stetig, 2018 verzeichnete Tinder laut Statista über 4 Millionen Abonnenten weltweit. Ob Die Dating-App tatsächlich derart ungeeignet zur Anbahnung längerfristiger Beziehungen ist, würden zudem sicher nicht wenige bezweifeln, denen eben genau das inzwischen gelungen ist. Auch Tinder selbst setzt alles daran, die Erfolgschancen von Nutzern weiter zu maximieren. Zuletzt testeten die Herausgeber etwa Funktionen wie 'Swipe Surge', die das Zustandekommen von Matches signifikant verbessert hätte.

Quelle: Pressetext

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