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100 Prozent anonym, dafür kostenpflichtig

Ginlo: Gmx-Macher starten Beta der anonymen Kommunikations-App

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Mit 'ginlo' erreicht eine Kommunikations-App die Beta-Phase, die - hält die App, was die Hersteller versprechen - gängige Messenger in Sachen Datenschutz und Privatsphäre ziemlich in den Schatten stellen könnte. Die 100-prozentige Anonymität und Werbefreiheit hat allerdings ihren Preis: Die App der Gmx-Macher wird es nur gegen Bezahlung geben.

Dass Nutzern von Kommunikationslösungen Anonymität immer wichtiger wird, ist auch den Anbietern gängiger Messenger schon länger bewusst. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beispielsweise ist nicht nur beim Platzhirschen WhatsApp längst Standard. Nutzer- und Nutzungsdaten sammeln diese Dienste allerdings nach wie vor - schließlich will mit den kostenlosen Diensten Geld verdient werden. Die Entwickler von Brabbler, einem Startup der Gmx-Gründer, wollen mit ihrer Kommunikations-App 'ginlo' einen völlig anderen Weg einschlagen: Daten werden keine gesammelt, stattdessen finanziert sich die App durch ein klassisches Abo-Modell.

„Mit ginlo stellen wir uns einer der größten Herausforderungen der digitalen Welt überhaupt: dem Schutz von Privatsphäre und Vertraulichkeit.“

Karsten Schramm, Brabbler

Wie viel ginlo letztlich kostet und welche Abo-Modelle angeboten werden, verraten die Hersteller bisher nicht im Detail. Beta-Tester bekommen aber offenbar einen Early-Bird-Bonus - 1,49 Euro müssen Teilnehmer monatlich zahlen, wenn sie ginlo nach dem Launch weiter verwenden möchten. Eine (ergänzende) Finanzierung durch Werbung schließen die Entwickler kategorisch aus.

Ginlo mit Passwort-Safe und E-Mail-Integration

Laut eigenen Aussagen soll ginlo fürs Geld insgesamt mehr bieten als gängige Messenger: Die ab sofort zugängliche Beta-Version beinhalte neben den üblichen Messenger-Funktionen beispielsweise bereits eine E-Mail-Integration, ein Adressbuch, einen Passwort-Manager sowie einen Passwort-Generator. "Ginlo ist für Menschen, die sich in unserer digitalisierten Welt selbstbestimmt bewegen wollen“, sagt Eric Dolatre, CEO bei Brabbler.

Für Firmen soll es zudem eine IT-Lösung geben, mit der Mitarbeiter "zu 100 Prozent vertraulich kommunizieren und Daten austauschen können", heißt es in der offiziellen Stellungnahme der PR-Agentur 'PR-Com'. Wer sich am Beta-Test beteiligen möchte, kann sich mit diesem Formular registrieren. Unterstützt wird Android 5 und iOS 9 oder höher.

Wie wichtig ist euch Anonymität im Netz? Würdet ihr für einen Kommunikations-Dienst bares Geld bezahlen? Oder hört Privatsphäre für euch dort auf, wo es ans Geld geht?

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