Einfach zu bedienen, wenige Funktionen

Google Duo: Was taugt die Video-Telefonie-App?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Mit 'Duo' ist jetzt auch bei uns die bereits in den USA - trotz einiger Macken - wahnsinnig erfolgreiche Video-Telefonie-App erschienen. Was sie kann und ob sie letztendlich hält, was sie verspricht - wir haben Duo für Euch unter die Lupe genommen.

Video-Telefonie-App stürmt die Charts

Beliebt: Die Video-Telefonie-App 'Duo' rückte schon kurz nach Release auf den 6. Platz in den Top Charts des Google Play Store.  

Quelle: Google 

Beliebt: Die Video-Telefonie-App 'Duo' rückte schon kurz nach Release auf den 6. Platz in den Top Charts des Google Play Store.  

Quelle: Google 

Mit 'Duo' schickt Google jetzt auch diesseits des Atlantiks eine App ins Rennen, die auf möglichst unkomplizierte Art und Weise Video-Telefonie zwischen zwei Teilnehmern ermöglichen soll. In den USA schlug die Anwendung, die sowohl unter Android als auch iOS läuft, bereits ein wie eine Bombe: Nach kürzester Zeit erklomm die App dort die Pole-Postion der Top Charts im Play Store, wie die Branchen-Website phone Arena berichtete. In Deutschland sind die Reaktionen zwar etwas verhaltener. Aber auch hierzulande konnte Duo immerhin an Instagram vorbeiziehen und behauptet sich derzeit auf Platz 6 der Charts.

Schlichtes Design, intuitive Handhabung

Für den Betrieb von Duo muss nicht erst eigens ein Konto angelegt werden, auch ist kein vorhandenes Google-Konto nötig. Lediglich die Angabe der Mobilfunknummer verlangt die App nach der Installation, schon überprüft die Software sämtliche auf dem Smartphone hinterlegten Kontakte und zeigt diejenigen an, die Duo bereits installiert haben.

Die Funktionen betreffend gibt sich Duo zurückhaltend und übersichtlich, bisher ist lediglich das Telefonieren inklusive Bildübertragung möglich. Einstellungsmöglichkeiten sind ferner spärlich gesät, nicht einmal der Klingelton lässt sich ändern. Haben beide Gesprächspartner die App installiert, wird die Verbindung per Internet über einen 'Tap' auf den entsprechenden Button aufgebaut.

Witzig: Mit dem pfiffig betitelten Feature 'Kuckuck' (engl.: Knock Knock) wird zusätzlich zum Klingelton bereits der Videostream von der Frontkamera des Anrufenden auf das Smartphone des Empfängers übertragen. Apropos Smartphone: Duo setzt das Vorhandensein einer Sim-Karte voraus, ein Großteil der Tablet-Besitzer schaut damit leider in die Röhre - schade.

Gut zu wissen...

Um Duo nutzen zu können, ist keine Anmeldung bei einem Google-Konto notwendig. Lediglich die Mobilfunknummer will die App einmalig von euch wissen.

Duo: Nur "Hangouts light"?

Und warum bringt der Konzern eine weitere eigene App heraus, wo Video-Anrufe doch längst mit dem Google-Messenger 'Hangouts' möglich sind? Eine Antwort lautet: Duo ist denkbar schnell eingerichtet und kommt ohne großes Brimborium daher - ein Anruf mit Bildübertragung ist genauso schnell gestartet wie ein Anruf auf herkömmlichem Wege.

Das ist hinsichtlich der Abgrenzung gegenüber anderen Diensten wie Skype oder eben dem hauseigenen Hangouts konsequent und sinnvoll. Im Hinblick auf Hangouts ist zudem anzunehmen, dass Google die an sich vielversprechende Video-Telefonie-Sparte nicht in besagter und bestenfalls mäßig vom Nutzer akzeptierten App versauern lassen will.

Konzentration aufs Wesentliche

Duo kann im Grunde nicht viel und startet auch keine Revolution in puncto Technik oder Design. Das muss die App aber auch nicht, denn das, was Duo verspricht - nämlich unkompliziert und schnell Freunde per Video-Anruf erreichen - hält die App ohne Wenn und Aber. Hangouts-Nutzer, die über den Google-eigenen Dienst bereits Video-Telefonie nutzen, werden allerdings kaum einen triftigen Grund haben, sich zusätzlich für Duo zu entscheiden - zumal Duo weder Konferenzschaltungen unterstützt noch unabhängig von einer Sim-Karte funktioniert.

Ob sich die App auch hierzulande langfristig durchsetzt, ist daher noch fraglich. Auch ob die Nutzer bereit sind, in der U-Bahn oder im Stadtpark Gespräche quasi öffentlich über den Smartphone-Lautsprecher zu führen sei einmal dahingestellt. Deshalb sei im Sinne der zum Passiv-Zuhören gezwungenen Passanten an dieser Stelle eine Kaufempfehlung für ein Headset ausgesprochen.

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