Erkennt Objekte, Tiere, Schrift und mehr

Google Lens: Eigenständige App für Assistant-Muffel veröffentlicht

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Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Kurz nachdem 'Google Lens' für Nutzer des 'Google Assistant' verfügbar gemacht wurde, gibt es die Bilderkennungs-KI ab sofort als eigenständige App. Diese zeigt nicht nur auf beeindruckende Weise, wie weit es Google mittlerweile in Sachen Machine-Learning gebracht hat, vielmehr liefert sie echten Mehrwert und könnte unser Suchverhalten nachhaltig verändern.

Reibungslos verlief der Start von 'Google Lens' ja nicht gerade. Die schon vor über einem Jahr angekündigte Bilderkennungs-Software sollte zunächst weltweit in Googles Bilder-App 'Fotos' integriert werden. Doch bis es so weit war, hat es nicht nur eine gefühlte Ewigkeit gedauert - am Ende wurde Lens nur für eine Minderheit der Google-Fotos-Nutzer ausgerollt. Vergangene Woche durften dann endlich alle Nutzer des Google Assistant erstmals "Googles Augen" über eine unscheinbare neue Schaltfläche auf Bauwerke, Tiere, Pflanzen, Texte und dergleichen schielen lassen, um daraufhin von der App passende Rezensionen, Definitionen, Kaufvorschläge und mehr vorgesetzt zu bekommen.

Google Lens als eigenständige App veröffentlicht

Etwas überraschend hat sich Google nun dazu entschlossen, Google Lens als völlig eigenständige App zu veröffentlichen. Warum, ist nicht ganz klar. Möglicherweise, weil viele den Umweg über den Google Assistant (meist durch ein längeres Betätigen des Home-Buttons) als zu umständlich empfinden. Die Funktionsweise aber ist identisch, die Bild-und Texterkennung klappt meist erstaunlich gut und Lens bietet mitunter einen echten Mehrwert gegenüber der Standard-Suche.

Nah dran: Unsere Dracaena hat Google Lens nicht auf Anhieb erkannt. Wollt ihr mithelfen, die Bilderkennung zu verbessern, wählt ihr den nach unten gerichteten Daumen und teilt Google mit, was ihr auf dem Bild seht.

(Screenshot) 

Noch ist sich die KI nicht immer sicher, was ihr vorgesetzt wird. In diesem Fall hat sie den Becher richtig erkannt.

(Screenshot) 

Die Texterkennung klappt super. Erkennt Lens Adressen oder Namen, werden entsprechende Links zu Google Maps oder zum Adressbuch eingeblendet.

(Screenshot) 

Nah dran: Unsere Dracaena hat Google Lens nicht auf Anhieb erkannt. Wollt ihr mithelfen, die Bilderkennung zu verbessern, wählt ihr den nach unten gerichteten Daumen und teilt Google mit, was ihr auf dem Bild seht.

(Screenshot) 

Noch ist sich die KI nicht immer sicher, was ihr vorgesetzt wird. In diesem Fall hat sie den Becher richtig erkannt.

(Screenshot) 

Die Texterkennung klappt super. Erkennt Lens Adressen oder Namen, werden entsprechende Links zu Google Maps oder zum Adressbuch eingeblendet.

(Screenshot) 

Bild- und Texterkennung mit sinnvollen Vorschlägen

Denn auch wenn Lens nicht immer die exakt richtigen Ergebnisse liefert: In vielen Fällen ist es tatsächlich weitaus komfortabler, einfach die Kameralinse auf einen Gegenstand zu richten, als umständlich eine Umschreibung in die Suchleiste zu tippen und das Beste zu hoffen. Bei der Bestimmung von Pflanzenarten ist das zum Beispiel überaus hilfreich. Google behauptet sogar, dass Lens Hunderassen unterscheiden kann. Aus Mangel an kaltschnäuzigen Vierbeinern in der Redaktion haben wir das allerdings auf die Schnelle nicht ausprobieren können.

Sinnvoll sind auch die weiterführenden Vorschläge der App: Scannt ihr mit Google Lens ein Buch, werdet ihr weitergeleitet zu Rezensionen und Shops. Lichtet ihr eine Visitenkarte ab, erscheint ein Button, der die Person zu euren Kontakten hinzufügt und so weiter. Google hat mit Lens aus unserer Sicht ziemlich viel richtig gemacht - auch wenn der Rollout länger gedauert hat, als wir es uns gewünscht hätten. Ausprobieren kann die smarte Mischung aus KI- und AR-App seit gestern jeder mit Android 6.0, hier gehts zum Download im Play Store. Nutzer mit Android 5.0 oder höher nehmen den Umweg über den Google Assistant.

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