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Google Maps: Neuer AR-Modus malt Richtungspfeile in die Welt

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Google testet gerade einen neuen Augmented-Reality-Modus für seine Karten-App Google Maps, der via GPS und Smartphone-Kamera gleichzeitig ortet – und die Route quasi direkt in die Welt malt. User in Deutschland und Österreich könnten sich trotzdem verlaufen.

Die meisten von euch dürften schon erlebt haben, wie Google Maps und Co. an ihre Grenzen stoßen. Wer in einer unbekannten Stadt die Treppen aus der U-Bahn hochsteigt oder den Bus an einer großen Kreuzung verlässt, ist manchmal auch nach der GPS-Ortung nicht wirklich schlauer: Ja, an dieser Kreuzung stehe ich, aber in welche Richtung geht’s jetzt weiter? Der neue AR-Modus von Google Maps könnte mit dieser Orientierungslosigkeit bald Schluss machen.

Google Maps: AR-Navigation macht Verlaufen unmöglich

Google Maps verbindet dazu GPS-Daten mit den Aufnahmen der Smartphone-Kamera: Hat das Handy den eigenen Standort ausgemacht, kann der Nutzer die Umgebung mit der Kamera scannen. Die App analysiert diese Bilder und sucht in den Aufnahmen von Google Street View nach Übereinstimmungen. Das sollte ziemlich schnell zu einem Ergebnis führen, denn die GPS-Daten lassen nur relativ wenige Möglichkeiten zu.

Mann testet Augmented Reality Modus von Google Maps

Augmented Reality in Google Maps: Die App vergleicht die Aufnahmen der Smartphone-Kamera mit Bildern von Google Street View.

(Screenshot)  Wall Street Journal 

Mann testet Augmented Reality Modus von Google Maps

Richtungspfeile in der Welt: Der neue AR-Modus von Google Maps malt die Route in die Welt.

(Screenshot)  Wall Street Journal 

Mann testet Augmented Reality Modus von Google Maps

Augmented Reality in Google Maps: Die App vergleicht die Aufnahmen der Smartphone-Kamera mit Bildern von Google Street View.

(Screenshot)  Wall Street Journal 

Mann testet Augmented Reality Modus von Google Maps

Richtungspfeile in der Welt: Der neue AR-Modus von Google Maps malt die Route in die Welt.

(Screenshot)  Wall Street Journal 

Ruckzuck weiß Google Maps so nicht nur, wo man steht, sondern auch wohin man gerade schaut. Das Sahnehäubchen der Augmented-Reality-Navigation macht eigentlich jedes Verlaufen unmöglich: Bunte Pfeile zeigen direkt in den Aufnahmen der Kamera an, in welcher Richtung das Ziel liegt, an welcher Ecke man abbiegen muss. Die Navigation wird dank AR quasi in die Welt gemalt.

Die User sollen den AR-Modus aber offenbar nur einsetzen, wenn sie überhaupt nicht weiterwissen. Im Test legte die App den Reportern des 'Wall Street Journal' nach einiger Zeit daher nahe, wieder in den herkömmlichen Navigations-Modus zu wechseln. Denn wer sich zu sehr auf die Instruktionen auf dem Smartphone-Display konzentriert, nimmt zu wenig von der restlichen Umgebung wahr. Google möchte seine Nutzer daher schützen, denn das sogenannte Smombie-Phänomen erhöht die Unfallgefahr im Straßenverkehr erheblich.

Google Street View in Deutschland: Zu wenige Aufnahmen, zu alt

Momentan testet Google den neuen AR-Modus nur im kleinen Kreis – wann er allen Nutzern zur Verfügung stehen könnte, ist demnach noch offen. Nach eigenen Angaben werde Google das Feature jedenfalls erst dann weltweit ausrollen, wenn man mit den Resultaten zufrieden ist. Und soweit ist die Entwicklung offenbar bis jetzt nicht fortgeschritten.

Verbreitung von Google Street View in Deutschland

Google Street View in Deutschland und Österreich: Aufnahmen lückenhaft und alt.  

Quelle: (Screenshot) 

Verbreitung von Google Street View in Deutschland

Google Street View in Deutschland und Österreich: Aufnahmen lückenhaft und alt.  

Quelle: (Screenshot) 

Für Anwender in Deutschland und Österreich könnte die AR-Navigation in Google Maps sowieso zum Rohrkrepierer werden. Erstens liegen Street-View-Aufnahmen hierzulande generell nur sehr lückenhaft vor und zweitens sind die meisten Bilder, selbst in den Innenstädten, mittlerweile fast zehn Jahre alt. Street View taugt bei uns eher als städtebauliche Zeitmaschine denn als aktuelle Navigationshilfe.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern: Weil viele Deutsche und Österreicher ihr Häuschen nicht bei Google sehen wollen, müssen die Aufnahmen massenhaft nachbearbeitet und unkenntlich gemacht werden. Die neuen Datenschutzbestimmungen der DSGVO tragen außerdem ihren Teil dazu bei, dass sich der Arbeitsaufwand für neue Street-View-Bilder in Googles Augen hier offenbar nicht lohnt.

Quelle: Wall Street Journal

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