Im Testlauf

Google Maps warnt vor Blitzern – verheimlicht aber eine wichtige Information

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von Michael Springer -

Nicht jede Sammlung ist zum Vorzeigen: Panini-Sticker präsentiert man gerne, Punkte in Flensburg eher nicht. Der neue Blitzer-Warner, den Google nun in Google Maps testet, könnte euch vor empfindlichen Strafen bewahren.

Google Maps ist die mit Abstand beliebteste Karten- und Navigations-App, da sind sich alle Statistiken einig – es spielt in einer anderen Liga als die Konkurrenten Apple Maps oder Waze. Google ruht sich jedoch nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern stattet die App immer wieder mit neuen Features aus: Erst kürzlich wurde Google Assistant zum KI-Kopiloten erhoben, auch die Kommunikation mit Unternehmen ist nun einfacher. Momentan befindet sich eine neue Funktion im Testlauf, die ungeduldigen Autofahrern das Leben deutlich leichter machen könnte.

Da vorne wird geblitzt: Google Maps schützt vor Punkten in Flensburg

Test der Blitzer-Warnfunktion in Google Maps

Blitzer-Warner in Google Maps: Die gelben Symbole markieren Radarkontrollen.  

Quelle:  Google Maps via AndroidPolice 

Test der Blitzer-Warnfunktion in Google Maps

Blitzer-Warner in Google Maps: Die gelben Symbole markieren Radarkontrollen.  

Quelle:  Google Maps via AndroidPolice 

Wie das Fachportal 'AndroidPolice' berichtet, zeigt Google Maps einigen Usern jetzt an, wo Blitzer aufgestellt sind. Das funktioniert im normalen Kartenbetrieb, aber auch bei der Routenplanung oder während der laufenden Navigation. Ein akustisches Signal soll die Nutzer außerdem warnen, wenn sie sich einer Radarkontrolle nähern.

Doch eine wesentliche Information unterschlägt Google Maps: Wie schnell man dort eigentlich fahren dürfte, wo geblitzt wird, muss der Fahrer selbst wissen. Nun gut, ob mit oder ohne Hinweis auf die erlaubte Geschwindigkeit, das Ergebnis dürfte dasselbe sein – besser ein wenig auf die Bremse treten. Oder idealerweise gar nicht erst zu schnell fahren.

Per Klick auf eingetragene Radarkontrollen erfährt der Nutzer, wann sie der App hinzugefügt wurden. Ob es sich um einen fest installierten oder um einen mobilen Blitzer handelt, scheint im Testlauf nicht erkennbar zu sein. Eine Unterscheidung und Moderation scheint hier unausweichlich, denn niemand muss vor Blitzern gewarnt werden, die längst abgebaut sind.

Momentan wird das Update offenbar nur für wenige Nutzer testweise aufgespielt – wir konnten die Blitzer-Symbole bei uns nicht entdecken. Eine offizielle Ankündigung von Google gibt es nicht.

Blitzer-Warner: In Deutschland verboten... oder doch nicht?

Eine in Google Maps integrierte Blitzer-Warnfunktion dürfte besonders Vielfahrern das Leben deutlich leichter machen und sie vor unnötigen Bußgeldern bewahren. Mit der separaten App 'Blitzer.de' (verfügbar für Android und iOS) ist das auch jetzt schon möglich: Sie warnt nicht nur vor Geschwindigkeitskontrollen und Rot-Blitzern, sondern auch vor Stau und Baustellen. Nur: Ist das alles überhaupt erlaubt?

§ 23 Abs. 1c StVO
"Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte)."

Auf den ersten Blick scheint die Straßenverkehrsordnung Blitzer-Warner-Apps also zu verbieten. Doch einige Juristen sehen das anders: Besonders die Formulierung, dass ein Gerät "dafür bestimmt" sein müsste, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen, wirft offenbar Fragen auf – denn ein Smartphone hat ganz klar nicht diese sehr enge Bestimmung. Weil der Sachverhalt juristisch noch nicht abschließend geklärt ist, bewegt man sich hier in der berühmten "rechtlichen Grauzone". Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt von Blitzer-Warnern daher besser die Finger.

Quelle: AndroidPolice

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