Erste Liste aufgetaucht

[Update] Google Pay in Deutschland: Wo kann ich bezahlen und wie geht das?

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

'Google Pay', die App für kontaktloses Bezahlen startet heute in Deutschland. Eine Liste mit ersten teilnehmenden Unternehmen ist schon aufgetaucht und die kann sich wirklich sehen lassen! Aber wie funktioniert die App überhaupt und was hat sie alles zu bieten? Immerhin soll sie unseren Alltag vereinfachen.

Google Pay (früher 'Android Pay') gibt es bereits seit 2015, doch es hat ganze drei Jahre gedauert, bis das Mobile-Payments-System auch nach Deutschland kam - nämlich heute. Für seine Entwicklung hatte Google extra die vergleichbare Plattform 'Softcard' gekauft und in Android Pay umgewandelt, das heute als Google Pay unter anderem als App in unseren Play Stores erscheint.

Um das System attraktiv zu machen, kooperiert das Unternehmen mit Mastercard und Visa, die bereits von Anfang an an Bord sind. Deutschland steht mit dem heutigen Start übrigens in einer langen Liste anderer Länder, in denen Google Pay schon lange verfügbar ist - darunter Länder wie Belgien, die Slowakei oder Polen. Grund für die Verspätungen sind unter anderem Verhandlungen mit Partnern, bei denen bezahlt werden kann und spezielle juristische Hürden, welche die App in der Bundesrepublik zu meistern hatte.

Google Pay: Wie geht das überhaupt?

Starbucks App und Kaffee

Starbucks nutzt seine Mobile-Payment-App schon lange und überaus erfolgreich - sie ist heute gar die beliebteste und meistgenutzte ...  

Quelle: (Have a nice day Photo)  Shutterstock.com 

Starbucks App und Kaffee

Starbucks nutzt seine Mobile-Payment-App schon lange und überaus erfolgreich - sie ist heute gar die beliebteste und meistgenutzte ...  

Quelle: (Have a nice day Photo)  Shutterstock.com 

Um Google Pay nutzen zu können, müsst ihr dort einmalig Kredit-, Bank-, oder Kundenkartendaten hinterlegen, die mit einem eurer Konten verknüpft sind. Diese dienen Google dann als Referenz für eure Zahlungen. Fortan könnt ihr online (ähnlich wie Pay pal) mit eurem Account, oder sogar in Filialen ausgewählter Partner kontaktlos mit eurem Smartphone bezahlen, indem ihr es auf ein entsprechendes Lesegerät legt. Diese Schnittstelle heißt 'Tap and Pay' und wird bereits in allen 16 Ländern eingesetzt, in denen Googles Mobile-Payment verfügbar ist.

Das funktioniert bis zu Geldsummen von 25 Euro. Dazu sind dann keine weiteren Handlungen nötig wie beispielsweise eine Unterschrift oder die Eingabe einer Pin. Das gesamte System ist darauf ausgelegt, Zahlungen noch einfach und vor allem schneller durchzuführen. Es ist ebenfalls möglich, direkt in bestimmten Apps mit Google Pay zu bezahlen, unter anderem bei Uber und Groupon, die 'Google Payment API' integriert haben.

Ist Google Pay sicher?

Einfach unser Smartphone auf ein Lesegerät halten und bis zu 25 Euro gehen flöten - das klingt genauso wenig sicher, wie die Vorstellung, in einer App oder auf einer Website einfach nur auf einen Google Pay-Knopf zu drücken und uns wird Geld abgebucht. Doch Google hat modernste Sicherheitsverfahren angewandt, um dafür zu sorgen, dass ihr euch nicht sorgen müsst: Eure Kontodaten werden ausschließlich bei Google gespeichert (für wen das eine rote Flagge ist, der wird die App nicht nutzen) und nicht an teilnehmende Händler übertragen, auch bei den Zahlvorgängen nicht. Selbst mit den Zahlungsterminals oder einer App, in der ihr bezahlt, werden die Daten nicht ausgetauscht.

Nach jeder Zahlung wird überdies eine Transaktionsbestätigung direkt auf euer Smartphone geschickt, um Unregelmäßigkeiten sofort entdecken zu können. Sollte ein Smartphone verloren gehen (oder gestohlen werden), kann man die Daten der Google Pay App aus der Ferne löschen, oder ein neues Passwort einstellen. Es kann außerdem festgelegt werden, dass jede Transaktion euren Fingerabdruck erfordert.

Heute finden Vorstellung und offizieller Start statt

Der Start in Deutschland kommt relativ plötzlich und viele Informationen wurden von Seiten Googles nicht herausgegeben. Geleakt wurde allerdings der Vorstellungstermin heute und die erste Partnerliste.

Seit einiger Zeit ist das Internet bereits voll von Berichten, dass der 26. Juni zum deutschen Startschuss des Mobile-Payments à la Google werden würde - und tatsächlich ist es nun so weit. Bereits seit gestern listete die App erste Partner, die sich an dem System beteiligen, darunter so namhafte wie Adidas, Hornbach, Aldi, Lidl, Kaufland, Media Markt, Saturn oder McDonalds. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr ein Android-Smartphone besitzt und eure Bank teilnimmt. Apple Kunden müssen selbstverständlich draußen bleiben, da der Apfel-Konzern sein eigenes Bezahlsystem 'Apple Pay' besitzt.

Dieses ist bereits in 24 Ländern verfügbar, wurde für Deutschland allerdings weder angekündigt, noch wurde bekundet, dass man irgendwann einmal damit plane. Interessanterweise berichteten wir übrigens vor kurzem darüber, dass weder Google noch Apple die meistgenutzte Bezahl-App besitzen, sondern Starbucks - daran wird wohl auch der Deutschlandstart von Google Pay nichts ändern.

+++ (Update 28.06.2018) +++

Wichtige Banken ziehen nicht mit

Mittlerweile ist Google Pay tatsächlich in Deutschland online gegangen, hat nun aber das Problem, dass nur wenige Banken bei dem System mitziehen wollen. Wie sich herausstellt, zögern viele deutsche Großbanken und wollen entweder partout nicht mitmachen, oder auf Apple Pay warten. Hier sind einige der Reaktionen zusammengefasst:

  1. Sparkasse: "Die Sparkassen gehen in Kürze mit der "Mobiles Bezahlen"-App in den Markt. Unsere Kunden können dann ihre Sparkassen-Card oder Sparkassen-Kreditkarte digital mit ihrem NFC-fähigen Android-Smartphone nutzen. Eine Kooperation mit Google ist in Deutschland keine Option."
  2. DKW: "Die Entwicklungen zu Mobile Payment beobachten wir sehr genau und werden bald eine Lösung anbieten. Auf www.dkb.de oder unserer Facebook-Seite erfahren Sie, sobald Sie eine innovative Technologie nutzen können."
  3. Postbank: "Sie fragen ab wann die Postbank Google Pay unterstützt. Leider liegen uns hierzu noch keine Informationen vor. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld. Sie werden rechtzeitig informiert."
  4. Volksbank: "ab 07 August werden wir Ihnen unsere digitale giroCard und Kreditkarte für die VR-Banking App anbieten können. Funktioniert wie Google Pay per NFC. Nur eben über die Banking App."

Es scheint also nicht so, als würde Google Pay in Bezug auf die Bankunterstützung in Zukunft viel besser dastehen, was das gesamte System torpedieren könnte. Denn selbst wenn es viele Partner wie McDonalds, Supermärkte, Bars und Lieblingsläden geben sollte, die dabei sind, bringt das alles nichts, wenn die Banken den Zahlungstransfer nicht unterstützen.

Quelle: Googlewatchblog

+++ (Ende Update 28.06.2018) +++

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