Komplette Überwachung

Gyroscope, Stalker, Moves: Nützlich oder gefährlich?

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Online-Angebote und Apps zu nutzen, ohne eine Unmenge persönlicher Daten preiszugeben, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Applikationen, die unsere Bewegungsdaten aufzeichnen und unsere Vitalität kontrollieren können, setzen der Daten-Sammelwut ein Krönchen auf.

"Leb ein gesünderes und ausgeglicheneres Leben" – so wird auf gyrosco.pe für die gleichnamige App geworben. Diese App ist das Multi-Tool der Quantifizierung wenn es um unseren Körper geht: Schrittzähler, Blutdruckmessgerät, Gewichtskontrolleur und Schlafforscher in einem. Eine Freude für alle Statistik-Freunde, die ihre Lebensqualität gerne in Zahlen übersetzen. Wie lange hat man Musik gehört, war online (auf welchen Seiten) und welche Orte hat man aufgesucht. Tages-, Wochen- und Monatsberichte der Gyroscope App verschaffen dem User die Übersicht.

"Your friendly personal stalker"

Start each day with a quick summary of your previous day.

Das ist allen Ernstes die Werbung für eine weitere grandiose App namens "Stalker", die sich zwar aktuell noch in der Beta-Phase befindet, aber in der Lage sein soll, automatisch alles aufzunehmen, wozu das iPhone in der Lage ist – "get the best out of your personal data". Auch hier werden Bewegungspfade getrackt und archiviert, Orte gespeichert und um aufgenommene Fotos ergänzt. Außerdem lassen sich Gesundheitsdaten ergänzen.

Und der dritte Kandidat? Die iPhone-App "Moves" startete bereits 2013. Sie läuft ebenfalls beständig im Hintergrund mit und speichert Fußwege, Radfahrten, besuchte Restaurants. Selbstverständlich angereichert mit GPS-Positionen und Kartenübersichten – ein echter Big Brother lässt sich ja nicht lumpen.

Kurz mal nachdenken

Offene Frage an das Publikum: Wenn ich doch selbst weiß, wo ich gewesen bin (ich würde dreist behaupten, dass ich dabei war!), warum sollte ich das auf Servern irgendwo auf der Welt abspeichern wollen? Damit jeder rausfinden kann, wo ich gerade bin? Und wie sieht das eigentlich aus mit meinen Gesundheitsdaten? Kann mein Smartphone unterscheiden, ob ich gerade Sport mache oder kurz vorm Herzinfarkt stehe?

Dazu hat die Medizinische Hochschule Hannover übrigens eine Studie durchgeführt. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass qualitativ hochwertige Gesundheitsapps mit verlässlichen Informationen „eher die Ausnahme als die Regel“ seien.

Wie empfindet ihr den Tracking-Boom?

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