Wegen der DSGVO

Ist WhatsApp bald ab 16?

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von Benjamin Krämer -

Die Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union hält seit einiger Zeit Unternehmen, Blogger und Einzelpersonen in der EU in Atem, die sich aufgrund der strengen Neuregelungen vor Abmahnanwälten fürchten. Auch WhatsApp scheint sich Gedanken gemacht zu haben und erwägt nun offenbar, das Mindestalter für die Nutzung seines Messengers in der EU auf 16 Jahre anzuheben.

Mark Zuckerbergs Befragung vor Mitgliedern von US-Senat und Kongress hat den vorläufigen Höhepunkt von Facebooks Datenskandal markiert, doch ausgestanden ist er noch lange nicht. Die stakkartoartigen Veröffentlichungen immer neuer pikanter Details, die vielen Entschuldigungen und Ankündigungen von Änderungen - all das hielt die Thematik bisher auf den Titelseiten von Print- Fernseh- und Onlineformaten. Teil der ganzen Aufregung ist auch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU, die spätestens zum 25. Mai EU-weit in Kraft treten muss.

Das liegt daran, dass sie verhältnismäßig streng ist und Zuckerberg trotz anfänglichem Protest im Zuge des Skandals ankündigte, sie weltweit freiwillig umzusetzen. Offenbar galt diese Ansage nicht nur für Facebook selbst, sondern auch für Tochterunternehmen wie WhatsApp, das gerüchteweise eine Änderung seiner Nutzungsbedingungen plant, um die Nutzung seines Dienstes erst ab 16 Jahren zu erlauben.

WhatsApp ab 16: Ein nettes Symbol - mehr nicht

Die Idee der Anhebung des Mindestalters wird quasi von der EU vorgeschrieben. Die Umsetzung wird aber höchstwahrscheinlich kaum einen Effekt haben

Grund für den Zug ist, dass die DSGVO vorsieht, dass die Daten von Personen erst ab 16 Jahren weiterverarbeitet werden dürfen. Einzige Ausnahme: Einzelne EU-Staaten dürfen ein Mindestalter dafür selbst festlegen, wenn sie von der DSGVO abweichen möchten. Absolutes Mindestalter sind dann aber trotzdem 13 Jahre. Doch selbst wenn WhatsApp diesen Schritt geht, der erst einmal einschneidend klingt - weil er extrem viele seiner Nutzer ausklammern würde - ist kaum vorstellbar, wie diese neuen Nutzungsbedingungen umgesetzt werden sollen.

Faktisch würde das nämlich ähnlich wie auf Pornoseiten darauf hinauslaufen, dass ein Button angezeigt wird mit der Aufschrift: "Ich bestätige, dass ich 16 Jahre oder älter bin". Der Gedanke, dass Minderjährige daraufhin "Nein" anklicken und brav das Smartphone weglegen scheint abwegig. Auch wenn 2016 gerichtlich festgestellt wurde, dass WhatsApp für die Entwicklung Minderjähriger schädlich sei, wird auch die freiwillige Altersanhebung des Messenger-Dienstes nicht mehr bleiben als eine gut gemeinte Geste.

Quellen: WABetaInfo, Landesrechtssprechungsdatenbank Hessen

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