Anonym und ehrlich

Jodel: Was die kultige Studenten-App so erfolgreich macht

Foto von Sandra Eichhorn

von Sandra Eichhorn (@sandra_rockt)-

Der Umgang mit sozialen Netzwerken wird immer vorsichtiger. Auch die privaten Profile verkommen immer mehr zu durchdachten Versionen der eigenen Außendarstellung. Ehrliche Meinungen oder schmutzige Anekdoten sieht man immer seltener – nicht, dass ein zukünftiger Arbeitgeber noch etwas Falsches denken könnte. Bei Jodel ist das anders – und genau das macht die App so erfolgreich.

Die Angst vor dem Sturm

Ein Screenshot aus der Jodel-App

Jodel zeigt alle Beiträge von Usern aus der näheren Umgebung.  

Quelle: (Screenshot)  Jodel 

Ein Screenshot aus der Jodel-App

Jodel zeigt alle Beiträge von Usern aus der näheren Umgebung.  

Quelle: (Screenshot)  Jodel 

Shitstorms sind ein Phänomen, mit dem wir uns tagtäglich konfrontiert sehen. Mal eben eine nicht so gut durchdachte Äußerung auf Twitter oder Facebook posten – und mit etwas Pech geht der Post viral und der Verfasser wird mit Hass-Kommentaren regelrecht überschüttet. Vorfälle dieser Art haben uns vorsichtig gemacht. Lieber zu wenig posten als zu viel. Lieber unverfängliche Beiträge liken als mal die eigene Meinung zu äußern. Klar, das ist auf jeden Fall der sichere Weg. So ein Verhalten macht die sozialen Netzwerke aber auch immer uninteressanter.

Die Studenten-App Jodel hat einen Weg gefunden, die User wieder mutiger zu machen. Das Netzwerk ist ein wenig verrückt, aber vor allem ehrlich – weil es auf Anonymität beruht. Das Prinzip ist einfach: User müssen sich weder anmelden noch ihren Namen angeben und können direkt losjodeln. Sehr treffend ist die Beschreibung "digitale Klotür". Man hinterlässt vollkommen anonym einen Witz, seine Meinung oder eine Anekdote. Jeder Post kann von anderen Usern hoch- oder runtergevoted werden. Die App greift auf den eigenen Standort zurück und zeigt nur Beiträge von Usern aus der näheren Umgebung an. Ursprünglich für Studenten konzipiert, konnte man sich also vollkommen zwanglos über den Prof, die Mensa oder die letzte Erstsemester-Party austauschen. Es gibt nur drei Regeln: Keine Namen, keine persönlichen Daten und keine Beleidigungen.

Mittlerweile haben sich aber auch immer mehr Nicht-Studenten mit dem Jodel-Fieber angesteckt. Besonders beliebt sind witzige Beiträge aus dem Alltag wie "Wollte mit meiner Freundin Schluss machen, weil sie zu dominant ist. Sie hat `Nein´ gesagt", oder "Mein Rekord beim 100-Meter-Sprint: 45 Meter." Natürlich hat sich auch unsere Redaktion aus Recherchezwecken höchstprofessionell mit der App auseinandergesetzt. Unser Fazit: Ein grandioser Zeitvertreib! Wer gern die Sprüche auf Klotüren liest, wird Jodel lieben.

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