Unterricht in Virtual Reality

Klassenfahrt zum Mond: Google Expeditions macht es möglich

Foto von Julian Richter

von Julian Richter -

Die Google-Expeditions-App ermöglicht Schülern und Lehrern Klassenausflüge an die entferntesten Orte der Welt. Alles, was dazu benötigt wird, ist ein Smartphone, eine Google-Cardboard-Brille und die Expeditions-App.

Entdecker und Guides: Google Expeditions hat an alles gedacht

Google hat in seinem neuesten Software-Update für die Chromebooks unter anderem Google Expeditions vorgestellt, was Schülern virtuelle Klassenausflüge ermöglicht. Die App ist jedoch nicht ausschließlich für Lehrzwecke beschränkt, sondern auch für private User zum Download verfügbar.

Google Expeditions bietet zwei Zugänge. Der Erste nennt sich "Entdecker". Und wie sich schon im Namen ablesen lässt, sind damit die Teilnehmer der Expedition gemeint, welche durch die Google-Cardboard-Brille 3D-Bilder entdecken. Dank des Gyro-Sensors des Smartphones sieht man aber nicht nur statische 3D-Ansichten, sondern ist in der Lage, eine Szene in 360° zu betrachten.

Der "Guide" schlüpft in die Rolle des Expeditionsleiters. Er sieht sich die Szene nicht durch die VR-Brille an, sondern direkt auf dem Smartphone-Display. Dort liest er Informationen zum Bildinhalt ab und kann die "Entdecker" auf spezielle Interessenpunkte hinweisen. Tippt der "Guide" auf eine Stelle im Bild, so bekommen die "Entdecker" automatisch einen Pfeil angezeigt, der ihnen verdeutlicht, in welche Richtung sie schauen sollen. Damit diese Interaktion funktioniert, müssen beide Parteien im gleichen WLAN sein.

Nutzung von Google Expeditions in der Schule

Derzeit bietet die App mehr als 200 Expeditionen zu Orten, die sich über sämtliche Wissensgebiete erstrecken. Von der chinesischen Mauer, über den Mount Everest bis hin zu einer Haiexpedition auf dem Meeresboden oder einer Apollo-11-Mission. Die Expeditionen werden kontinuierlich erweitert und verbessert. Schülern wird dadurch eine spannende Abwechslung zum sonst vermutlich eher theoretischen Unterricht geboten.

Doch es kann nicht Voraussetzung sein, dass jedes Kind ein Android-Smartphone besitzt oder die Eltern extra eines für die Schule anschaffen. Eine Bildungseinrichtung, die virtuelle Expeditionen anbietet, muss zusätzlich zu den Cardboard-Brillen Klassensätze Android-fähiger Smartphones besitzen. Da die Anschaffungskosten für solche Klassensätze bei mindestens 9000 Euro liegen dürften, bleibt abzuwarten, welche Schulen sich in diese Unkosten stürzen. In den kommenden Monaten werden die ersten Smartphones mit Google Daydream vorgestellt, welche in puncto Performance und Display-Auflösung die Nase weit vorn haben und somit VR hochauflösender und flüssiger machen sollen. Eventuell wird Virtual Reality dann auch für Schulen interessanter.

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