Objektive Datenanalyse

Künstliche Intelligenz hilft bei psychischen Störungen

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Mit 'Lifegraph' möchte ein israelisches Startup via App Menschen dabei unterstützen, bedenkliche Verhaltensänderungen frühzeitig zu erkennen, um ein Abgleiten in schwere Depressionen oder manische Phasen zu verhindern. Ein interessantes Konzept, das wir uns näher angeschaut haben.

"Insgesamt erkranken in Deutschland ca. 4,9 Mio. Menschen jedes Jahr an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression, von der allerdings nur eine Minderheit eine optimale Behandlung erhält. Depression kann jeden treffen" – so schreibt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf ihrer Webseite. Der Bedarf an unterstützenden Maßnahmen bei einer seelischen Erkrankung scheint offensichtlich gegeben.

"We have created an entirely passive, objective behavioral sensing platform that gets to know the user and alerts on changes in behavioral patterns."

Lifegraph

Dr. Uri Nevo, Dozent für Biomedizintechnik an der Universität in Tel Aviv, hat sich mit der Gründung von 'Lifegraph' dieser Thematik gewidmet und eine App entwickelt, die, einmal installiert, dazu in der Lage sein soll, abweichendes Verhalten des Nutzers zu erkennen, das als frühes Symptom einer sich anbahnenden Depression gelten kann.

Welche Daten sammelt Lifegraph?

Lifegraph Infografik des Systems

Schlägt die App Alarm, werden der zuständige Arzt und Angehörige införmiert, um frühzeitig helfen zu können.  

Quelle:  Lifegraph 

Lifegraph Infografik des Systems

Schlägt die App Alarm, werden der zuständige Arzt und Angehörige införmiert, um frühzeitig helfen zu können.  

Quelle:  Lifegraph 

Mitten in der Nacht wach werden, Licht einschalten und durch die Wohnung laufen, schlagartig viele, sehr lange SMS versenden, die Art zu telefonieren – es gibt einige Anzeichen, die dafür sprechen, dass sich die Stimmungslage verändert hat. Und genau diese kann die App protokollieren.

Anstatt abzuwarten, bis ein Krankenhausaufenthalt nötig wird, informiert die Lifegraph-App frühzeitig den zuständigen Arzt und/oder Familienmitglieder des Patienten. Die App richtet sich also an Personen, denen ihr Zustand bereits selbst bewusst geworden ist und die nicht "rückfällig" werden möchten.

Laut Aussage von Keren Sela, CEO und Mitgründerin von Lifegraph, existieren Expansionspläne für die App, sodass die Hoffnung besteht, dass zukünftig auch Betroffene aus Deutschland von dem Konzept profitieren können.

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