Sparkassen-App jetzt um 'Kwitt' ergänzt

Kwitt: Wie smart ist die Mobile-Payments-Lösung der Sparkasse?

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Auch bei der Sparkasse will man sich offenbar dem Zeitgeist stellen und bietet in der Sparkassen App seit heute eine Mobile-Payment-Option. Ob diese die Überweisung von kleineren Beträgen per Smartphone wirklich entscheidend vereinfacht, haben wir uns mal für euch angeschaut.

So richtig angekommen ist 'Mobile Payment' ja irgendwie noch nicht in Deutschland: Die Dienstleistung soll das Abwickeln von Bezahlvorgängen von meist geringen Summen bequem und schnell per Smartphone oder Tablet ermöglichen. Woran es liegt, dass die Technologie fast überall auf der Welt wohlwollend angenommen, hierzulande aber noch mit vorsichtiger Skepsis beäugt wird, lässt sich nicht mit absoluter Gewissheit sagen.

Kwitt: Bis 30 Euro ohne TAN

Fest steht aber, dass derzeit immer mehr Dienstleister im Fahrwasser des Branchenriesen PayPal versuchen, ihre Mobile-Payment-Angebote auf dem Markt zu platzieren. Mit dem neusten Update ihrer App versucht nun auch die Sparkasse, das Bezahlen von kleineren Beträgen über Mobile-Devices für ihre Kunden salonfähig zu machen.

Kein Phishing: Per Messenger (Hier: WhatsApp) kommt die Benachrichtigung, dass Geld unterwegs ist und die Aufforderung, einem Link zu folgen.

(Screenshot) 

Um die Zahlung zu erhalten, muss der Empfänger der Sparkasse Namen und IBAN des Kreditinstituts mitteilen.

(Screenshot) 

Nicht ganz: Bevor es "geschafft" ist, muss der Sender abermals aktiv werden und die Zahlung in Auftrag geben. Zudem landet das Geld nicht in Echtzeit beim Empfänger.

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Kein Phishing: Per Messenger (Hier: WhatsApp) kommt die Benachrichtigung, dass Geld unterwegs ist und die Aufforderung, einem Link zu folgen.

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Um die Zahlung zu erhalten, muss der Empfänger der Sparkasse Namen und IBAN des Kreditinstituts mitteilen.

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Nicht ganz: Bevor es "geschafft" ist, muss der Sender abermals aktiv werden und die Zahlung in Auftrag geben. Zudem landet das Geld nicht in Echtzeit beim Empfänger.

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'Kwitt' nennt sich das neue System, das Sparkassen-Kunden ab sofort nutzen können, um Geldbeträge bis 30 Euro ohne Angabe einer TAN an Mobilfunknummern von Bekannten zu senden. "Bekannte" ist dabei wortwörtlich zu nehmen, denn Kwitt lässt als Empfänger nur Personen zu, die sich bereits in eurer Kontaktliste befinden. Dies bedeutet logischerweise auch, dass ihr der Sparkassen-App - wollt ihr den neuen Service nutzen - erstmals auch Zugriff auf eure Kontakte einräumen müsst.

Empfänger und Sender müssen mehrfach das Handy zücken

Liegt der von euch dann ausgewählte Betrag unter 30 Euro, ist der Vorgang nach Auswahl des Kontaktes und der Kontaktmethode (WhatsApp in unserem Beispiel) dann vorerst abgeschlossen. Vorerst deshalb, weil nun der Empfänger aktiv werden muss, um an sein Geld zu kommen. Dieser wird nämlich in einer Nachricht aufgefordert, einem Link zur Sparkasse zu folgen und dort Namen und IBAN zu hinterlegen. Letzteres funktionierte in unserem Versuch leider noch nicht einwandfrei. So waren wir gezwungen, mehrere unsinnige Autovervollständigungen manuell zu löschen, bevor endlich die korrekte Ziffernfolge im Eingabefeld stand - ärgerlich.

Schwierigkeiten mit Xposed

Viele Android-Nutzer, die das Framework 'Xposed' auf ihrem Gerät nutzen, klagen seit dem neuesten Update über Kompatibilitätsprobleme. Noch hat sich der Entwickler nicht dazu geäußert.

Alsdann wird erneut der Empfänger gebeten, die Transaktion zu bestätigen, wonach der Sender den Vorgang endgültig abschließen kann. Wie bei einer altbekannten Transaktion über die Bank - und entgegen anderen Diensten wie beispielsweise PayPal, die Überweisungen in Echtzeit tätigen und den Beteiligten somit einen echten Vorteil bieten - dauert es in etwa einen Tag, bis das Geld sein Ziel erreicht hat.

Kwitt bietet nur begrenzten Mehrwert

Dass auch alteingesessene Kreditinstitute wie die Sparkasse erkennen, dass der Konsument heute zunehmend flexible, intuitive Lösungen jenseits der Papiergeld-Transaktion wünscht, ist begrüßenswert und ein Schritt in die richtige Richtung. Für unseren Geschmack bietet die Alternative, die die Sparkasse mit Kwitt anbietet, aber noch zu wenig Komfort und kann renommierten Diensten wie PayPal kaum das Wasser reichen.

Denn das Werbeversprechen, "Geldbeträge einfach an Mobilfunknummern eines Dritten zu senden", ist schlicht Augenwischerei: Der Empfänger bekommt die Benachrichtigung, dass Geld auf ihn wartet, zwar sehr wohl per Messenger zugestellt. Um die Eingabe der eigenen IBAN und um eine circa eintägige Wartezeit kommt er aber nicht drum herum. Eine klassische Überweisung per Online-Banking - sei sie mobil oder am Desktop getätigt - kommt demnach zumindest dem Empfänger noch eher entgegen, als ein mobile Payment mit der Sparkassen-App.

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