digitale Themen, leicht verständlich.

Die beste Schutz-Software als Download

Malware-Top-5: Die fiesesten Schädlinge - und wie ihr euch schützt

Geschätzte Lesezeit: ca. 7 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Malware ist nicht gleich Malware: Sind harmlosere Varianten allenfalls ärgerlich, können euch die gemeinsten Varianten jede Menge Nerven, Zeit und sogar eure wichtigsten Daten kosten - jedenfalls dann, wenn ihr unachtsam seid. In unserem Malware-Ranking erklären wir deshalb, was die fiesesten Schädlinge mit eurem System anstellen, und wie ihr euch am besten schützt.

Bei all den Warnmeldungen zu Schad-Programmen, die gerade in jüngster Zeit verstärkt durch die Medien geistern, kann man schon mal den Überblick verlieren: Habe auch ich mir unbemerkt einen Trojaner eingefangen? Wie kann ich mich gegen Erpresser zur Wehr setzen, die meine Daten mit einer 'Ransomware' verschlüsseln? Und was bitteschön ist ein 'Keylogger'?

Häufig fallen in diesem Zusammenhang die Begriffe 'Malware' (zusammengesetzt aus dem englischen 'malicious', was soviel heißt wie 'boshaft, gemein' und dem Begriff 'software') oder schlicht 'Virus', die viele der ebenfalls oft kolportierten Schädlingsvarianten unter sich vereinen. Eine Handvoll der heimtückischsten Varianten zirkuliert täglich millionenfach durchs Netz und richtet teils immensen Schaden in Privathaushalten, Wirtschaftsunternehmen und sogar in ganzen Staatsapparaten an.

Womit ihr es zu tun bekommen könnt und wie ihr euch am effizientesten davor wappnet, erfahrt ihr in unserer Malware-Top-Five der übelsten Desktop-Bedrohungen.

Platz 5: Adware - unerwünschte Ressourcenfresser

'Adware' wird begrifflich häufig in der Oberkategorie 'Grayware' verortet und ist zwar selten ein wirklich ernstzunehmendes Problem, doch häufig genug ein ziemliches Ärgernis. Die ungewollte Zusatz-Software wird meist zusammen mit bewusst heruntergeladener Free- oder Shareware installiert und sammelt Daten für Werbezwecke. Zudem wird die Adware in der Regel automatisch kurz nach dem Systemstart geladen, womit unnötig Systemressourcen beansprucht werden.

Die gute Nachricht: Diese Art der Adware fragt in der Regel nach eurer Erlaubnis, bevor sie sich installiert. Meist geschieht dies in Form eines bereits gesetzten Häkchens in einem Dialogfenster während der Installation eines anderen Programms. Adware kann aber auch durch den Besuch infizierter Webseiten völlig ohne euer Wissen auf euren Computer gelangen, indem sie beispielsweise Schwachstellen in eurem Browser ausnutzt.

Bedenkt aber: Seriöse Webseiten, darunter auch Netz.de, sind auf Werbepartner angewiesen. Benutzt bei euren Lieblingsseiten also am besten die Whitelist-Funktion in eurem Add-Blocker, damit diese Websites auch weiterhin guten Content produzieren können.

Zum Aufspüren von beiden Varianten helfen gängige Security-Suits wie die von Comodo. Diese identifizieren die Software als potenziell ungewünscht und fragen euch, wie ihr damit verfahren wollt. Eine etwas schlankere Variante, die sich aber lediglich um Adware und 'Hijacker' kümmert, ist der AdwCleaner.

Platz 4: Scareware - lasst euch nicht erschrecken!

'Scareware' klingt buchstäblich erschreckend, das ist sie aber nur bedingt - nämlich erst dann, wenn ihr auf sie hereinfallt. Die Vorgehensweise von Scareware ist dabei ziemlich perfide: Meist tarnen sich diese Programme als harmlose Sicherheits-Software oder treten als Pop-Up auf Webseiten in Erscheinung, die den Nutzer mit gefälschten Sicherheitswarnungen ängstigen sollen. "Ein Virus wurde auf Ihrem Computer entdeckt. Klicken Sie hier, um den PC zu überprüfen", ist beispielsweise ein regelrechter Scareware-Klassiker.

Kommt ihr einer solchen Aufforderung nach, wird der eigentliche Schad-Code direkt ausgeführt oder ihr werdet auf Webseiten windiger Abzocker weitergeleitet. Das Ziel von Scareware ist es, euch zu einer Aktion - etwa einem Klick - zu bewegen. Der beste Schutz gegen diese Art von Scareware ist daher zunächst ein gesundes Maß an Skepsis - nicht jedes noch so grell blinkende Pop-Up ist vertrauenswürdig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hindert mit Browser Add-ons wie etwa 'Adblock Plus' einen Großteil der angezeigten Werbung - und damit auch die unseriöse Scareware - einfach am Auftauchen auf Websites.

Platz 3: Keylogger - Der Spion im eigenen PC

'Keylogger' sind häufig Bestandteil von umfangreicheren Schadprogrammen (dazu gleich mehr), aber sie sind auch als eigenständige Malware-Variante in Umlauf. Keylogger zeichnen jeden eurer Tastaturanschläge minutiös auf, speichern die eingegebenen Daten dann entweder kurz lokal oder senden sie direkt an den Angreifer. Dies ist brandgefährlich: Neben eingegebenen Webseiten, Chatverläufen oder den Inhalten von Textdokumenten erlangt der Kriminelle somit möglicherweise Kenntnis von höchstpersönlichen Daten wie Passwörtern oder gar Kreditkarteninformationen.

Habt ihr den Verdacht infiziert zu sein, erweisen sich folgende Möglichkeiten als recht effektiv: Verwendet den verdächtigen Rechner nur noch spärlich und für Eingaben von sensiblen Informationen zusätzlich eine Bildschirmtastatur, zum Beispiel die in Windows vorinstallierte. Einige Keylogger machen jedoch Screenshots eures Desktops, weshalb selbst mit dieser Vorgehensweise eine hundertprozentige Sicherheit nicht gewährleistet ist. Als Faustregel aber gilt: Arbeitet so viel mit der Maus und so wenig mit der Tastatur wie möglich.

Keylogger verhalten sich weniger aggressiv als viele andere Schadprogramme, die eure Daten mitunter zerstören oder verschlüsseln. Das bedeutet leider, dass sie einigen Security-Programmen beim Durchsuchen einfach durch die Lappen gehen. Was also tun, um den Übeltäter loszuwerden? Führt pro forma trotzdem einen Virenscan eures Antiviren-Programms durch. Installiert euch nun 'Malwarebytes Anti-Malware', aktualisiert es und startet einen Suchlauf. Die Security-Software hat in Sachen Keylogger einen exzellenten Ruf und findet die ungewollten Spione in den meisten Fällen.

Hier erfährst du mehr über: Sicherheit

Sag uns deine Meinung!