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Automatischer privater Modus geplant

Microsoft Edge bald bester Porno-Browser?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Microsoft Edge wechselt womöglich bald automatisch in den Inkognito-Modus, wenn Nutzer bedenkliche Seiten ansteuern. Der gerne als 'Porno-Modus' verschriene Privatsphäre-Schutz müsste dann nicht mehr über eine Tastenkombination aktiviert werden.

Hin und wieder kann es vorkommen, dass man als unbedarfter Nutzer zufällig und ungewollt auf pikante Inhalte im Netz trifft, die man eigentlich gar nicht sehen wollte. In den meisten Fällen - machen wir uns nichts vor - werden einschlägige Seiten aber ganz bewusst angesteuert. Viele User aktivieren vor einer solchen "Sitzung" ein privates Fenster über den Inkognito-Modus ihres Browsers. Bei 'Google Chrome' geht dies über das Tastenkürzel Strg + Shift + N, Nutzer des 'Mozilla Firefox' und von 'Microsoft Edge' verwenden den Shortcut Strg + Shift + P. Zwar hinterlasst ihr damit immer noch Spuren im Netz. Eine Chronik, anhand derer andere Nutzer des PCs euren Surf-Verlauf einsehen können, wird so aber nicht angelegt.

Unsichere Inhalte starten Porno-Modus

Trügerische Sicherheit

Ein Inkognito-Modus allein macht euch keineswegs unsichtbar im Netz. Ihr hinterlasst lediglich keine Cookies oder temporären Dateien auf eurer Festplatte, wenn ihr die Sitzung beendet. Geheimdienste und euer Netzanbieter können euren Internetverlauf nach wie vor nachvollziehen.

Ein jetzt von Microsoft eingereichtes Patent deutet darauf hin, dass dieser Schritt im Edge-Browser für gewisse Seiten bald automatisiert wird. Ein manuelles Aktivieren des Inkognito-Modus wäre dann nicht mehr nötig. Microsoft will dafür eine Liste anlegen, auf der "unsichere Inhalte" (englisch: "unsafe subject matter") dokumentiert werden. Wird ein solcher Inhalt abgerufen, startet der Browser den privaten Modus für die spezifische Seite von allein.

Darunter fallen zum Beispiel Seiten, auf denen persönliche Gesundheits- oder Finanzdaten angezeigt werden, aber eben auch bekannte Erotik-Portale. Zusätzlich ist laut dem Patent vorgesehen, dass Nutzer dieser Regel einzelne Seiten hinzufügen oder solche entfernen können, die den Wechsel in den privaten Modus nicht auslösen sollen.

Sinnvoll nicht nur für Schmuddelkram

Die kommende Funktion könnte sich dabei nicht nur für Faulpelze eignen, die sich Schmuddelkram am Familien-PC anschauen möchten, ohne dabei jedes Mal ein privates Fenster zu öffnen. Gerade auf Seiten, die persönliche Eingaben über Finanzen oder Gesundheit speichern, ohne dass der Nutzer dies mitbekommt, kann der automatische Inkognito-Modus sinnvoll sein. Bis das Patent abgesegnet ist, kann es allerdings noch etwas dauern. Auch erwähnt der Windows-Konzern Edge in dem Dokument mit keinem Wort. Dass der eigene Browser für das Feature vorgesehen ist, scheint aber wahrscheinlich.

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