Kooperation mit NewsGuard

Microsoft Edge: Browser warnt euch jetzt vor Fake News

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

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von Michael Springer -

Ein neues Label in Microsofts Browser 'Edge' gibt Auskunft über die Glaubwürdigkeit von Nachrichtenquellen und soll die Nutzer vor Fake News und Fehlinformation bewahren. Was als Transparenz-Offensive angelegt ist, dürften einige Menschen als Bevormundung empfinden.

Microsofts hauseigener Browser 'Edge' kommt nicht an der übermächtigen Konkurrenz von Google Chrome und Mozilla Firefox vorbei. Noch gibt das US-Unternehmen allerdings nicht auf: Ein technisch komplett veränderter Unterbau soll dem Browser nun auf die Sprünge helfen, nachdem mehr oder weniger subtile Bekehrungsversuche scheiterten. Ein kürzlich integriertes Feature könnte den Nutzern Edge allerdings schon jetzt schmackhafter machen.

Microsoft Edge: Neues Label bewertet Arbeitsweise von Nachrichten-Websites

Die mobilen Versionen von Edge (verfügbar für Android und iOS) zeigen nun mit farbigen Symbolen an, wie vertrauenswürdig verschiedene Nachrichtenquellen einzustufen sind. Der Browser greift dabei auf die Bewertungen des unabhängigen Portals 'NewsGuard' zurück, das Nachrichtenseiten hinsichtlich ihrer journalistischen Sorgfalt, Transparenz und Verlässlichkeit einschätzt.

NewsGuard in Microsoft Edge Browser

Microsoft Edge: Ein farbiges Symbol weist nun auf die Vertrauenswürdigkeit von Nachrichtenseiten hin.

(Screenshot) 

NewsGuard in Microsoft Edge Browser

Integriert in mobile Versionen von Microsofts Browser: Das unabhängige Portal NewsGuard bewertet Seiten anhand von neun Kriterien. Einschätzungen werden weiter unten erklärt und belegt.

(Screenshot) 

NewsGuard in Microsoft Edge Browser

Niemand wird gezwungen: Standardmäßig ist der Fake-News-Warner deaktiviert. Wer möchte, schaltet ihn in den Einstellungen von Edge an.

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NewsGuard in Microsoft Edge Browser

Microsoft Edge: Ein farbiges Symbol weist nun auf die Vertrauenswürdigkeit von Nachrichtenseiten hin.

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NewsGuard in Microsoft Edge Browser

Integriert in mobile Versionen von Microsofts Browser: Das unabhängige Portal NewsGuard bewertet Seiten anhand von neun Kriterien. Einschätzungen werden weiter unten erklärt und belegt.

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NewsGuard in Microsoft Edge Browser

Niemand wird gezwungen: Standardmäßig ist der Fake-News-Warner deaktiviert. Wer möchte, schaltet ihn in den Einstellungen von Edge an.

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NewsGuard bewertet dabei neun verschiedene Kriterien, etwa: Publiziert die Seite nachweislich falsche Meldungen? Werden fehlerhafte Äußerungen korrigiert? Sind Meinungen und Fakten klar getrennt? Entspricht die Seite den Erwartungen, setzt NewsGuard einen grünen Haken – wenn nicht, ein rotes Kreuz. Alle Entscheidungen werden transparent gemacht und mit Erklärungen sowie den entsprechenden Belegen versehen. Für englischsprachige Websites liegen bereits umfassende Ergebnisse vor, deutsche Nachrichtenseiten werden aktuell untersucht.

Aufgezwungen werden diese Einschätzungen übrigens niemandem. Nur wer das selbst in den Einstellungen des Browsers festlegt, bekommt das Label angezeigt – standardmäßig ist das neue Feature deaktiviert.

Teil einer größeren Kampagne für Demokratie und gegen Fehlinformation

Die Integration von NewsGuard in Edge ist ein Teil von Microsofts 'Defending Democracy'-Programm, das demokratische Werte schützen und Falschmeldungen den Wind aus den Segeln nehmen will. Ziel sei, Skepsis und kritisches Denken zu fördern – und zwar gegenüber allen Medien.

Keine Nachrichtenseite ist immun gegen Fehler.

Denn auch wenn NewsGuard eine Nachrichtenquelle mit grünen Haken und Lob überschüttet, heißt das nicht, dass die so ausgezeichnete Seite immun gegen Fehler wäre. Erst kürzlich erschütterte ein Lügenskandal das weltbekannte deutsche Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel': Ein Redakteur hatte mehrere Berichte zum Teil frei erfunden sowie Faktenprüfer vorsätzlich und erfolgreich getäuscht. Das Magazin begegnete dem Skandal mit den besten Waffen: Offenheit und Ehrlichkeit. Es machte Fehler transparent und erklärte, wie es so weit kommen konnte.

Auf diese Werte setzt auch das neue Label in Edge. Den Menschen soll nicht vorgeschrieben werden, was sie für richtig und falsch zu halten haben, wie NewsGuard-Mitgründer Steven Brill klarmacht:

Unsere Bewertungen und Erklärungen geben den Menschen mehr Informationen über die Webseiten, die sie online finden. Wir stützen uns auf die neun journalistischen Standards für Glaubwürdigkeit und Transparenz, in komplett offener und unpolitischer Weise. Wir blockieren keine Nachrichtenquellen, das würde die freie Meinungsäußerung beschränken.

Steven Brill, Mitgründer von NewsGuard

Quellen: NewsGuard, Microsoft

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