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Neues Bezahlsystem: Amazon Prime sagt Netflix den Kampf an

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von Sandra Eichhorn (@sandra_rockt)-

Während Netflix die Preise anhebt und mit einem einbrechenden Aktienkurs zu kämpfen hat, wirft Amazon Prime seinen Hut in den Video-on-Demand-Ring: Zukünftig können US-Kunden Prime Video separat buchen - und das Angebot ist zudem auch noch günstiger als bei Netflix.

Prime kann bald monatlich gebucht werden

Amazon überarbeitet derzeit das Bezahlmodell: Ab kommenden Sonntag kann Amazon Prime nicht mehr nur für ein Jahr, sondern auch monatlich gebucht werden - vorausgesetzt man lebt in den USA und ist Kunde beim Mobilfunkbetreiber Sprint, denn das neue Bezahlsystem wird vorerst noch getestet. Eine Amazon Prime-Mitgliedschaft beinhaltet unter anderem den kostenlosen Versand für Prime-Produkte, sowie den Zugriff auf die Amazon Cloud, Prime Music und Prime Video. Das ganze Paket kostet in den USA 99 Dollar, monatlich wird es 10,99 Dollar kosten.

Kunden, die sich für die monatliche Bezahlweise entscheiden, sind somit zwar weniger gebunden - zahlen aber auch etwas drauf. Das ist allerdings nicht die einzige Neuerung: Prime Video kann zukünftig in den USA, wie auch schon seit längerem in Deutschland, separat gebucht werden. Zuvor gab es das Angebot nur im kompletten Prime Paket, jetzt können Kunden den Streamingdienst ganz unabhängig für 8,99 Dollar monatlich buchen. Dieses Zeichen ist leicht zu deuten: Amazon will sich offenbar als ernsthafte Konkurrenz für Netflix positionieren.

Netflix-Aktie ist eingebrochen

Netflix kämpft gegen VPN- und Proxy-Trickser.

Die Netflix-Aktie ist aufgrund der Prognosen für das kommende Quartal stark eingebrochen.  

Quelle:  Netflix Medien-Center 

Netflix kämpft gegen VPN- und Proxy-Trickser.

Die Netflix-Aktie ist aufgrund der Prognosen für das kommende Quartal stark eingebrochen.  

Quelle:  Netflix Medien-Center 

Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein: Gerade erst ist die Netflix-Aktie aufgrund schlechter Prognosen stark eingebrochen. Der Streamingdienst hatte sein Angebot Anfang des Jahres auf 130 weitere Länder ausgeweitet und sich damit international positioniert. Von Januar bis März konnte Netflix 4,5 Mio. neue Nutzer außerhalb der USA dazugewinnen. Das Unternehmen blickt allerdings weniger optimistisch in die Zukunft und prognostiziert für das zweite Quartal nur noch einen Zuwachs von 2 Mio. Nutzern außerhalb der Vereinigten Staaten - nachdem das bekannt geworden ist, ist die Aktie innerhalb kürzester Zeit eingebrochen.

Hinzu kommt, dass Netflix die monatlichen Gebühren um zwei Dollar anheben will. Schon bald werden die Kunden also monatlich statt 7,99 Dollar satte 9,99 Dollar berappen müssen. Amazon hat sich die Situation mehr als geschickt zu Nutzen gemacht: Prime Video wird monatlich 8,99 Dollar kosten und unterbietet damit den Streaming-Platzhirsch - der Kampf ist eröffnet.

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