Falsche URLs

Nezt.de, facebook.cm: Chrome warnt bald vor Tippfehlern und Betrügern

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von Michael Springer -

Im Eifer des Tipp-Gefechts landen häufig Buchstabendreher in Internetadressen – und die führen schnell in die falschen Ecken des Webs. Noch nerviger: Manchmal kann man gar nichts dafür und landet trotzdem dort. Hilfe naht, denn Google Chrome könnte damit bald Schluss machen.

Chrome dominiert den Browser-Markt nicht, weil Google dem Programm gern neue Kostüme verpasst – mal hell, mal dunkel –, sondern weil die User die Geschwindigkeit, Stabilität und Sicherheit des Browsers schätzen. Um den Nutzer noch besser vor den Schattenseiten des Webs schützen zu können, rüstet Google nun offenbar nach.

Google Chrome erkennt Vertipper und irreführende URLs

Manchmal bringt der Browser einen nämlich nicht dorthin, wo man eigentlich hinmöchte. Entweder man ist selbst schuld, weil sich Vertipper in die Adresszeile eingeschlichen haben – Wikiepdia.org ist zwar fast Wikipedia.org, aber eben nur fast. Oder andere sind schuld, weil sie mit niederträchtigen, da auf den ersten Blick ähnlich aussehenden Links bewusst auf die falsche Fährte locken wollen – den Diensten von paypal.com darf man trauen, denen von paypai.com eher nicht.

Schutz vor Typosquatting in Google Chrome

Google Chrome fragt bald nach: "Wolltest du vielleicht eher zu paypal.com?"

Quelle: (Screenshot)  Google Chrome via ZDNet 

Schutz vor Typosquatting in Google Chrome

Google Chrome fragt bald nach: "Wolltest du vielleicht eher zu paypal.com?"  

Quelle: (Screenshot)  Google Chrome via ZDNet 

Laut 'ZDNet' will Google Chrome den User in Zukunft deshalb darauf hinweisen, dass er sich offenbar verirrt hat. Unterhalb der Adresszeile wird dazu eine Warnleiste eingeblendet, die danach fragt, ob man nicht eigentlich diese oder jene Webseite aufrufen wollte. Das dürfte Nutzer vor bösen Überraschungen bewahren. Noch besser wäre es aber eigentlich, wenn Chrome entsprechende Seiten erst dann überhaupt lädt, wenn der User das explizit bestätigt: Ja, ich möchte mir die Webseite von paypai.com anschauen – nein, ich wollte tatsächlich nicht zu paypal.com.

Typosquatting heißt die Masche, die Tippfehler und leicht zu verwechselnde Domains zu Geld macht.

Denn gerade Webseiten, die auf das sogenannte 'Typosquatting' setzen, führen häufig in die nervigen und unangenehmen Ecken des Webs. Ihre Betreiber machen aus Tippfehlern oder optisch leicht zu verwechselnden Domains Geld, indem sie auf penetrante Werbeseiten für nicht jugendfreie Inhalte weiterleiten oder Besucher mit Malware und Adware bombardieren. Der Erfolg dieser Masche hängt von der Bekanntheit und Beliebtheit der Domain ab, die User eigentlich ansteuern möchten: Adressen wie facebook.cm (bitte nicht bei euch eintippen) werden millionenfach aufgerufen – die Endung '.cm' steht eigentlich für den afrikanischen Staat Kamerun.

Update nicht mehr weit entfernt

Hin und wieder können Unternehmen dieser Methode begegnen, wenn sie sich dafür anfällige Adressen rechtzeitig sichern: Googel.de leitet beispielsweise tatsächlich zu Google weiter. Weil das aber längst nicht immer der Fall ist, bietet Chromes neues Feature eine willkommene Hilfestellung bei unfreiwilligen Ausflügen in die falsche Internet-Richtung.

Wie 'ZDNet' berichtet, deutet ein Vortrag, den ein Google-Programmierer vor wenigen Tagen zu diesem Thema gehalten hat, darauf hin, dass die Funktion schon sehr bald für alle Chrome-Nutzer zur Verfügung steht.

Quelle: ZDNet

Hier erfährst du mehr über: SicherheitGoogleBrowser und Datenschutz

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