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Open Source verdient eure Liebe – Mozilla erklärt, warum

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Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Die ganze Welt arbeitet gemeinsam an der Software von morgen. Jeder darf mitmachen, es zählt allein die Leistung: Gute Vorschläge finden den Weg ins Programm – egal, von wem sie kommen. Was traumhaft klingt, ist längst Realität und nennt sich 'Open Source'. Wir haben mit Mozilla, den Machern von Firefox, über das Prinzip gesprochen, das für ein offenes, freies und sicheres Internet steht.

Portrait von Patrick Finch (Mozilla)

Patrick Finch ist bereits seit mehr als 20 Jahren in der Tech-Industrie tätig. Bei Mozilla ist er Director of Strategy für den Bereich 'Open Innovation'.  

Quelle:

Portrait von Patrick Finch (Mozilla)

Patrick Finch ist bereits seit mehr als 20 Jahren in der Tech-Industrie tätig. Bei Mozilla ist er Director of Strategy für den Bereich 'Open Innovation'.  

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Open Source mag für den einen oder anderen ein neuer Begriff sein – Software, die mithilfe dieses Ansatzes feingeschliffen wird, hat aber jeder schon benutzt: Das Smartphone-Betriebssystem Android, das Chromium-Projekt (auf dem Googles Browser basiert), der VLC Media Player oder Mozillas beliebter Firefox-Browser, sie alle setzen auf das Prinzip offener Programmcodes. Doch Open Source ist mehr als eine Methode der Softwareentwicklung, es ist ein "Motor für das Web, der Innovation, Vertrauen und Kontrolle fördert", sagt Patrick Finch, Director of Strategy für den Bereich Open Innovation bei Mozilla.

Das Beste: Jeder, der sich im Internet bewegt, kann von diesem Motor profitieren – auch wenn er selbst vom Programmieren keine Ahnung hat. Warum Open Source für uns, die gewöhnlichen User, so viele Vorteile bietet und warum es in Zukunft immer wichtiger werden dürfte, erfahren wir bei Mozilla, die unter anderem bei der Entwicklung des Firefox-Browsers schon seit knapp 20 Jahren auf dieses Prinzip setzen.

Open Source – was heißt das eigentlich?

Software ist keine Magie, sie entsteht Schritt für Schritt. Mit tausenden, zehntausenden, manchmal hunderttausenden Zeilen Code definieren Programmierer, was eine Software kann, wie sie bedient wird und wie sie sich in bestimmten Situationen verhält. Anwender bekommen nur die äußere Hülle, die Benutzeroberfläche, dieser komplizierten Konstrukte zu Gesicht, während der Code im Hintergrund arbeitet. Im Kern besteht jede Software also aus einer einfachen Materie: aus Text.

Open Source vs. Closed Source

Open Source lädt die Community zum Teilnehmen, Weiterentwickeln und Überprüfen ein - bei Closed Source bleibt der Austausch auf ein Minimum beschränkt.

Quelle: (Michael Springer) 

Open Source vs. Closed Source

Open Source lädt die Community zum Teilnehmen, Weiterentwickeln und Überprüfen ein - bei Closed Source bleibt der Austausch auf ein Minimum beschränkt.  

Quelle: (Michael Springer) 

Wird dieser Text – man mag ihn Code, Quellcode oder Quelltext nennen – offengelegt und "unter einer Lizenz verfügbar gemacht, die es jedem erlaubt, ihn zu kopieren, zu verändern und zu nutzen", so Finch, nennt man die Software Open Source. Anwender können alle Befehlszeilen des Programms durchleuchten, anpassen oder für eigene Projekte umformen. Es gibt kein "Betriebsgeheimnis". Bleibt der Code hingegen unter Verschluss, spricht man von 'Closed Source' (etwas umständlicher auch von 'proprietary software').

Eine Idee, verschiedene Etiketten?

Der Begriff 'Open Source' wird oft gleichgesetzt mit 'Freier Software' - ganz richtig ist das nicht. Letztlich verliert sich die Diskussion allerdings in Details, die für den Anwender kaum wahrnehmbar sind.

Bei Open-Source-Software ist jeder eingeladen, das Programm freiwillig mitzugestalten oder Verbesserungsvorschläge einzureichen. Anders als bei herkömmlicher, "geschlossener" Software, wo feste Teams von Entwicklern allein an einem Programm werkeln, ermöglichen Open-Source-Projekte zusätzlich die flexible Mitarbeit von hunderten Codern weltweit. Das geschieht meist auf speziellen Entwicklungsplattformen – allen voran GitHub –, mit denen sich der gesamte Bearbeitungsprozess öffentlich dokumentieren und kommentieren lässt.

Open Source steht für klare Ideale: Frei verfügbare Software, transparent und nachvollziehbar entwickelt, von den Usern, für die User. Diese Offenheit und Zugänglichkeit bringt gewichtige Vorteile mit sich, birgt aber auch Probleme.

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