Cyber-Kriminalität

Premiere: Ransomware bedroht Apple-User

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Ein Mythos geht zu Ende. Während bisher hauptsächlich Microsoft-Benutzer mit Schadprogrammen zu kämpfen hatten, muss nun auch Macintosh dran glauben: Seit Freitag, dem 4. März 2016 sind Apple-Systeme zum Ziel für Erpressungstrojaner geworden. Die Hacker wollen die harte Währung des Internets: Bitcoins.

Daten gegen Bitcoins

This is the first one in the wild that is definitely functional, encrypts your files and seeks a ransom

Ransomware ist eine besonders fiese Art und Weise, PCs zu infiltrieren, denn es treten nicht nur Systemstörungen auf, sondern die Hacker bitten Benutzer zur Kasse – und das nicht zu knapp. Mehrere Millionen Dollar seien mit dieser Form der Cyber-Kriminalität schon erbeutet worden. Die Schadprogramme nisten sich auf dem PC ein und verschlüsseln Dateien. Möchte der User auf seine Ordner zugreifen muss er die Erpresser erst bezahlen.

Laut Informationen von Palo Alto Networks Inc. handelt es sich bei der sogenannten „KeRanger“ Software um den ersten Virus, der auf einem Mac voll funktionstüchtig ist. Einmal auf dem System gespeichert, verhält sich das Programm nach Infizierung zunächst für 3 Tage still, bevor es sich mit dem Server des Hackers verbindet und anfängt Dateien zu verschlüsseln. Im Anschluss wird der Benutzer aufgefordert einige hundert US-Dollar in Bitcoins zu zahlen, um wieder auf seine Daten zugreifen zu dürfen.

Über einen Software-Download von der Webseite Transmission konnte sich die Ransomware ausbreiten. Laut Aussage der Betreiber wurde die infizierte Programm-Version bereits von der Webseite gelöscht. Seit Sonntag stellt Transmission ein Update zur Verfügung, das den Virus automatisch von Macs entfernt.

Tipps für den Schutz von Ransomware

Security-Softwarehersteller Kaspersky gibt in seinem Blog hilfreiche Tipps, um sich präventiv vor solchen Angriffen zu schützen – und die sind selbst für Anwender ohne IT-Know-how leicht umzusetzen:

1.
Regelmäßig Sicherungskopien wichtiger Dateien erstellen, z.B. in einer Cloud und auf einem externen Speichergerät
2.
Vorsicht vor Phishing-Mails! Niemals Anhänge von unbekannten Absendern öffnen und Spam-Filter einsetzen
3.
Bei Dateien mit den Erweiterungen .exe, .vbs, .scr besonders aufmerksam sein
4.
Regelmäßig das Betriebssystem, den Browser und Antivirus-Software aktualisieren
5.
Wer einen unbekannten Prozess auf dem PC entdeckt, sollte vorsichtshalber sofort die Internet-Verbindung kappen
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