Forscher wollen Datenschutz automatisieren

Privatsphäre-Chaos - diese App vereinfacht das Berechtigungs-Management

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Welche App darf eigentlich was? Und an wen schickt sie meine Daten, und zu welchem Zweck? Über die Berechtigungen der vielen Apps auf dem eigenen Smartphone hat kaum einer noch einen Überblick. Mit einer App wollen Wissenschaftler jetzt Schluss machen mit überzogener App-Neugier und das Privatsphäre-Management entscheidend vereinfachen.

Standort, Kontakte, Kalender- und Telefonbucheinträge: Apps, gerade wenn sie kostenlos bereitgestellt werden, sind in der Regel ziemlich neugierig. Einen Überblick zu behalten über die Zugriffs-Berechtigungen auf private Daten, die Smartphone-Nutzer den kleinen Programmen meist arglos zugestehen, ist ein fast aussichtsloses Unterfangen.

Datenverwendung wird komplett automatisiert

"Es ist doch klar, dass Menschen mit der Komplexität der Privatsphäre-Einstellungen der verschiedenen Apps auf ihren Smartphones überfordert sind."

Norman Sadeh, Carnegie Mellon University

Schnell hat man als unbedarfter Nutzer zahllose kleine Spione auf dem Smartphone, die unbemerkt intimste Daten teils sogar an Drittanbieter weitergeben. Wissenschaftler der Carnegie Mellon University in Pittsburgh wollen dem User mit einer App jetzt ein Tool an die Hand geben, das das Erteilen und Verwehren von Zugriffsberechtigungen automatisieren und somit stark beschleunigen soll, um so ungewollte Datenübertragung zu Werbezwecken zu minimieren.

Nach Installation der App soll der User lediglich einen kurzen Fragebogen bezüglich der Berechtigungen bereits installierter Apps ausfüllen müssen, um im Anschluss ein Profil zugewiesen zu bekommen. Auf dieser Grundlage werden gewisse Funktionen anschließend am automatischen Zugriff und am Versand von Daten gehindert.

Erste Tests verlaufen vielversprechend

Erste Tests mit 72 Probanden sind laut eigenen Angaben überaus positiv ausgefallen. So nutzten 49 Personen den Privatsphäre-Assistenten auch weiterhin, und nur 20 Prozent davon änderten im Nachhinein in geringem Umfang die Einstellungen, die vom zugewiesenen Profil vorgegeben wurden.

Der federführende Wissenschaftler Norman Sadeh jedenfalls gibt sich zuversichtlich: "Diese Ergebnisse legen nahe, dass der Assistent einen guten Job bei der Profilierung der User macht und dass seine Vorschläge nützlich sind." Erscheinen soll die noch unbenannte App laut Medienberichten bereits im Spätsommer im Google Play Store.

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