Ist der Inkognito-Browser bald wieder sicher?

Selfrando könnte Nutzer des Tor Browsers wieder unsichtbar machen

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Selfrando soll bald den jüngst durch Angriffe von Strafverfolgungsbehörden gebeutelten Tor Browser wieder sicherer machen. Die Köpfe hinter der neuen Technologie möchten so insbesondere Menschenrechts-Aktivisten und Journalisten vor Repressalien schützen.

Forscher im Einsatz für Tor-Browser-Nutzer

"The Tor network is open to anyone and widely used by civil rights activists, whistleblowers, journalists, citizens of oppressive regimes, etc."

Forschungspaper, University of California

Der Tor Browser soll nach den jüngsten Angriffen von der amerikanischen Strafverfolgungsbehörde FBI besser gegen Eindringlinge geschützt werden, die die Identität der Nutzer aufdecken. Die University of California hat zu diesem Zweck gemeinsam mit weiteren Forschern das Verfahren Selfrando entwickelt. Wie das Magazin Vice berichtet, soll die neue Technik die als "Code Reuse" bekannten Exploits verhindern.

Bei dieser speziellen Art von Angriff wird nicht etwa ein schädliches Programm in den Browser eingeschleust - dagegen ist der Tor Browser bereits sehr gut geschützt. Vielmehr verändert der Angreifer den bereits in der Software existierenden Code, um das gewünschte Ergebnis - in diesem Fall die Demaskierung anonymer User - zu erreichen. Selfrando soll dieses Vorgehen nun deutlich erschweren. In ihrem Paper schreiben die Forscher, dass sie mit ihrer Technik weit über die in gängigen Browsern verwendeten Verfahren wie ASLR (Address Space Layout Randomization) hinausgehen.

Tor Browser Installation

Bereits bei der Installation des Tor-Browsers wird abgefragt, ob die Verbindung möglicherweise einer Zensur unterliegt.

(Screenshot)  Tor 

Screenshot Tor Startseite

Tor gibt dem Nutzer gleich zu Beginn wertvolle Tipps zum sicheren Surfen.

(Screenshot)  Tor 

Tor Browser Einstellungen

Im Menüpunkt "Einstellungen" befinden sich alle aus gängigen Browsern bekannten Optionen.

(Screenshot)  Tor 

Tor Browser Spende

Wer möchte, kann die Entwickler von Tor mit einer Spende unterstützen

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Bereits bei der Installation des Tor-Browsers wird abgefragt, ob die Verbindung möglicherweise einer Zensur unterliegt.

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Selfrando soll Journalisten und Aktivisten schützen

In der Vergangenheit wurde immer wieder berichtet, dass Strafverfolgungsbehörden mittels Hacks Verbrecher dingfest gemacht hatten, die den Browser für ihre kriminellen Machenschaften nutzen. Wer aber glaubt, dass die Forscher hinter Selfrando vornehmlich im Sinn haben, Straftäter vor der Härte des Gesetztes zu schützen, ist auf dem Holzweg. Denn der Tor Browser wird bei Weitem nicht nur von Kriminellen genutzt: Neben unbescholtenen Privatpersonen nutzen den Browser vor allem Menschenrechtsaktivisten und Journalisten, für die Anonymität aufgrund ihrer Arbeit in repressiven Regimes überlebenswichtig ist.

Offiziell vorgestellt werden soll Selfrando zwar erst im Juli auf dem Privacy Enhancing Technologies Symposium in Darmstadt. Die Entscheidung, die neue Technologie einzusetzen, sei bei den Tor-Verantwortlichen aber bereits gefallen. Erste Tests werden bereits durchgeführt.

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2 Kommentare
sebastian_hardt
sebastian_hardt

Hallo r_lindner,
du hast natürlich vollkommen Recht - besten Dank für den Kommentar! Deinen Hinweis habe ich im Artikel berücksichtigt. Der Bezug zum Browser sollte jetzt verständlicher aus dem Text hervorgehen.

r_lindner
r_lindner

Tor und Tor-Browser sind nicht das gleiche, leider wird dies im Artikel falsch beschrieben. Hier kann man es noch mal genauer nachlesen: https://www.torproject.org/projects/torbrowser.html.en

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