Browser-Version des Messengers

Skype for Web ist da – und es funktioniert nicht mit Firefox

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von Michael Springer -

Die Web-Variante des Video- und Audio-Chats Skype hat die Testphase verlassen und wurde nun offiziell vorgestellt. Um eure Freunde anzurufen, benötigt ihr jetzt nur noch den Browser – vorausgesetzt, euer Browser heißt Chrome oder Edge.

Skype musste in den letzten Jahren federn lassen. Gamer wanderten in Scharen zu Discord ab, während Unternehmen intern auf Slack oder ähnliche Plattformen setzten. Das Chat-Urgestein versuchte dem Trend mit einem runderneuerten Design und erweiterten Teamwork-Features zu begegnen. Skypes Entwicklung erinnert ein wenig an Facebook: Wirklich benutzen tut es angeblich kaum noch wer. Angemeldet ist trotzdem jeder – für einen schnellen Anruf ist der Messenger nämlich immer gut. Und der dürfte in Zukunft unkomplizierter von der Hand gehen, denn mit Skype for Web funktioniert das Ganze nun auch über den Browser.

Skype for Web: Neue Browser-Variante macht Installation überflüssig

Die Browser-Adaption von Skype befand sich lange Zeit in der Testphase und wurde, wohl auch wegen der vielen grundsätzlichen Renovierungen am Kernprogramm, bis jetzt nicht offiziell vorgestellt. Nun ist das Geschichte: Ab sofort lassen sich die umfangreichen Funktionen dank Skype for Web auch über den Browser nutzen, ganz ohne Installation. Der Multimedia-Messenger wird damit flexibler einsetzbar, der Feature-Umfang entspricht im Kern dem Hauptprogramm:

Skype for Web Design

Skype for Web: Die Browser-Variante des Multimedia-Messengers liefert alle Kernfunktionen des Hauptprogramms und kommt auch mit dem neuen Design daher.

Quelle:  Skype 

Skype for Web Design

Skype for Web: Die Browser-Variante des Multimedia-Messengers liefert alle Kernfunktionen des Hauptprogramms und kommt auch mit dem neuen Design daher.  

Quelle:  Skype 

  • Videoanrufe in HD-Qualität: Skype liefert auch im Browser Videos in HD-Qualität, egal ob in Direktgesprächen oder Konferenzen. Mit dabei sind auch die sogenannten 'Call Reactions': Emojis, die sich live ins Video einfügen lassen.
  • Anrufaufzeichnung: Gespräche und Videos lassen sich mitschneiden. Anrufe bei den Enkelkindern oder wichtige Firmengespräche können so konserviert werden. Vor heimlichen Mitschneidern braucht man keine Angst haben: Alle Gesprächsteilnehmer werden darüber informiert, wenn jemand eine Aufnahme beginnt.
  • Benachrichtigungsleiste: Über das Glocken-Symbol können alle wichtigen Benachrichtigungen aufgerufen werden. So werden etwa Reaktion auf die eigenen Nachrichten oder Verlinkungen in Gruppenchats zentral erfasst – das Prinzip dürfte von allen sozialen Plattformen hinlänglich bekannt sein.
  • Suche in Chats: Volltextsuche spürt Begriffe und Schlagwörter im Chatverlauf auf.
  • Chat Mediengalerie: Die in einer Konversation geposteten Bilder und Videos werden in einer eigenen Galerie gesammelt – so braucht man nicht den gesamten Chatverlauf durchforsten, nur um "das eine Bild" wiederzufinden.

Skype für alle und überall? Nicht ganz…

Klar, die integrierten Features hauen heute niemanden mehr vom Hocker, sie zählen mehr oder weniger zum erwarteten Standard. Dennoch gut, dass Skype die Zügel lockert und den Zugriff erleichtert – vorausgesetzt natürlich, der eigene Computer erfüllt ein paar technische Voraussetzungen. Denn Skype for Web funktioniert generell nur mit Windows 10 oder ab Mac OSX 10.2 aufwärts. Wer etwa noch Windows 7 nutzt (und das sind weiterhin nicht wenige), guckt in die Röhre.

Skype for Web: Firefox wird nicht unterstützt

Firefox-Nutzer müssen draußen bleiben - es sei denn, sie wechseln den Browser oder greifen auf Workarounds von Drittanbietern zurück.  

Quelle: (Screenshot)  Skype for Web 

Skype for Web: Firefox wird nicht unterstützt

Firefox-Nutzer müssen draußen bleiben - es sei denn, sie wechseln den Browser oder greifen auf Workarounds von Drittanbietern zurück.  

Quelle: (Screenshot)  Skype for Web 

Schwerer wiegt jedoch, dass die Browser-Variante von Skype offiziell nur mit Chrome und Microsoft Edge funktioniert. Firefox-Nutzer bekommen schlicht mitgeteilt, ihr Browser werde nicht unterstützt (fortgeschrittene Nutzer können die Beschränkung allerdings mit einem Add-on umgehen). Man möge sich doch der unterstützten Browser bedienen oder auf das Hauptprogramm zurückgreifen. Das ist nicht gut. Denn schon als Microsoft (das Mutterunternehmen hinter Skype) ankündigte, seinen hauseigenen Browser Edge auf Chromium (die Grundlage von Google Chrome) umstellen zu wollen, fühlten sich erfahrene Nutzer an die Zeiten der Dominanz des alten Internet Explorers erinnert. Die führte damals zu festgefahrenen Standards, schleppender Optimierung und wenig Innovation. Ähnliches könnte sich nun mit Chromium wiederholen, so die Befürchtung.

Dass Microsoft sich nun entschieden hat, den nicht auf Chromium basierenden Browser Firefox von vornherein auszuschließen, scheint diese Vorahnung zu bestätigen. Konkurrenz belebt das Geschäft, bei Browsern ist das nicht anders. Zu wenig Konkurrenz könnte so zum Nachteil für die User werden.

Quelle: Skype

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