Erneut freuen sich nur Early-Adopter

Android P: Kein Zugriff auf die Kamera für Hintergrund-Apps

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Android P wird in wenigen Wochen vorgestellt, und nicht alle bisher bekannten Neuerungen stoßen auf Gegenliebe. Jetzt kam ans Tageslicht, dass Hintergrund-Apps künftig der Zugriff auf die Kamera verwehrt werden soll. Für Spionage-Apps ein schwerer Schlag - nur werden nur die wenigsten Nutzer auf absehbare Zeit davon profitieren können.

Schon im Mai wird aller Voraussicht nach die neueste Version des Android-Betriebssystems öffentlich gemacht, doch allzu viel weiß man noch immer nicht über 'Android P'. Allerdings sickern in letzter Zeit vereinzelte Informationen über die neunte OS-Version durch, die teils durchaus kontrovers aufgenommen werden. Für Unmut sorgte jüngst die Erkenntnis, dass Netzanbieter in Android P die Möglichkeit erhalten sollen, die Anzeige der Signalstärke zu manipulieren.

Tieferer Schlaf für Apps in Android P

Schlagzeilen machte außerdem ein Gerücht über eine umstrittene Designentscheidung, die Herstellern das Implementieren einer Display-Kerbe wie bei Apples iPhone X ermöglicht. Ein echter Gewinn hingegen ist die neueste Entdeckung im Quellcode des Betriebssystems: Hintergrund-Apps soll der Zugriff auf die Kameras des Smartphones vollständig untersagt werden.

Im Grunde ist dieses neue Sicherheits-Feature eine Weiterentwicklung des bereits seit Android Marshmallow (6.0) eingeführten Features 'Doze' (etwa: dösen, schlummern), das Apps nach und nach immer mehr Zugriffsrechte entzieht, je länger sie nicht verwendet werden - sie sozusagen automatisch schlafen schickt, damit sie weniger Energie verbrauchen.

Android P: Neue Spionage-Abwehr nur für Neukunden?

Der Technikseite 'XDA Developers' waren die neuen Codezeilen aufgefallen, die das Spionieren von potenziell schädlichen Apps unterbinden sollen: Mit dem Entzug der Kamera-Berechtigung für inaktive Apps wird es insbesondere Schadsoftware deutlich schwerer gemacht, euch unbemerkt zu filmen und womöglich mit dem aufgenommenen Material zu erpressen.

Soweit, so gut. Jedoch werden davon nur die wenigsten Nutzer profitieren, nämlich dann, wenn sie sich ein neues Top-Smartphone kaufen - oder ein Smartphone des Android-Entwicklers Google besitzen. Viele Hersteller, wie zum Beispiel Samsung, schaffen es ja nicht einmal, ihre High-End-Geräte unfallfrei mit der aktuellen Version 'Android O' nachzurüsten. Von Mittelklasse-Modellen oder Vorjahres-Flagships ganz zu schweigen. Zur Veranschaulichung: Nur 1 Prozent der Zugriffe auf den Google Play Store gingen dieses Jahr von Smartphones aus, die mit Android Oreo ausgerüstet waren - erhältlich ist das aktuelle OS aber schon seit knapp sechs Monaten.

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