Newsfeed-Chef im Erklär-Video

So entscheidet Facebook, was euch im Newsfeed angezeigt wird

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Wie der Newsfeed auf Facebook funktioniert, wollte das soziale Netzwerk lange Zeit nicht preisgeben. Doch in einem Erklär-Video bricht der Feed-Verantwortliche Adam Mosseri jetzt sein Schweigen. Demnach werden sämtliche Beiträge erst benotet, bevor sie euch angezeigt werden.

Dass der Newsfeed auf Facebook - also das, was ihr als Erstes seht, wenn ihr euch einloggt - nicht streng chronologisch angeordnet ist, ist sicher den meisten schon aufgefallen. Wie genau entschieden wird, welche Beiträge in welcher Reihenfolge angezeigt werden, darüber schwieg sich das soziale Netzwerk bislang aber aus. Ein ominöser "Algorithmus" sei dafür verantwortlich, lediglich so viel war gewiss. Erstmals lüften die Verantwortlichen nun Teile des Geheimnisses: Adam Mosseri, Newsfeed-Chef bei Facebook, erklärt in einem kurzen Video, warum euch welche Beiträge wann angezeigt werden:

Vier Elemente gibt es demnach, die das Ranking der euch angezeigten Beiträge festgelegen: Da wäre zunächst das 'Inventory', also die Gesamtheit sämtlicher potenzieller Nachrichten, die überhaupt für euch in Betracht kommen - also Storys von Freunden oder Beiträge von anderen Kanälen, die ihr abonniert habt. Nun wird anhand sogenannter 'Signals' weitersortiert. Hierzu zählen allerhand Details, zum Beispiel wie aktuell der fragliche Beitrag ist, oder wer ihn gepostet hat. Sogar eure derzeitige Internetverbindung entscheidet darüber, welcher Beitrag euch wann angezeigt wird - oder ob ihr ihn überhaupt seht.

Facebook gibt Beiträgen Noten und lässt sie erst dann in euren Feed

Für Facebook leitet sich daraus die Grundlage für eine Prognose ('Prediction') ab. Vermutlich anhand eures bisherigen Verhaltens versucht der Algorithmus einzuschätzen, wie ihr auf Beiträge reagiert. Ist es wahrscheinlich, dass ihr einen Like hinterlasst, kommentiert oder teilt? Dann erhält der Beitrag einen hohen 'Relevancy Score'. Kommt der Algorithmus zu dem Schluss, dass ihr mit dem Post wenig interagiert oder ihr in gar meldet, gibt es eine schlechte Note und der Beitrag erscheint weit unten - wenn überhaupt.

Warum Facebook ausgerechnet jetzt Teile dieses einst wohlgehüteten Geheimnisses offenlegt, darüber kann an dieser Stelle nur spekuliert werden. Anzunehmen ist, dass der strauchelnde Konzern dies als Zeichen des guten Willens wahrgenommen wissen will. Und guten Willen kann Facebook momentan nur allzu gut gebrauchen - ganz besonders von erbosten Anlegern und frustrierten Nutzern, denen die Transparenzoffensive des sozialen Netzwerks zu halbherzig und schleppend vorangeht.

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