Schon 850.000 befallene Systeme

Sogar in Google Play: Der Malware "Godless" ist nichts heilig

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

"Godless" macht vor nichts halt. Die Schadsoftware eines noch unbekannten Entwicklers rootet Android-Systeme und gilt als sehr hartnäckig. Aufgetaucht ist sie sogar schon im Google Play Store. Sicherheitsexperten raten dringend dazu, sich vor dem Herunterladen von Apps genauer über die Hersteller zu informieren.

Godless reißt sich Schreibrechte unter den Nagel

Die schlechten Nachrichten in Sachen Android-Schadsoftware reißen nicht ab. Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein Erpresser-Trojaner heimische Smart-TVs befällt. Jetzt berichten die Sicherheits-Experten von Trend Micro schon von einer neuen Bedrohung, die zunächst unbemerkt Android-Systeme "rootet" - sich also volle Zugriffs- und Schreibrechte auf dem System sichert - um dann Schädlinge jedweder Art, zum Beispiel Spyware oder eine Backdoor, auf dem Gerät zu installieren.

"When downloading apps, regardless if it’s a utility tool or a popular game, users should always review the developer."

Trend Micro

Die Malware Godless nistet sich in eigentlich harmlosen Apps ein. Sobald der Bildschirm des Geräts deaktiviert wird, beginnt sie ihre Arbeit und rootet das System. Der installierte Virus ist zu allem Übel per AES-Algorithmus verschlüsselt und lässt sich ohne Weiteres nicht wieder loswerden. Perfide ist, dass Godless sogar schon im Play Store aufgetaucht ist. Googles App-Shop galt bisher eigentlich als mehr oder weniger sicherer Hafen zum Herunterladen von Apps. Trend Micro berichtet in diesem Zusammenhang unter anderem von kontaminierten Taschenlampen-Apps wie "Summer Flashlight".

Apps mit Bedacht herunterladen

Außerdem sind im Netz schädliche Kopien an sich sauberer Apps aufgetaucht. Diese befänden sich zwar außerhalb von Google Play, es bestehe aber das Risiko, dass diese im Zuge eines Updates der imitierten Software auf Android-Systeme gelangen. 850.000 Systeme seien insgesamt bereits befallen, etwa die Hälfte davon in Indien, berichten die Experten. Anfällig seien prinzipiell alle Geräte mit Android 5.1, und damit 90 Prozent aller sich im Umlauf befindlichen Android-Systeme.

Um sich vor der Schadsoftware zu schützen, rät Micro Trend zu umsichtigem Handeln: "Vor dem Download einer App, sei es ein Spiel oder ein Utility-Tool, sollte der Nutzer zunächst immer den Entwickler in Augenschein nehmen. Unbekannte Entwickler oder solche, zu denen nur wenige Hintergrundinformationen bestehen, könnten die Quelle der Schadsoffware sein."

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