Hoffnung auf Synergieeffekte

SoundCloud: Wieviel Potenzial steckt in der Musikstreaming-Plattform?

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Der Kampf um registrierte User ist unter den Musikstreaming-Plattformen eine harte Gelegenheit – die Konkurrenz ist gewaltig. Für den Song-Provider SoundCloud, der in jüngster Zeit mit diversen Problemen zu kämpfen hatte, könnte die Finanzspritze von Twitter einen Schritt nach vorn bedeuten.

Was unterscheidet SoundCloud von anderen Diensten?

Im Vergleich zu anderen Plattformen – man denke an Spotify, Amazon Music oder Deezer – ist SoundCloud für die Hörer komplett kostenfrei nutzbar. Man legt sich Playlisten an, es gibt eine "Like"- sowie eine "Share"-Funktion – soweit so gut. Lediglich Künstler - und solche, die es werden wollen - die mehr als 180 Minuten Sound-Material hochladen möchten, müssen auf einen Pro-Account upgraden. Das Streamen von Musik oder anderen Sound-Files (auch Podcasts sind möglich) ist über Web, iOS und Android machbar. Laut Aussage des Berliner Startups hat der SoundCloud-Dienst derzeit circa 175 Millionen Nutzer.

SoundCloud Profil Netz.de Screenshot

SoundCloud-Test: Im Handumdrehen ist ein Account erstellt.  

Quelle: (Eigener Screenshot)  SoundCloud.com 

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SoundCloud-Test: Im Handumdrehen ist ein Account erstellt.  

Quelle: (Eigener Screenshot)  SoundCloud.com 

SoundCloud ragt hervor, weil der Service im Unterschied zu anderen Musikstreaming-Anbietern tendenziell eher auf unbekannte Künstler setzt, die mit ihren DJ-Mixes, Eigenkreationen und Mashups ein Publikum suchen. Dementsprechend handelt es sich bei der regen User-Community häufig um Musik-Fans mit Entdeckungsdrang.

Wo liegt der Hund begraben?

Seit mehreren Monaten kämpft SoundCloud mit rechtlichen Problemen in Bezug auf Urheberrecht. Die Folge war, dass manche Konten beliebter Artists - darunter beispielsweise der Account von Chet Faker - sogar gelöscht werden mussten. Dies ist vor allem unter dem Gesichtspunkt verwunderlich, das Künstler selbst nur schwerlich ihr eigenes Urheberrecht verletzen können. Ohne Ankündigung entfernte Tracks lassen sich auch nicht zwangsläufig wiederherstellen.

Darüber hinaus schaffte es das Startup bisher nicht, schwarze Zahlen zu schreiben und verhagelte manch einem Nutzer die positive Grundhaltung gegenüber dem Unternehmen durch diverse Bugs in den Apps. Außerdem bemängeln User, dass in ihrem Profil auf einmal Musik auftauchte, die sie nicht zuordnen konnten und auch nicht wissentlich mit der SoundCloud-Nutzung in Verbindung brachten.

SoundCloud schließt Allianz mit Twitter

Earlier this year we made an investment in SoundCloud through Twitter Ventures to help support some of our efforts with creators

Schon 2014 bekundete der Kurznachrichtendienst Twitter Interesse daran, bei der Musikstreaming-Plattform einzusteigen. Angeblich konnte sich der Microblogging-Sevice mittlerweile für schlappe 70 Millionen US-Dollar einen Anteil von SoundCloud sichern – dies berichtet jedenfalls Recode und beruft sich auf Insider-Quellen. "Wir sind bereits seit Jahren gute Partner und das Community-Konzept spiegelt unseres in vielerlei Hinsicht wieder", so Jack Dorsey, CEO von Twitter.

Die Twitter-Community verzeichnet immer weniger Wachstum und auch die Investoren von SoundCloud sind angesichts unzureichender Monetarisierung des Dienstes verunsichert. Daraus stellt sich die Frage: Werden sich die beiden Partner gegenseitig bereichern? Beide können Hilfe gebrauchen.

Eine vorstellbare Lösung bestünde für Twitter darin, SoundCloud auf der eigenen Plattform zu integrieren und das Wachstum wieder anzukurbeln. Andersrum würde die SoundCloud-Community sicherlich durch einige Twitter-Nutzer erweitert werden. Wir sind gespannt, wie sich das Joint Venture entwickeln wird.

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