Programmierung zum Anfassen

Spielerisch lernen: Google Project Bloks macht Coding für Kids greifbar

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Wie kann man Kindern erklären, wie Programmierung funktioniert? Keine einfache Angelegenheit, ohne Gegenstände dafür nutzen zu können. Google hat sich darüber Gedanken gemacht und mit Project Bloks ein Konzept entwickelt, das schon den Jüngsten unter uns auf einfache Weise erklärt, was mit Einsen und Nullen alles möglich ist.

Bereits seit 2013 arbeiten das Google Creative Labe, Research at Google, Paulo Bilkstein von der Standford University und IDEO an dem wissenschaftlichen Bildungsprojekt "Project Bloks". Es wurde – und wir immer noch – eine Plattform erschaffen, die es Entwicklern, Forschern und Design-Spezialisten erlaubt, neue Wege zu finden, um den Kids die Arbeitsweise von Computern näher zu bringen.

Google Projekt Bloks: Rasperry Pi in schön?

Vergleichbar zum Rasperry Pi, bei dem es sich ebenfalls um eine leistungsstarke Version eines Bastel-Kits handelt, konstruiert das Team von Project Bloks ebenso einzelne Elemente, die sich auf unterschiedlichste Arten vom jungen IT-Nachwuchs zusammenfügen oder rekonfigurieren lassen.

Die Elemente sind grob in drei Kategorien eingeteilt: "Base Boards", "Brain Board" und sogenannte "Pucks". Richtig zusammengestellt steuert ein fertiges System Roboter, IoT-Geräte, Spielzeuge oder eine Anwendung auf dem PC.

Screenshot Google Project Bloks

"Pucks" dürfen aus Papier, Pappe, Plastik und vielen weiteren Materialien gefertigt werden.  

Quelle: (Eigener Screenshot)  Google 

Screenshot Google Project Bloks

"Pucks" dürfen aus Papier, Pappe, Plastik und vielen weiteren Materialien gefertigt werden.  

Quelle: (Eigener Screenshot)  Google 

"Pucks" sind Bausteine, die einen Befehl vorgeben, zum Beispiel, dass eine Lampe angeschaltet werden soll oder ein Roboter den Arm hebt. Der Clou dabei: Pucks lassen sich aus allen möglichen Materialien herstellen: Plastik, Holz oder sogar einfach nur Papier. Nach der Herstellung dieses Bausteins verleiht man ihm eine spezielle Signatur mit leitfähiger Tinte und installiert den Puck auf einem Base-Board, welches mit einem kapazitiven Sensor sowie einem Magnetometer ausgestattet ist.

Nun fehlt nur noch ein Puzzleteil zum fertigen Mini-Computer: das Brain-Board. Auf der Basis des Rasperry Pi Zero Micro-Computers entwickelt, bildet das Brain-Board das Betriebssystem des kleinen PCs. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt - bei Bedarf können mehrere Brain-Boards über Wi-Fi zusammengeschaltet werden.

Aktuell noch in der Forschungsphase

Zurzeit kann man leider noch kein Kit bestellen, um die Idee auszuprobieren, denn es wird noch daran geforscht. Auf den Seiten von "Project Bloks" heißt es: "Während der Forschungs- und Entwicklungsphase haben wir mit mehr als 150 Kindern zusammengearbeitet und das System getestet. Zurzeit wird noch aktiv geforscht."

Das Bildungsprojekt wurde von zahlreichen Vorgängern inspiriert, die für ihre Konzepte ebenfalls ein Blocksystem verwendet haben, beispielsweise Quetzal oder Tern. Während in anderen Ländern wie Estland schon Erstklässler das Programmieren erlernen, schneiden laut ICILS-Studie deutsche Schüler nur mittelmäßig im Bereich Computer- und IT-bezogener Kompetenzen ab. Zeit, dass sich etwas tut! Wir sind gespannt, ob auch in Deutschland von Googles Blocksystem Gebrauch gemacht wird.

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