Es kommt nicht auf die Größe an

Sponsoring: Bleiben Indie-Apps bei Apple auf der Strecke?

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Aktuell sind die "Paid Ads" - also die bezahlte Werbung, die angezeigt wird, wenn man im App Store ein Suchwort eintippt - noch in der Testphase. Welche Konsequenzen wird dieses Szenario für die User, die kleinen App-Entwickler und die großen Publisher mit sich bringen? Wir haben die Angelegenheit für euch näher beleuchtet.

Trotz diverser Kategorien im App Store machte die Suche nach neuen, interessanten Anwendungen nicht zwangsläufig Freude, da manchmal einfach viele Apps vorgeschlagen werden, die nichts mit dem zu tun haben, wonach man in dem virtuellen Einkaufsladen eigentlich stöbern wollte. Bereits vor der offiziellen Keynote kündigte Apple allerdings Änderungen an:

Unterschiedliche Abo-Modelle sollen den Entwicklern die Monetarisierung ihrer Code-Kunstwerke erleichtern und ihnen durch regelmäßige Einnahmen die Weiterentwicklung ihrer Apps schmackhaft machen. Außerdem möchte Apple das Sponsoring von Online-Anzeigen – geknüpft an Suchergebnisse im App Store – erlauben.

Mann zeigt mit den Fingern ein Looser-L vor der Stirn

Kein großes Werbebudget = kein Erfolg? Nicht zwangsläufig!  

Quelle: (R Timages)  Shutterstock.com 

Mann zeigt mit den Fingern ein Looser-L vor der Stirn

Kein großes Werbebudget = kein Erfolg? Nicht zwangsläufig!  

Quelle: (R Timages)  Shutterstock.com 

Geht es nur ums liebe Geld?

Fest steht: Auch die bezahlten Werbeplätze werden eine weitere Einnahmequelle darstellen, das dürfte außer Frage stehen. Wer viel Geld hat, der kann viel Werbung schalten. Viel Werbung bedeutet mehr Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit, die von den Indie-Apps ablenkt und keinen Raum mehr für neue Anwendungen aus kleinen Ideenschmieden lässt?

Über Techcrunch.com äußerte sich Oren Kaniel, CEO von AppsFlyer, ausführlich zu der Thematik und zieht den Schluss: "Die, die über ein gutes Produkt und minimale Budgets verfügen, und schlau in die bezahlten Suchergebnisse investieren (…) die können immer noch erfolgreich sein." Diese Annahme beruht vor allem auf zwei Aspekten:

Anstatt Werbung für die eigene App auf Plattformen wie Facebook schalten zu müssen – wo die Konkurrenz (auch außerhalb der App-Entwicklung) riesig ist, kann dieses Geld nun direkt in Werbeanzeigen im App Store investiert werden. Damit sind die Streueffekte geringer.

Ein weiterer Punkt: Ist manch eine Indie-App vorher schlicht im Store untergegangen, können Entwickler nun gezielt Schlag- beziehungsweise Suchwörter mit Werbung für ihr Produkt verknüpfen und haben damit durchaus eine Chance für die User sichtbar zu werden.

Beispiel Google Play: Keine negativen Effekte!

Im Juli 2015 führte Google für seine App-Shopping-Plattform übrigens dasselbe Konzept ein: "(…) wir investieren in neue Wege, den Usern dabei zu helfen Apps mit Search Ads zu entdecken und verbessern unsere neuen Technologien, um das Kampagnen-Management und die Erfolgsmessung für Entwickler zu vereinfachen."

Im Falle von Google Play entstanden daraus keinerlei Nachteile für Entwickler, große "Katastrophen" blieben aus. Ein weiterer Punkt spricht für den Einsatz von Werbeflächen-Sponsoring: Es gibt immer weniger User, die sich regelmäßig neue Apps runterladen – das belegt eine comScore-Studie. Um die Kundschaft überhaupt bei der Stange zu halten, ist es nötig, dass ihnen über die Suche im App Store auch sofort relevante Ergebnisse angezeigt werden.

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