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Von wegen diskret

Stiftung Warentest: Dating-Apps verraten eure Vorlieben an Werbefirmen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Dating-Apps wie Tinder gehen mit euren Daten alles andere als diskret um. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest, in der 22 Apps auf ihr Datensendeverhalten untersucht wurden. Nur fünf davon konnten den Test gerade so bestehen - alle anderen verschleudern eure Daten, um damit Kasse zu machen.

Wer einmal eine Dating-App wie Tinder oder Lovoo verwendet hat, kennt das Problem: Hält man die Profilangaben zu vage, verschwindet man in der grauen Masse der zahllosen anderen Nutzer. Einen potenziellen Partner für sich zu begeistern fällt so jedenfalls schwer. Gibt man aber zu viele Details preis, kommen einem schnell Zweifel: Ist das nicht zu privat? Was, wenn meine Freunde oder Arbeitskollegen von meinen delikaten Vorlieben erfahren? Und an wen werden meine Angaben in der App überhaupt weitergegeben? Schließlich wollen auch Dating-Anbieter Geld verdienen, und längst nicht alle tun das über eine bezahlte Mitgliedschaft.

Wer in welchem Umfang welche Infos erhält, bleibt nebulös.

Stiftung Warentest

Mit letztgenannter Fragestellung, also dem Datensendeverhalten, hat sich jetzt die Stiftung Warentest beschäftigt und 22 Dating-Apps für iOS- und Android-Betriebssysteme untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Nur fünf bestehen mit dem Prädikat "akzeptabel" gerade so, alle anderen rasseln durch.

Facebook weiß vielleicht, was euch anmacht

Denn diese speicherten weit mehr persönliche Informationen, als für das Funktionieren der App notwendig wäre. Und nicht nur das: Sie verkaufen sie auch an Werbetreibende, die dadurch ein immer umfassenderes Profil von euch zusammenstellen können - im Falle von Tinder ist das unter anderem Facebook.

Laut Stiftung Warentest verwenden diese Plattformen eure Daten unter anderem dafür, euch personalisierte Werbung einzublenden. Wie viele und welche Informationen genau weitergegeben werden sei aber nicht feststellbar. Auf die Spitze getrieben könnte das bedeuten: Neben demographischen Angaben und Konsumgewohnheiten wissen Werbefirmen auch, was euch im Bett so richtig scharf macht. Jedenfalls dann, wenn ihr entsprechende Angaben in Tinder und Co. anlegt. Den gesamten Test inklusive einem Interview mit einer Verbraucherschützerin könnt ihr auf der Webseite von Stiftung Warentest für einen Euro freischalten.

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